CFTC prüft Kalshi-Deal rund um Trumps Teleprompter
Die CFTC untersucht möglichen Insiderhandel auf Kalshi, nachdem ein Mitarbeiter des Weißen Hauses offenbar auf Trumps Reden gesetzt haben soll. Der Fall erhöht den Druck auf prediction markets und die Marktintegrität.

Wichtigste Erkenntnisse
- Ein Teleprompter-Operator des Weißen Hauses soll auf Kalshi mit Wetten auf Trumps Aussagen mehr als 100.000 Dollar verdient haben.
- Gabriel Perez befindet sich laut ABC News in Vergleichsgesprächen mit der CFTC und setzte in drei Monaten auf mehr als ein Dutzend Trump-Reden.
- Kalshi meldete die Handelsaktivität selbst, führte zusätzliche Maßnahmen zur Marktintegrität ein und die CFTC behält prediction markets genau im Blick.
Ein Teleprompter-Operator des Weißen Hauses soll auf Kalshi mehr als 100.000 $ (87.200 €) verdient haben, indem er darauf setzte, was Präsident Donald Trump sagen würde, bevor er die Bühne verlässt. Der Fall lenkt den Blick erneut auf die Anfälligkeit von prediction markets für Handel mit Insiderwissen, gerade in einer Phase, in der Aufseher und Plattformen ihre Kontrollen verschärfen.
Wie die Wetten funktionierten
Laut ABC News geht es um Gabriel Perez, der seit 2016 Trumps Teleprompter bedient und sich inzwischen in Vergleichsgesprächen mit der Commodity Futures Trading Commission, der CFTC, befindet. Er soll innerhalb von drei Monaten auf mehr als ein Dutzend Trump-Reden gesetzt haben, darunter die Rede zur Lage der Nation im Februar.
Kalshi bietet sogenannte Mentions-Märkte an. Dort können Händler darauf wetten, ob ein bestimmtes Wort oder Thema in einer öffentlichen Rede auftaucht. Nach Angaben der Ermittler hatte Perez das Skript zwar vorliegen, Trump weicht jedoch häufig von seinen vorbereiteten Texten ab. Dadurch wurde die Position riskant, und Perez soll während Reden mitunter verkauft haben, wenn erwartete Wörter ausblieben.
Trump selbst sagte im Januar vor dem Detroit Economic Club, dass er „etwa 80% der Zeit“ vom Teleprompter abweicht. Ermittler gehen davon aus, dass Perez auch auf diese Rede gewettet hat.
Kalshi unter Beobachtung
Kalshi sagt, dass sein Surveillance-Team die Handelsaktivität erkannt und an die CFTC weitergeleitet hat. Die Exchange hat in den vergangenen Wochen zusätzliche Maßnahmen zur Marktintegrität eingeführt, darunter Risikoscoring und Prüfungen von Arbeitsverhältnissen. Das Unternehmen teilte außerdem früher mit, dass seine Screening-Tools im ersten Quartal 2026 mehr als 100 mögliche Insider-Trades blockiert haben, während es im selben Zeitraum 150+ Untersuchungen und 20+ Meldungen an Strafverfolgungsbehörden gab.
Die CFTC beobachtet prediction markets schon seit Längerem sehr genau. Die Aufsichtsbehörde hat bereits vor dem Missbrauch nicht öffentlicher Informationen gewarnt und auch in Fällen eingegriffen, in denen Händler auf ihre eigene politische Position oder Kampagne gesetzt haben. Genau deshalb ist der aktuelle Fall relevant für die Frage, wie regulierte Marktplätze ihre Kontrollen aufbauen müssen. Zur breiteren Debatte gehört auch der Streit um Kalshi-Trades, in dem die Aufsichtsbehörde die Grenzen ihrer Aufsicht über prediction markets verteidigt.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Nutzer zeigt dieser Fall, wie schnell ein reguliertes Marktmodell unter Druck geraten kann, wenn sensibler Informationszugang und Handel eng beieinanderliegen. Auch außerhalb der USA ist das relevant, weil ähnliche Plattformen im Kryptosektor zunehmend nachweisen müssen, dass ihre Surveillance, Employer Checks und Compliance nicht nur auf dem Papier existieren. In einem Markt, in dem Vertrauen und Marktintegrität im Mittelpunkt stehen, dürfte ein solcher Fall mitentscheiden, wie Aufseher auf neue Handelsprodukte blicken.