CFTC warnt Prediction Markets vor zu breiten Vertragsvorlagen
Die Aufsichtsbehörde nimmt Kalshi, Coinbase, Polymarket und Crypto.com ins Visier und verlangt pro Event Contract mehr Details zu Settlement, Daten und Compliance.

Wichtigste Erkenntnisse
- Die CFTC warnt Prediction Markets erneut vor breiten, generischen Vertragstemplates und nimmt dabei unter anderem Kalshi, Coinbase, Polymarket und Crypto.com ins Visier.
- Nach Ansicht der Aufsichtsbehörde müssen Vertragsvarianten separat ausgearbeitet werden, damit Settlement, Datenquellen und die Einhaltung der Regeln sauber geprüft werden können.
- Die Warnung zeigt, dass Compliance und Dokumentation für schnell wachsende Event Contracts im Kryptosektor weiter entscheidend bleiben.
Die amerikanische Commodity Futures Trading Commission (CFTC) hat am Freitag erneut klargestellt, dass Prediction Markets keine breit angelegten, generischen Verträge einreichen sollten, als ließe sich ein einziges Template auf alle Fälle anwenden. Mit der Warnung adressiert die Behörde unter anderem Kalshi, Coinbase, Polymarket und Crypto.com, die Event Contracts anbieten und nach Einschätzung der CFTC bei der Self-Certification teils zu pauschal vorgehen.
Breite Templates unter Beschuss
Nach Angaben der Aufsichtsbehörde self-certifyen mehrere designated contract markets Event Contracts weiterhin auf Basis sehr allgemeiner Vorlagen, ohne die jeweiligen Bedingungen, die zugrunde liegende Commodity und die Compliance für jede Variante ausreichend zu konkretisieren. Die CFTC betonte ausdrücklich, dass „broad, template-style certifications should not be submitted“, und verwies darauf, dass sie Unternehmen bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate auf dieses Problem hinweisen müsse.
Der Einwand ist vor allem verfahrensrechtlicher Natur, hat aber klare praktische Folgen: Wenn pro Vertragsvariante nicht alle Informationen, Begründungen und Analysen vorliegen, kann die Aufsicht Settlement Methodology, verwendete Data Sources und die Einhaltung der Core Principles nur eingeschränkt prüfen. Damit erhöht die CFTC den Druck auf ein Marktsegment, das zwar schnell wächst, aber weiterhin nach einem belastbaren Gleichgewicht zwischen Produktentwicklung und Regulierung sucht.
Mehr Druck auf Prediction Markets
Die aktuelle Warnung fügt sich in einen breiteren Kurs ein, mit dem die CFTC ihre Rolle in Prediction Markets deutlich stärker betont. Zuvor hatte die Behörde auch Klagen gegen Bundesstaaten wie Arizona, Connecticut und Illinois eingereicht, um zu verhindern, dass diese zusätzliche Regeln für bei der CFTC registrierte Exchanges durchsetzen.
Für europäische Krypto-Leser ist das relevant, weil Prediction Markets zunehmend mit dem breiteren Kryptosektor zusammenwachsen, sowohl auf Nutzer- als auch auf Plattformseite. Kalshi erweitert sein Angebot zudem weiter, unter anderem über eine Zusammenarbeit mit Coinbase für US-Kunden, wodurch die Grenze zwischen Krypto-Exchanges und eventbasiertem Trading noch etwas unschärfer wird. Auch der Rechtsstreit um Kalshi zeigt, wie kontrovers die Debatte über Aufsicht und staatliche Eingriffe inzwischen geführt wird.
Compliance bleibt entscheidend
Schon zuvor hatte die CFTC vor dem Missbrauch nicht öffentlicher Informationen und vor Betrug in Prediction Markets gewarnt. Die neue Advisory macht deutlich, dass die Behörde nicht nur Marktmissbrauch im Blick hat, sondern auch die Art und Weise, wie Produkte überhaupt eingereicht und bewertet werden.
Für Kryptounternehmen, die mit Event Contracts arbeiten, ist das ein klarer Hinweis: Compliance und Dokumentation bleiben zentral. Gerade bei Produkten, die sich schnell skalieren lassen, dürfte ein zu generischer Ansatz aus Sicht der Aufsicht rasch mit den Regeln kollidieren.