China erweitert digitales Yuan-Netzwerk um acht Banken
Die PBOC bindet den e-CNY weiter an das Bankensystem an; neue Akteure wie Ping An Bank und Bank of Shanghai müssen zunächst technisch live gehen.

Wichtigste Erkenntnisse
- China hat die Zahl der Banken im digitalen Yuan-Netzwerk in diesem Jahr durch die Aufnahme von acht neuen Instituten auf 30 verdreifacht.
- Neue Teilnehmer wie Ping An Bank und Bank of Shanghai sind an das e-CNY-System angebunden, müssen ihre Vorbereitungen aber zunächst abschließen.
- Die PBOC meldete bis November 2025 3,48 Milliarden Transaktionen im Wert von 16,7 Billionen Yuan.
China hat die Zahl der Banken im digitalen Yuan-Netzwerk in diesem Jahr auf 30 verdreifacht, nachdem die Zentralbank diese Woche acht neue Institute hinzugefügt hat. Damit wächst die Reichweite des e-CNY weiter, auch wenn die neuen Banken zunächst noch ihre operativen und technischen Vorbereitungen abschließen müssen, bevor sie Dienste anbieten können.
Neue Banken angeschlossen
Zu den neuen Teilnehmern gehören Ping An Bank, Hengfeng Bank, Bank of Shanghai und Bank of Hangzhou. Sie sind inzwischen mit dem zentralen e-CNY-System verbunden, doch die Kundendienste gehen erst live, sobald die Implementierung abgeschlossen ist. Es handelt sich um die zweite Erweiterungsrunde in diesem Jahr: Im April fügte die People’s Bank of China bereits 12 Institute hinzu, womit die Gesamtzahl damals auf 22 stieg.
Das Wachstum passt zum zweistufigen Modell des digitalen Yuan. Die Zentralbank betreibt das Kernsystem, während autorisierte Banken die Kundenschicht übernehmen. Über diese Banken können Nutzer persönliche und geschäftliche Wallets eröffnen, digitalen Yuan umtauschen, Zahlungen abwickeln und Anti-Money-Laundering-Kontrollen durchführen.
Mehr als nur Vertrieb
Die Erweiterung folgt auf eine breitere Überarbeitung, die am 1. Januar in Kraft trat. Seitdem werden digitale Yuan-Salden in kommerziellen Bank-Wallets als Deposit Liabilities behandelt, wodurch Banken Zinsen zahlen müssen und diese Guthaben in ihr normales Asset-Liability-Management einbeziehen müssen. Damit ist der e-CNY für Banken mehr als nur ein Vertriebskanal; er betrifft auch ihr Bilanzmanagement.
Warum das relevant ist
Für europäische Krypto-Beobachter ist das vor allem relevant, weil China den digitalen Yuan immer stärker in das reguläre Bankensystem einbettet, statt ihn als separates Experiment zu behandeln. Die PBOC meldete, dass bis November 2025 bereits 3,48 Milliarden Transaktionen im Wert von 16,7 Billionen Yuan verarbeitet wurden, rund 2,5 Billionen Dollar (2,2 Billionen Euro). Das unterstreicht, wie groß die operative Skalierung inzwischen ist, auch wenn die Zentralbank weiterhin klar die Kontrolle behält.
Chinas Ansatz steht nicht allein: Auch anderswo testen Zentralbanken und Aufseher, wie digitale Währungen und tokenisierte Finanzprodukte in bestehende Bankstrukturen passen. So arbeitet die Bank of Korea mit neun Banken an einem Live-CBDC-Pilotprojekt mit echten Transaktionen.