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Citadel rechnet mit Fed-Zinserhöhung, Bitcoin bleibt abwartend

Citadel liegt mit seiner Einschätzung gegen den Marktkonsens und sieht die Chance auf weitere 25 Basispunkte, während Bitcoin um die 64.000 $ weiter auf den Fed-Zinskurs und höhere Treasury yields reagiert.

Citadel rechnet mit Fed-Zinserhöhung, Bitcoin bleibt abwartend

Wichtigste Erkenntnisse

  • Citadel erwartet, dass die Federal Reserve am Mittwoch den Leitzins um 25 Basispunkte auf 3,75% bis 4% anhebt.
  • Der Markt rechnet vor allem mit einem Hold, auch wenn die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung laut CME FedWatch auf 35,8% gestiegen ist.
  • Bitcoin fiel von fast 67.000 $ auf knapp unter 64.000 $, während höhere Zinsen und Treasury yields Krypto normalerweise unter Druck setzen.

Citadel sorgt mit seiner Erwartung einer Zinserhöhung der Federal Reserve um 25 Basispunkte am Mittwoch für Gegenwind am Markt, während der breitere Konsens eher auf einen Hold hindeutet. Für Bitcoin und den übrigen Kryptomarkt kommt das in einer Phase, in der der Kurs bereits an Dynamik verloren hat und Anleger den weiteren Zinspfad der Fed besonders genau verfolgen.

Abweichende Einschätzung von Citadel

Citadel, einer der größten Hedgefonds in den USA mit 67 $ Milliarden (58,9 € Milliarden) an verwaltetem Vermögen, rechnet damit, dass die Fed den Leitzins noch heute auf eine Spanne von 3,75% bis 4% anhebt. Damit steht der Fonds deutlich gegen die Erwartungen vieler Analysten aus dem Krypto- und klassischen Finanzmarkt, darunter Kraken-Ökonom Thomas Perfumo, der davon ausgeht, dass die Juli-Sitzung am ehesten ohne Zinsänderung endet.

Gerade dieser Widerspruch macht den anstehenden Zinsentscheid besonders relevant. Das CME-Group-FedWatch-Tool zeigt inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von 35,8% für eine Zinserhöhung, nach 25,7% vor einer Woche. Ein Zinsschritt ist damit nicht vom Tisch, der Markt positioniert sich aber weiterhin vor allem für das Basisszenario eines Holds.

Warum das Timing zählt

Nach Einschätzung von Citadel geht es bei der Debatte nicht nur um die Makrodaten selbst, sondern vor allem um den Zeitpunkt, an dem die Fed handelt. Der Fonds argumentiert, dass ein überraschender Schritt jetzt die Phase der Forward Guidance unterbrechen könnte, in der Zentralbanken ihre geldpolitischen Änderungen im Voraus ankündigen und sich die Märkte entsprechend darauf einstellen.

Dieser Punkt wird schon länger diskutiert, weil Forward Guidance die Marktreaktion verzerren kann und Preise mitunter stärker von Erwartungen als von den eigentlichen Daten getrieben werden. Citadel hält deshalb einen überraschenden Schritt am Mittwoch für informativer als eine ähnliche Entscheidung im September, wenn eine Zinserhöhung aus Marktsicht bereits weitgehend eingepreist wäre.

Was das für Bitcoin bedeutet

Für Bitcoin ist der Zeitpunkt besonders wichtig, weil der Kurs seit letztem Mittwoch von fast 67.000 $ (58.900 €) auf knapp unter 64.000 $ (56.300 €) zurückgegangen ist. Eine unerwartete Zinserhöhung könnte die ohnehin steigenden Treasury yields weiter nach oben treiben, was für risikoreichere Anlagen wie Krypto in der Regel zusätzlichen Druck bedeutet.

Hinzu kommt, dass Citadel auch auf steigende Ölpreise und Spannungen im Nahen Osten als weiteren Inflationsfaktor verweist. Für europäische Krypto-Nutzer ist das vor allem deshalb relevant, weil es zeigt, wie eng Bitcoin weiterhin mit der US-Geldpolitik verbunden bleibt, selbst wenn die Impulse nicht direkt aus dem Kryptosektor kommen. In einem separaten Beitrag zur gleichen geldpolitischen Sitzung wurde bereits deutlich, dass der Markt beim Fed-Bescheid gespalten ist und die Auswirkungen der Zinserwartungen auf Bitcoin im Mittelpunkt stehen.


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