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Fed-Entscheid setzt Bitcoin wegen Zinserwartungen unter Druck

Ökonomen rechnen mit einem Zins-Hold, doch Futures preisen weiter eine Chance auf eine Anhebung ein. Der Ton von Kevin Warsh könnte Bitcoin und andere risikoreiche Anlagen zusätzlich bewegen.

Fed-Entscheid setzt Bitcoin wegen Zinserwartungen unter Druck

Wichtigste Erkenntnisse

  • Die Federal Reserve entscheidet am Mittwoch über die Zinsen. Ökonomen erwarten überwiegend einen Hold, während Trader inzwischen eine Chance auf eine Anhebung einpreisen.
  • Bitcoin notierte am Montag bei rund 64.915 $ und bleibt damit anfällig für den Zinsentscheid, die Kommunikation der Fed und den Ton von Vorsitzendem Kevin Warsh.
  • Steigende Anleiherenditen und neue Inflationssorgen erhöhen den Druck auf riskante Anlagen. Dadurch dürfte Bitcoin im Vergleich zu sicheren Papieren weniger attraktiv wirken.

Die Federal Reserve entscheidet am Mittwoch über die Zinsen. Für den Kryptomarkt ist vor allem interessant, dass Ökonomen und Trader derzeit deutlich unterschiedlich auf den Termin blicken. Während fast alle Ökonomen mit einem Hold rechnen, preist der Futures-Markt inzwischen eine spürbare Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung ein. Bitcoin lag am Montag bei rund 64.915 $ (57.100 €), etwas über dem Vortagesniveau, bleibt aber anfällig für Überraschungen aus Washington.

Ökonomen und Trader liegen auseinander

Nach dem Konsens von FactSet dürfte der Leitzins bei 3,50% bis 3,75% bleiben. Diese Spanne ist seit vier Sitzungen unverändert. Reuters befragte Mitte Juli 104 Ökonomen, und keiner von ihnen rechnete mit einer Änderung. 78 der Befragten gehen zudem davon aus, dass die Fed auch bis einschließlich Dezember an ihrem Kurs festhält.

Am Markt sieht das Bild anders aus. Fed funds futures hatten vor einer Woche noch eine Wahrscheinlichkeit von 13% für eine Zinserhöhung eingepreist. Am Freitag stieg dieser Wert auf 38%, aktuell liegt er bei rund 36%. Das ist relevant, weil Futures nicht nur das wahrscheinlichste Szenario abbilden, sondern auch weniger wahrscheinliche Entwicklungen mit einpreisen.

Zusätzliche Unsicherheit entsteht dadurch, dass Vorsitzender Kevin Warsh bislang nur wenig über den weiteren Zinskurs erkennen lässt. Neue Projektionen veröffentlicht die Fed in dieser Woche ebenfalls nicht. Entsprechend dürften Trader vor allem auf die Formulierungen des Beschlusses und die anschließende Pressekonferenz achten.

Warum Bitcoin mitzieht

Für Bitcoin ist das mehr als nur ein entferntes Makrothema. Die Geldpolitik der Fed wirkt über die Opportunitätskosten riskanter Anlagen, über die Liquidität am Markt und über die Stärke des US-Dollars. Wenn sichere Anleihen mehr Rendite abwerfen, verliert ein Asset wie Bitcoin im relativen Vergleich an Attraktivität, vor allem in einem ohnehin volatilen Krypto-Umfeld.

Wie sensibel der Markt reagiert, zeigt auch der Abstand zum Rekordhoch: Bitcoin liegt weiterhin rund 49% unter dem Allzeithoch von 126.080 $ (110.800 €), das im Oktober 2025 erreicht wurde. Gleichzeitig verschärft sich das Umfeld durch den breiteren Markt. Höhere Ölpreise, neue Importzölle und steigende Treasury-Renditen haben die Inflationssorgen wieder stärker in den Vordergrund gerückt. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe schloss am Freitag bei 4,69% und damit auf dem höchsten Stand seit Januar 2025, während die 2-jährige Rendite bei 4,33% endete. Das passt zu einem Markt, der bereits mit mehr Druck vonseiten der Fed rechnet. Auch der Anleihemarkt preist eine mögliche Straffung schon länger ein, wie in dieser Analyse des Rentenmarkts erläutert wurde.

Fokus auf den Ton von Warsh

Sollte die Fed am Mittwoch tatsächlich unverändert bleiben, rückt schnell die Kommunikation in den Mittelpunkt. Warsh spricht 30 Minuten nach dem Beschluss, und gerade sein Ton dürfte für die Märkte wichtiger sein als das Abstimmungsergebnis selbst. Für europäische Krypto-Anleger ist das relevant, weil eine unerwartete Wende in der US-Geldpolitik nicht nur Aktien und Anleihen bewegen kann, sondern auch die Preisbildung von Bitcoin und anderen risikoreichen Anlagen.


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