Clarity Act soll ein neues FTX-Desaster in den USA verhindern
Das Gesetz soll Regeln für Exchanges, Broker und Custody im Vorfeld festlegen, mit Fokus auf die Trennung von Kundengeldern und Insolvenzschutz nach dem FTX-Crash.

Wichtigste Erkenntnisse
- Laut der Blockchain Association kann die US-amerikanische Clarity Act die Lücken im Kundenschutz schließen, die nach dem Zusammenbruch von FTX sichtbar wurden.
- Das Gesetz soll Regeln für Registrierung, Aufsicht, Custody, Segregation von Kundengeldern, Disclosure, Marktintegrität und Insolvenzabwicklung festlegen.
- Der Vorschlag klärt auch die Aufgabenverteilung zwischen SEC und CFTC und enthält Maßnahmen gegen Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und Sanktionsumgehung.
Die US-amerikanische Clarity Act soll nach Einschätzung der Blockchain Association verhindern, dass sich die Schwächen beim Schutz von Kryptokunden wiederholen, wie sie nach dem Zusammenbruch von FTX sichtbar wurden. Der Entwurf zielt nicht nur auf eine klarere Marktstruktur ab, sondern legt auch im Voraus fest, wie Exchanges, Broker, Dealer und Custodians mit Kundengeldern, Disclosure und Aufsicht umgehen sollen.
Schutz vor einer Krise
Summer Mersinger, CEO der Blockchain Association, sagt, viele Verbraucher hätten nach dem FTX-Kollaps nicht genau gewusst, wo ihre Assets lagen, ob sie vom Vermögen der Plattform getrennt waren und was im Fall einer Insolvenz passieren würde. Aus ihrer Sicht griffen Aufsichtsbehörden und Insolvenzgerichte erst ein, als der Schaden bereits entstanden war.
Die Clarity Act soll dieses Muster durchbrechen, indem sie bundesweit einheitliche Regeln für Anbieter schafft, über die Verbraucher Krypto kaufen, verkaufen und verwahren. In dem derzeit diskutierten Text geht es unter anderem um Registrierung, Aufsicht, Custody, Segregation von Kundengeldern, Marktintegrität, Interessenkonflikte, Betrugsprävention und die Behandlung im Insolvenzfall.
Was das Gesetz regeln soll
Der Entwurf würde digitale Asset-Intermediäre verpflichten, Kapital- und Risikomanagementstandards einzuhalten, Aufzeichnungen zu führen und wesentliche Informationen für Retail-Kunden in verständlicher Sprache offenzulegen. Zudem sollen Unternehmen Märkte überwachen, Irreführung und Manipulation verhindern und Vorgaben zu Marketing, Aufsicht und Fair Pricing einhalten.
Ein zentraler Punkt des Vorschlags betrifft den Fall, dass eine Plattform scheitert. Kunden sollen im Vorfeld wissen, ob ihre Assets getrennt verwahrt werden, ob ein Unternehmen diese Gelder nutzen darf und wie sie im Insolvenzfall behandelt werden. Für registrierte Anbieter soll der Schutz von Kunden-Assets außerdem ausdrücklich festgeschrieben werden, damit diese Fragen nicht erst in einem Insolvenzverfahren geklärt werden müssen.
Das Gesetz ist Teil eines breiteren Vorhabens, die Zuständigkeiten von SEC und CFTC klarer voneinander abzugrenzen. Die im Mai 2025 eingebrachte CLARITY Act teilt digitale Assets in digitale Commodities, Investment Contracts und Payment Stablecoins ein, wobei die Aufsicht je nach Kategorie zwischen CFTC, SEC und Bankenaufsicht wechselt. Darüber hinaus enthält der Vorschlag Maßnahmen gegen illegale Geldflüsse, darunter einen Sanktionsrahmen für zentrale Intermediäre sowie zusätzliche Instrumente für Ermittlungsbehörden gegen Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und Sanktionsumgehung.
Bedeutung für Europa
Für europäische Kryptonutzer ist das relevant, weil die USA mit der Clarity Act einen deutlich strengeren Rahmen für Exchanges, Broker und Custody schaffen wollen. Das könnte beeinflussen, wie große internationale Krypto-Unternehmen ihre Compliance und Produktstruktur auch außerhalb des US-Markts aufsetzen. Zugleich zeigt der Entwurf, dass Gesetzgeber Krypto nicht nur als Handelsmarkt betrachten, sondern auch als Infrastruktur, bei der Kundenschutz und Durchsetzung von Beginn an mitgedacht werden müssen.