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Polymarket drückt Clarity Act wegen Senatspause auf Rekordtief

Polymarket beziffert die Chance auf eine Verabschiedung in diesem Jahr inzwischen auf 32 %, während im Senat vor allem die Ethik-Klausel und die Unterstützung der Demokraten fehlen.

Polymarket drückt Clarity Act wegen Senatspause auf Rekordtief

Wichtigste Erkenntnisse

  • Auf Polymarket ist die Chance, dass die Clarity Act noch dieses Jahr Gesetz wird, auf 32 % gefallen, den niedrigsten Stand überhaupt.
  • Der Rückgang hängt mit einem vollen Senatskalender, ausbleibendem Durchbruch beim Text und Sorgen über parteiübergreifende Unterstützung zusammen.
  • Eine Ethik-Klausel bleibt das größte Hindernis, während die Sommerpause die Zeit für eine Verabschiedung weiter verkürzt.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Clarity Act noch in diesem Jahr verabschiedet wird, ist auf Polymarket auf ein neues Tief gefallen. Das unterstreicht, wie offen die Lage für die amerikanische Krypto-Gesetzgebung weiterhin ist, während der Senat beim Entwurf bislang keinen entscheidenden Fortschritt erzielt hat.

Die Chance sinkt weiter

Am Freitag lag die von Polymarket gehandelte Wahrscheinlichkeit nur noch bei 32 %, dass das Gesetz bis zum 31. Dezember 2026 durchkommt. Damit liegt der Wert rund 30 Prozentpunkte unter dem Startniveau vom 11. Januar. Am 19. Februar stand die Wahrscheinlichkeit noch bei 82 %, seither hat sich die Stimmung jedoch schrittweise eingetrübt.

Der Rückgang dürfte vor allem mit dem dichten Gesetzgebungsprogramm im Senat zusammenhängen. Hinzu kommen Zweifel daran, ob es für den weiteren Verlauf genügend parteiübergreifende Unterstützung gibt. Anfang des Monats arbeiteten Abgeordnete noch an einer überarbeiteten Fassung des Textes, die in der darauffolgenden Woche veröffentlicht werden sollte. Eine Zustimmung der Demokraten lag zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht vor.

Ethik bleibt das größte Hindernis

Ein zentraler Streitpunkt bleibt die Ethik-Regelung. Senator Ruben Gallego hat mehrfach klargemacht, dass er dem Gesetz im Senat nicht zustimmen wird, solange keine parteiübergreifende Ethik-Klausel enthalten ist. Auch andere Demokraten haben Bedenken wegen möglicher Interessenkonflikte im Zusammenhang mit Amtsträgern und digitalen Assets geäußert.

Nach einem Treffen im Weißen Haus am Donnerstag gab es am Freitag weder ein öffentliches Update noch einen erkennbaren Durchbruch bei diesem Punkt. Präsident Donald Trump soll sich in dieser Woche zuvor mit Republikanern im Senat über den Gesetzentwurf austauschen wollen, eine offizielle Rückmeldung dazu blieb jedoch ebenfalls aus.

Warum das relevant ist

Die Clarity Act soll in den USA einen bundesweiten Rahmen für digitale Assets schaffen und die Zuständigkeiten von SEC und CFTC klarer voneinander abgrenzen. Vorgesehen ist eine grobe Einteilung in drei Kategorien: digitale Commodities, Investment-Contract-Assets und zulässige Stablecoins für Zahlungen. Für europäische Krypto-Beobachter ist das relevant, weil US-Regeln oft den Maßstab dafür setzen, wie große Krypto-Unternehmen ihre Produkte, Listings und Compliance strukturieren.

Bei einer Anhörung im Repräsentantenhaus machten Branchenvertreter am Freitag erneut deutlich, warum sie diese Klarheit für wichtig halten. Nova Labs verwies darauf, dass Unsicherheit Investitionen in das Helium-Netzwerk gebremst habe. Bullish argumentierte, Unternehmen bräuchten einen klaren Rechtsrahmen, um unter US-Aufsicht zu bleiben, statt ins Ausland auszuweichen. Mit der nahenden Sommerpause des Kongresses dürfte die Zeit, das Gesetz noch in diesem Jahr durch beide Kammern zu bringen, immer knapper werden. Der politische Druck rund um den Entwurf hat in den vergangenen Wochen weiter zugenommen, auch weil Trumps Krypto-Einnahmen die Debatte über Ethik und Interessenkonflikte zusätzlich verschärft haben.


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