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Trumps Krypto-Einnahmen setzen die Clarity Act unter Druck

Demokratische Senatoren wollen das Gesetz zur Marktstruktur mit strengeren Ethikregeln verknüpfen, während Trumps Krypto-Einnahmen die Debatte in Washington prägen. Die Clarity Act soll festlegen, wie SEC und CFTC die Aufsicht aufteilen.

Trumps Krypto-Einnahmen setzen die Clarity Act unter Druck

Wichtigste Erkenntnisse

  • Trumps Meldung über rund 1,4 $ Milliarden zusätzliches Vermögen aus Krypto dominiert die Debatte über die US-Clarity Act.
  • Demokratische Senatoren wollen strengere Ethikregeln, darunter Verbote für Präsidenten und ihre Familien, digitale Assets zu halten oder auszugeben.
  • Die Clarity Act soll die Zuständigkeiten von SEC und CFTC abgrenzen, aber im Senat sind Demokraten-Stimmen nötig, um die erforderlichen 60 Stimmen zu erreichen.

Präsident Donald Trumps Mitteilung, sein Vermögen sei durch Krypto um rund 1,4 $ Milliarden (1,2 € Milliarden) gestiegen, hat die Diskussionen in Washington über die US-amerikanische Clarity Act zusätzlich verschärft. Demokratische Senatoren wollen das Marktstrukturgesetz nicht nur als Rahmen für den Kryptosektor verstanden wissen, sondern auch als Instrument, das klare ethische Leitplanken für Spitzenpolitiker setzt, die selbst Berührungspunkte mit der Branche haben.

Ethik wird zum Hauptthema

Nach einem Briefing für demokratische Senatsbüros drängten Ethik- und Anti-Korruptions-Aktivisten in der vergangenen Woche darauf, dass Trump nicht weiter von der Branche profitieren sollte. Ihr Ziel ist es, den Ethikteil der Digital Asset Market Clarity Act über den Präsidenten hinaus auszuweiten und auch Familienmitglieder einzubeziehen. Vorgesehen sind dabei Verbote für den Besitz sowie strengere Meldepflichten.

Senatorin Kirsten Gillibrand verwies darauf, dass Trumps größte einzelne Einnahmequelle im Jahr 2025, 636 $ Millionen (557 € Millionen), aus der Ausgabe des Memecoins stammte, der seinen Namen trug. Sie und weitere Demokraten wollen nach eigener Darstellung erreichen, dass Präsidenten keine digitalen Assets ausgeben oder bewerben dürfen. Gillibrand sagte, Selbstbereicherung dürfe nicht das untergraben, was aus ihrer Sicht eigentlich eine Chance sei, Verbraucher besser zu schützen und illegale Geldströme wirksamer zu bekämpfen.

Großes Gesetz, viel auf dem Spiel

Die Clarity Act ist weit mehr als ein symbolischer Entwurf. Im Kern soll das Gesetz festlegen, wann ein digitales Asset unter die Zuständigkeit der SEC fällt und wann die CFTC zuständig ist. Hinzu kommen Verbraucherschutzregeln, etwa zur Trennung von Kundengeldern durch Verwahrer. Für Marktteilnehmer ist das relevant, weil die US-Aufsichtsstruktur seit Jahren für Unsicherheit sorgt.

Im Juli 2025 erhielt der Entwurf im Repräsentantenhaus bereits breite Unterstützung mit 294 zu 134 Stimmen. Im Senat ist die Hürde höher: Für eine Verabschiedung sind auch Stimmen aus dem demokratischen Lager nötig, um die erforderlichen 60 Stimmen zu erreichen. Genau an diesem Punkt geraten nun die Ethikbestimmungen ins Stocken.

Bedeutung für europäische Leser und US-Regeln

Für europäische Krypto-Leser ist das vor allem deshalb relevant, weil die USA bei großen Regeln zur Marktstruktur weiterhin den Ton angeben. Wenn Washington strengere Standards mit Marktzugang und Aufsicht verknüpft, könnte das auch beeinflussen, wie internationale Kryptofirmen ihre Governance, ihre Offenlegung und ihren Umgang mit politischen Interessen ausgestalten. Die Debatte zeigt zudem, dass es bei der Krypto-Regulierung in den USA nicht mehr nur um Aufsicht geht, sondern zunehmend auch um Integrität und mögliche Interessenkonflikte.

Am Montag kündigten mehrere demokratische Senatoren eine Pressekonferenz an, um ihren Widerstand gegen die Clarity Act zu erläutern. Senator Chris Murphy schließt sich ihnen an, ebenso Chris Van Hollen und Jeff Merkley, die das Gesetz als nicht streng genug gegenüber dem sehen, was sie als Trumps korrupte Krypto-Konstrukte bezeichnen. Auf republikanischer Seite äußerte sich Senatorin Cynthia Lummis dagegen positiv, während ein Krypto-Berater des Weißen Hauses am Montag von einer entscheidenden Woche für das Gesetz sprach. Die politische Spannung rund um den Entwurf ist schon länger sichtbar: Die Clarity Act nähert sich seit Tagen einem entscheidenden Moment im Senat, wobei die Ethikbestimmungen eines der größten Hindernisse bleiben.


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