Coinbase rutscht nach Gewinnrückgang und Umsatzverfehlung im Q2 ab
Der Umsatz blieb unter den Erwartungen, während Coinbase im Krypto-Handel Marktanteile gewann und mehr Einnahmen aus Abos, Derivaten und Prediction Markets erzielte.

Wichtigste Erkenntnisse
- Coinbase meldete im zweiten Quartal einen Nettoverlust von 359,5 Millionen US-Dollar bei einem Umsatz von 1,22 Milliarden US-Dollar und blieb damit unter den Erwartungen von Wall Street.
- Die COIN-Aktie fiel nachbörslich um 5,44 % auf 154,68 US-Dollar, nachdem sie im regulären Handel noch im Plus gelegen hatte.
- Coinbase erzielte höhere Einnahmen außerhalb des Spot-Handels, während das bereinigte EBITDA mit 207,8 Millionen US-Dollar positiv blieb und der Marktanteil im Krypto-Handel stieg.
Coinbase ist im zweiten Quartal trotz eines Rekord-Marktanteils im Kryptohandel wieder in die Verlustzone gerutscht. Die Krypto-exchange meldete einen Nettoverlust von 359,5 Millionen US-Dollar bei einem Umsatz von 1,22 Milliarden US-Dollar (1,1 Milliarden Euro) und verfehlte damit die Erwartungen von Wall Street. Die Reaktion am Markt ließ nicht lange auf sich warten: Im nachbörslichen Handel verlor die COIN-Aktie 5,44 % und fiel auf 154,68 US-Dollar (135 Euro).
Umsatz bleibt unter den Erwartungen
Für Anleger wog die verfehlte Umsatzprognose schwerer als die starke Marktposition von Coinbase. Im regulären Handel lag die Aktie zunächst noch 2,18 % im Plus bei 163,58 US-Dollar (143 Euro), doch diese Zugewinne waren nach der Zahlenvorlage schnell wieder dahin. Der Markt fokussierte sich vor allem auf die schwächere Topline und weniger darauf, dass Coinbase im Quartal trotzdem einen Rekord-Marktanteil im Krypto-Handel erreicht hat.
Damit stand bereits das dritte Quartal in Folge mit einem Verlust zu Buche, auch wenn sich die roten Zahlen jeweils verringerten. Im vierten Quartal 2025 hatte Coinbase noch 666,7 Millionen US-Dollar (581 Millionen Euro) verloren, im ersten Quartal waren es 394,1 Millionen US-Dollar (343 Millionen Euro). Der verwässerte Verlust je Aktie lag bei 1,36 US-Dollar (1,19 Euro), während die Transaction Revenue 599,2 Millionen US-Dollar (522 Millionen Euro) erreichte.
Mehr Einnahmen außerhalb des Spot-Handels
Beim Umsatzmix verschiebt sich Coinbase weiter weg vom reinen Bitcoin-Spot-Handel. Die Subscription and Services Revenue belief sich auf 555,1 Millionen US-Dollar (484 Millionen Euro) und machte 48 % der Net Revenue aus, nach 29 % im vierten Quartal 2024. Zudem erklärte Coinbase, dass inzwischen 88 % der Net Revenue aus anderen Quellen als dem Bitcoin-Spot-Handel stammen.
Diese Entwicklung passt zu einem Kryptomarkt, der sich im zweiten Quartal 2026 vor allem seitwärts bewegt hat. Bitcoin pendelte in einer engen Spanne mit niedriger Volatilität, während Ethereum-Spot-ETFs Nettozuflüsse verzeichneten und Bitcoin-Fonds Abflüsse sahen. Das spricht dafür, dass sich das Anlegerinteresse im Markt breiter verschieben kann und nicht nur auf die größte Kryptowährung konzentriert bleibt.
Kosten und Wachstum bleiben im Blick
Das bereinigte EBITDA blieb mit 207,8 Millionen US-Dollar (181 Millionen Euro) zwar klar positiv und damit zum 14. Quartal in Folge über null, lag aber unter den 303,3 Millionen US-Dollar (264 Millionen Euro) aus dem Vorquartal. Zusätzlich verbuchte Coinbase 52,4 Millionen US-Dollar (45,7 Millionen Euro) an Restrukturierungskosten, nachdem das Unternehmen Anfang des Jahres 700 Stellen gestrichen hatte. Citi hatte sein Kursziel bereits Tage vor der Veröffentlichung der Zahlen um 41 % gesenkt.
Auf der Wachstumsseite stachen vor allem die Derivate und die Prediction Markets hervor. Der Marktanteil im Krypto-Handel stieg auf 10,3 % nach 9,1 % im ersten Quartal, während der Marktanteil im Derivatehandel erneut einen Rekord erreichte. Besonders dynamisch entwickelten sich die Prediction Markets: Kontrakte und Umsatz verdoppelten sich mehr als, das Quartalswachstum lag bei 106 %, und das Geschäft überschritt die Marke von 100 Millionen US-Dollar (87,1 Millionen Euro) an annualisiertem Umsatz.
Gleichzeitig senkte Coinbase seine angepasste Ausgabenprognose für 2026. Das Unternehmen rechnet nun mit GAAP Technology, Administrative and Marketing Costs zwischen 4,34 Milliarden US-Dollar (3,8 Milliarden Euro) und 4,6 Milliarden US-Dollar (4 Milliarden Euro). Laut CFO Alesia Haas bleiben die Fundamentaldaten robust, doch die Marktreaktion zeigt, dass Anleger vorerst vor allem auf Umsatzwachstum und Profitabilität in einem weiterhin volatilen Kryptomarkt achten.