Finst

Coinbase erhält CFTC-Genehmigung für eigenes Clearing

Coinbase kann nun vollständig besicherte Derivate über Coinbase Clearing selbst abwickeln, mit USDC als Sicherheit. Die CFTC-Genehmigung stärkt die regulierte Infrastruktur des Unternehmens in den USA.

Coinbase erhält CFTC-Genehmigung für eigenes Clearing

Wichtigste Erkenntnisse

  • Coinbase hat von der US-CFTC die Genehmigung für Coinbase Clearing erhalten, die letzte Lizenz für seine eigene Derivateinfrastruktur.
  • Die neue Clearing-Organisation verarbeitet nur vollständig besicherte Kontrakte; Marginprodukte und angekündigte Perpetuals laufen weiter über bestehende Clearing-Partner.
  • Coinbase positioniert Coinbase Clearing als nativ auf USDC aufgebaut und rund um die Uhr abwickelbar, innerhalb der Regeln der CFTC.

Coinbase hat von der US-CFTC grünes Licht für Coinbase Clearing erhalten, die letzte Genehmigung im Aufbau einer eigenen Derivateinfrastruktur. Damit kann das Unternehmen bestimmte vollständig besicherte Kontrakte selbst abwickeln, aber nicht alle Derivateprodukte laufen künftig intern.

Drei Genehmigungen zusammen

Mit der neuen Genehmigung ist Coinbase Clearing LLC nun eine derivatives clearing organization, kurz DCO. Eine solche Partei verwaltet Sicherheiten und sorgt für die Abwicklung von Transaktionen. Coinbase hatte bereits zwei andere Einheiten an Bord: Coinbase Derivatives als Derivatebörse und Coinbase Financial Markets als Vermittler für den Futures-Handel.

Zusammen bilden diese drei Genehmigungen den regulierten Weg für eine Derivatetransaktion. Die Handelsplattform bringt Käufer und Verkäufer zusammen, der Broker verschafft Zugang zum Markt und die Clearing-Organisation verarbeitet Sicherheiten und Abwicklung. Für bestimmte Kontrakte muss Coinbase dadurch nicht mehr bei jedem Schritt auf eine externe Partei setzen.

Dieser Schritt gilt allerdings nur für vollständig besicherte Kontrakte. Laut der Berichterstattung bleiben die bestehenden Marginprodukte und die angekündigten Perpetuals auf einzelne Aktien über bestehende Clearing-Partner laufen. Die Genehmigung bedeutet also nicht, dass alle Produkte von Coinbase plötzlich unter derselben Abwicklung fallen.

USDC und Abwicklung rund um die Uhr

Coinbase positioniert Coinbase Clearing als die erste Clearing-Organisation, die nativ auf USDC ausgerichtet ist. Die Stablecoin kann als Sicherheit dienen, und die Abwicklung ist laut dem Unternehmen rund um die Uhr möglich. Das unterscheidet sich von traditionellem Clearing, das meist mit Bargeld und Staatsanleihen arbeitet und an Bank- und Abwicklungszeiten gebunden ist.

Dieser Aufbau passt zu einem Markt, in dem der Handel immer häufiger außerhalb der üblichen Zeiten stattfindet. Für Coinbase könnte das bedeuten, dass neue, geeignete Produkte weniger von externen Parteien abhängig sind. Gleichzeitig sagt das noch nichts über Liquidität, Kosten oder den Erfolg künftiger Produkte aus.

Die Genehmigung zeigt auch, wie wichtig US-Aufsichtsbehörden für Krypto im Derivatemarkt bleiben. Die CFTC-Regeln bestimmen hier nicht nur, was Coinbase tun darf, sondern auch, welche Produkte noch zusätzliche Schritte brauchen, bevor sie über die eigene Infrastruktur laufen können.

Bedeutung für Europa

Für europäische Krypto-Beobachter ist vor allem relevant, dass Coinbase mehr von der Kette selbst in der Hand hat, während der tatsächliche Umfang je nach Produkt unterschiedlich bleibt. Das macht deutlich, wie stark regulierte Krypto-Derivate weiterhin von separaten Genehmigungen und vom jeweiligen Kontrakttyp abhängen. Es zeigt auch, dass Stablecoins wie USDC immer häufiger eine Rolle in der Infrastruktur rund um Handel und Abwicklung spielen.

Coinbase betont, dass ein eigenes Clearinghouse mehr Kontrolle über Produktentwicklung und die Verarbeitung geeigneter Transaktionen gibt. Das Unternehmen erwartet, dass vollständig besicherte Kontrakte direkter erstellt und abgewickelt werden können, konkrete finanzielle Auswirkungen wurden aber noch nicht genannt.

Die Ankündigung fiel zusammen mit weiteren Erweiterungen bei Coinbase, darunter eine Vertiefung der Zusammenarbeit mit Citi rund um Stablecoin-Zahlungen für institutionelle Kunden. Zuvor führte das Unternehmen auch USDC-Kredite gegen Bitcoin über Morpho und tokenisierte Aktien auf Base für Nutzer außerhalb der Vereinigten Staaten ein. Diese Initiativen stehen unabhängig von Coinbase Clearing und verändern die Produktgrenzen dieser Genehmigung nicht.

Coinbases breitere Produkterweiterung passt in einen Markt, in dem Aufsichtsbehörden und Börsen gleichzeitig an neuen Rahmenbedingungen arbeiten. So hat die SEC kürzlich einen Weg für tokenisierte Aktien geöffnet, was zeigt, dass auch andere Formen des Onchain-Handels immer näher an regulierte Infrastrukturen heranrücken.


Haftungsausschluss: Dieser Inhalt dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine finanzielle, anlagebezogene, rechtliche oder steuerliche Beratung dar. Die bereitgestellten Informationen können unvollständig, ungenau oder veraltet sein und sollten nicht als solche herangezogen werden. Nichts auf dieser Website sollte als Empfehlung zum Kauf, Verkauf oder Halten von Kryptowährungen angesehen werden. Investitionen in Krypto-Assets sind mit Verlustrisiken verbunden.