Connecticut zieht Kalshi in neuer Klage um Prediction Markets vor Gericht
Connecticut will Kalshi dazu zwingen, Sports Event Contracts zu stoppen. Der Fall erhöht den Druck auf Prediction Markets, über die auch die CFTC und mehrere Gerichte uneins sind.

Wichtigste Erkenntnisse
- Connecticut hat Kalshi erneut verklagt und will, dass das frühere Verbot von Sports Betting im Bundesstaat durchgesetzt wird.
- Kalshi sagt, Connecticut behandle das Unternehmen selektiv, während andere Prediction Markets laut der Plattform weiter aktiv bleiben dürfen.
- Der Fall ist Teil eines breiteren US-Streits über Prediction Markets, bei dem Richter und Aufseher bislang keine einheitliche Linie gezogen haben.
Connecticut hat Kalshi im wachsenden Streit um Prediction Markets in den USA erneut vor Gericht gezogen. Damit steigt der Druck auf einen Sektor, der in mehreren Bundesstaaten und Gerichten gleichzeitig darum kämpfen muss, weiter operieren zu dürfen.
Neuer Schritt von Connecticut
Der Bundesstaat lag schon länger mit Kalshi im Streit. Ende vergangenen Jahres ordnete Connecticut an, dass das Krypto-Unternehmen sein Sports Betting einstellen muss, weil diese Aktivität nach Ansicht des Bundesstaats gegen die Glücksspielregeln verstößt. Kalshi focht diese Anordnung an und verlor zunächst, ging dann aber beim Second Circuit Court of Appeals in Berufung.
Jetzt verschärft Connecticut den Fall weiter, indem es Kalshi selbst verklagt. Der Bundesstaat bittet das Gericht, die Anordnung zum Stopp des Sports Betting in Connecticut auch tatsächlich durchzusetzen. Laut Attorney General William Tong sind Sports Event Contracts nicht anders als Sports Betting und fallen nicht plötzlich aus dem Verbraucherschutzrecht des Bundesstaats heraus.
Kalshi sagt dagegen, dass Connecticut das Unternehmen selektiv angreift. Laut der Plattform dürfen andere Prediction Markets im Bundesstaat vorerst weiter aktiv bleiben. Das Unternehmen nennt das inkonsistent und sieht darin einen Beleg dafür, dass es in der Debatte nicht nur um Verbraucherschutz geht.
Richter zeichnen kein einheitliches Bild
Der Fall in Connecticut steht nicht für sich allein. In anderen Bundesstaaten fielen die Ergebnisse bereits unterschiedlich aus. Im April blockierte das Third Circuit Court of Appeals ein Verbot New Jerseys gegen Kalshi, während ein Bundesrichter in Arizona strafrechtliche Schritte gegen das Unternehmen stoppte. Gleichzeitig musste Kalshi in einigen Bundesstaaten Kunden ausschließen, während der Rechtsstreit weiterläuft.
Auch die Aufsicht spielt eine Rolle. Die Commodity Futures Trading Commission hat sich hinter Kalshi gestellt und erklärt, dass Event Contracts föderal regulierte Anlageinstrumente seien. Nach Ansicht der CFTC dürfen Bundesstaaten diese Aktivitäten nicht einfach blockieren, wenn bereits föderale Regeln gelten. Kalshi ist in den USA als Designated Contract Market registriert, was der Plattform Spielraum gibt, Event Contracts zu Themen wie Sport und Politik anzubieten.
Der breitere juristische Druck auf Prediction Markets ist schon länger sichtbar. In anderen Bundesstaaten und bei anderen Aufsehern stieß Kalshi bereits zuvor auf Widerstand, etwa im Fall über Kalshi gerät mit Bundesstaaten aneinander, während die CFTC neue Regeln vorbereitet.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Interessierte ist dieser Fall vor allem relevant, weil er zeigt, wie schnell neue Marktmodelle mit bestehenden Regeln kollidieren können. Prediction Markets liegen genau an der Schnittstelle von Krypto, Derivaten und Glücksspiel, und das macht die rechtliche Abgrenzung besonders sensibel. Wenn die US-Justiz am Ende mehr Klarheit schafft, könnte das auch Hinweise darauf geben, wie Aufseher anderswo auf solche Plattformen blicken.