CZ räumt Fehleinschätzung ein: Stablecoin-Markt wächst auf 311 Milliarden Dollar
CZ bezeichnet Stablecoins inzwischen als Kernbestandteil von Krypto. USDT und USDC dominieren den Markt, während der US-amerikanische GENIUS Act die Branche strenger einrahmt.

Wichtigste Erkenntnisse
- Changpeng Zhao räumt ein, den Stablecoin-Markt über Jahre unterschätzt zu haben. Inzwischen ist er auf mehr als 311 Milliarden Dollar angewachsen.
- Tether bleibt mit rund 184 Milliarden Dollar der größte Stablecoin, gefolgt von USDC mit etwa 77 Milliarden Dollar.
- In den USA gilt seit Juli 2025 der GENIUS Act. Er verpflichtet Stablecoin-Emittenten zu 1:1 liquiden Reserven und klaren Rückzahlungsregeln.
Changpeng Zhao, der Gründer von Binance, sagt, dass er den Stablecoin-Markt lange Zeit falsch eingeschätzt hat. Was er früher eher als Übergangslösung zwischen Krypto-Börsen gesehen hatte, ist inzwischen zu einem Markt mit einem Volumen von mehr als 311 Milliarden Dollar geworden. Damit hat CZ eine der wichtigsten Verschiebungen im Krypto-Sektor offenbar unterschätzt.
Von der Zwischenlösung zum Kernmarkt
Im Talking Tokens Podcast sprach Zhao über Entscheidungen, die er während seiner Zeit bei Binance im Rückblick anders bewertet. Stablecoins sind Krypto-Token, die an den US-Dollar gekoppelt sind und möglichst bei 1 Dollar (0,88 €) bleiben sollen. Für Trader sind sie vor allem deshalb nützlich, weil sich damit rund um die Uhr schnell Geld bewegen lässt.
Zhao erklärte, dass er Stablecoins damals als eine Art provisorische Lösung abgetan habe, um Transfers zwischen Krypto-Börsen zu erleichtern. Diese Einschätzung erwies sich als falsch. Als Binance 2017 startete, war der Sektor noch klein. Heute liegt der Markt laut den im Interview genannten Zahlen bei mehr als 311 Milliarden Dollar (273 € Milliarden).
Tether (USDT) bleibt mit rund 184 Milliarden Dollar (162 € Milliarden) der größte Anbieter und kommt damit auf fast 60 Prozent des Marktes. USDT ist damit die drittgrößte Krypto, hinter nur Bitcoin und Ethereum. Circle’s USDC folgt mit etwa 77 Milliarden Dollar (67,6 € Milliarden).
Regulierung gibt Stablecoins mehr Gewicht
Das starke Wachstum von Stablecoins fällt mit einer zunehmenden Aufmerksamkeit der Aufsichtsbehörden zusammen. In den USA wurde im Juli 2025 der GENIUS Act verabschiedet, das erste nationale Gesetz für Stablecoins. Es schreibt unter anderem vor, dass Emittenten 1:1 liquide Reserven halten und klare Regeln für Rückzahlungen einhalten müssen.
Auch jenseits der Regulierung gewinnen Stablecoins im breiteren Finanzmarkt an Bedeutung. Circle ging einige Wochen vor dem Gesetz an die New York Stock Exchange, wo die Aktie am ersten Handelstag um mehr als 160 Prozent zulegte. Das deutet darauf hin, dass Stablecoins nicht mehr nur als technisches Hilfsmittel innerhalb von Krypto wahrgenommen werden, sondern zunehmend auch als Anlageinstrumente und Zahlungsinfrastruktur. In diese Richtung weist auch die Sicht von Circle selbst, das Stablecoins immer stärker als digitale Cash einordnet.
Warum das relevant bleibt
Für europäische Krypto-Follower ist Zhaos Eingeständnis vor allem deshalb interessant, weil Stablecoins immer stärker zu einer Brücke zwischen dem Kryptomarkt und dem traditionellen Finanzsystem werden. Das Zusammenspiel aus Wachstum, strengeren Regeln und wachsendem institutionellem Interesse könnte den Sektor weiter professionalisieren. Zugleich zeigt sich daran, wie schnell sich ein Markt von einer Nische zu einem Kernbestandteil von Krypto entwickeln kann.