Spielt die SEC nicht ganz fair?
Der explosive Fall der Kryptowährungshandelsplattform Prometheum sorgt für Verwirrung und Skepsis in der Community.

Der brisante Fall der Kryptohandelsplattform Prometheum sorgt für Verwirrung und Skepsis in der Community. Worauf es ankommt.
Nach einer Hörsitzung im US-Repräsentantenhaus über die Regulierung digitaler Vermögenswerte kursiert ein Name: Prometheum. Die Rolle des bislang unbekannten Kryptounternehmens in der letzten Sitzung des Financial Services Committee wirft einige Fragen auf.
Die Versammlung war gedacht, Zeugenaussagen von Experten zum Stand der Regulierung zu hören, darunter die Meinungen des Circle-Chefs Jeremy Allaire und des Avalanche-Gründers Emir Gün Sirer. Auf Demokratischer Seite war Aaron Kaplan eingeladen, um Prometheum zu vertreten. Sein Auftreten wird von einigen Beobachtern jedoch als äußerst merkwürdig betrachtet.
Handelsplattform ohne Handel
Kaplan ist CEO von Prometheum, einer Crypto-Handelsplattform, von der offenbar noch niemand in der Branche gehört hatte. Das Unternehmen erhielt jedoch bereits 2017 eine Lizenz der SEC, wie auch auf seiner Website beworben wird. Es heißt auch, dass Prometheum eine Lösung bietet für Investitionen in "digital asset securities" – gemeinsam mit dem notwendigen "Schutz der Anleger".
Der Haken: Mit der aktuellen Lizenz kann Prometheum nicht einmal die zwei größten und beliebtesten Kryptowährungen, Bitcoin und Ether, auf der Plattform anbieten. Und übrigens: Laut der Lizenz dürfen auf der Plattform nur "Crypto-Assets" gehandelt werden. Daher müssten Krypto-Projekte ihre Token zuerst als Wertpapiere bei der SEC registrieren, bevor Prometheum sie zur Verhandlung anbietet. Derzeit ist die vermeintliche Kryptobörse also eigentlich eine Handelsplattform ohne echte Handelstätigkeit. Oder wie es ein Mitarbeiter der Rechtsabteilung von Paradigm ausdrückte: "Beitrag auf X ansehen".
Aber in der Anhörung trat Aaron Kaplan mit der Überzeugung auf, dass Prometheum einen klaren Weg der Einhaltung der Vorschriften folgte und im Einklang mit den SEC-Richtlinien stand. Wie sich während der Sitzung jedoch aus den Fragen von Rep. Mike Flood zeigte, hatte Kaplans Firma vor einigen Jahren noch Kritik an der Unklarheit der Kryptoregulierung geäußert. Woher kam diese Meinungsänderung?
Verdächtige Vergangenheit
Die Aussagen von Kaplan wecken Skepsis in der Kryptogemeinschaft. Inkonsistenzen scheinen allgegenwärtig zu sein. Gemini-Gründer Cameron Winkelvoss Beitrag auf X ansehen, der am Tag der Anhörung dem SEC-Chef Gary Gensler in einem Interview mit der Wall Street Journal sagte, dass "einige Kryptoplattformen sich registriert haben" und die aktuellen Richtlinien anerkennen würden. Meinte er Prometheum?
Es scheint auch fragwürdig, warum ausgerechnet dieses Unternehmen als Vorzeigeprojekt für Compliance in der Kryptosektor herangezogen wird. Zumal es bisher unter dem Radar geblieben ist und Coinbase oder Kraken sicherlich mehr Erfahrung aus dem täglichen Krypto-Geschehen hätten teilen können. Einige Beobachter verweisen auf unheilvolle Machenschaften im Hintergrund. Kaplan soll während seiner Aussagen den Eindruck erweckt haben, fertige Erklärungen vorgetragen zu haben. Andere Beobachter im Saal berichten, ihn mehrfach gesehen zu haben, wie der CEO Beitrag auf X ansehen.
Hier wird die Vergangenheit des Unternehmens sichtbar. Wie Matt Walsh, Partner bei CastleislandsVC, herausgefunden hat, hat Prometheum Beitrag auf X ansehen mit chinesischen Maklern zu tun gehabt, die in verschiedene Krypto-Betrugspraktiken verwickelt waren. Zudem gibt es angeblich noch eine Verbindung zu einem Versicherer, der von der SEC selbst wegen Betrugs verfolgt wird. Kaplan gehört auch zu einer Anwaltskanzlei, deren Gründer einst selbst bei der SEC gearbeitet hat und dessen Lebenslauf vielleicht gefälscht wurde. Das Beitrag auf X ansehen. Große Teile des Prometheum-Teams bestehen sogar aus ehemaligen Mitarbeitern der Finanzaufsicht, wie Cochran behauptet.
Prometheum – Skandal in der Entstehung?
Ob es sich um eine Ansammlung seltsamer Zufälle handelt oder um Teil einer schlecht orchestrierten Agenda gegen den Kryptosektor, der Fall Prometheum scheint wirklich bizarr zu sein. Wenn sich die fragwürdigen Verbindungen des Unternehmens als wahr herausstellen, würden die getroffenen Zeugenaussagen der Demokraten sowie die Lizenzvergabe der SEC an Prometheum Fragen erfordern. Doch auch die Kryptogemeinschaft hat ein Interesse daran, das SEC-konforme Unternehmen nicht zu diskreditieren.
Fakt ist, dass die aktuelle Regulierungsrichtung von Prometheum die SEC in die Karten spielen könnte. Wenn viele Kryptowährungen verpflichtet wären, sich als Wertpapiere bei der US-amerikanischen Securities and Exchange Commission zu registrieren, würde das Unternehmen nicht nur wieder relevante Bedeutung erhalten, sondern vermutlich auch eine Monopolstellung erlangen. Prometheum könnte damit eine der wenigen, wenn nicht die einzige, lizenzierte "Broker-Dealer" für Krypto-Wertpapiere in den USA sein und dadurch eine enorme Marktmacht gewinnen. Das Eigeninteresse des Unternehmens im Regulierungsdebattt kann daher nicht ignoriert werden. Ob es wirklich die Präferenz der SEC erhält, bleibt vorerst Spekulation. Unterdessen ist unklar, wie Prometheum seinen Platz in der Anhörung bekommen hat, angesichts der kontroversen Vergangenheit. Wohin die merkwürdige Saga führt, ist ebenfalls unklar.
SEC im harten Kampf mit Ripple
Die SEC ist derzeit in einen heftigen Rechtsstreit mit Ripple verwickelt. Die SEC sieht Ripple als Wertpapier, doch das Unternehmen Ripple ist damit nicht einverstanden. Die Klage dauert bereits Jahre, und nach vielen Anträgen scheint endlich ein Ende in Sicht. Ein entscheidender Faktor könnte die Veröffentlichung der bekannten Hinman-Dokumente sein.