EOS-DEX: Wie dezentral ist EOSfinex?
Nach einer Betaphase von vier Monaten geht eine neue dezentrale Börse ans Licht.

Nach einer viermonatigen Betaphase geht eine neue dezentrale Börse ans Licht. Die Eosfinex Exchange basiert auf der EOSio-Technologie, eine Art skalierbare Lösung für das EOS-Netzwerk. Aber auch hier gilt: Nur weil es DEX gibt, bedeutet das noch lange nicht, dass es auch ein DEX ist.
Dezentrale Börsen (DEX) sind theoretisch eine gute Idee: Anstatt einer zentralisierten Börsenplattform, die die Orderanfragen der Anleger abwickelt, handeln die dezentralen Gegenstücke den Handel über eine Blockchain ab. Das hat verschiedene Vorteile. Erstens behalten Anleger jederzeit die Kontrolle über ihre privaten Schlüssel, damit die Exchange nicht mit den Kryptobeständen der Anleger spielen kann. Die Unruhe um die kanadische Bitcoin-Börse QuadrigaCX hat zum Beispiel gezeigt, dass dies eine äußerst ernste Angriffsvektor ist. Andernfalls bietet ein DEX die Möglichkeit, anonym zu handeln. Wenn die Börse wirklich ernsthaft Dezentralisierung betreibt, ist KYC nicht nötig; als dezentrale Organisation ist das Netzwerk ja kaum rechtlich greifbar.
Ein DEX auf dem EOS-Protokoll
Am Dienstag, dem 30. Juli, kam ein neuer DEX ins Spiel. Es geht um die Eosfinex Exchange, die auf der EOS-Blockchain aufgebaut ist. Nach einer viermonatigen Testphase können Anleger ihre Aufträge auf der Plattform platzieren. Bitcoin-HODLer gehen leer aus. Bisher können genau vier Token aus dem EOS-Ökosystem auf der Website gehandelt werden: EOS, RAM, EOX und EMT.
Und hier wird es seltsam. Ein kurzer Blick auf Coin Almanac Coingecko verrät, dass drei der vier Token entweder als „inaktiv“ gelistet sind oder sogar nicht zu finden sind. Nur der Top-6-Token EOS hat eine Marktkapitalisierung, die eine Börsenlistung rechtfertigt. Das Orderbuch wirkt entsprechend verlassen, hier am Beispiel RAM/USDT.
Eosfinex hatte vor einiger Zeit angekündigt, dass es auch das Bitcoin-Dervativ tBTC notieren würde, eine Art Stablecoin, der an den BTC-Wert gekoppelt ist. Aber DEX scheint hier noch weit entfernt zu sein.
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