eToro rutscht im Krypto-Geschäft ins Minus, während der TradeZero-Deal näher rückt
Die Krypto-Sparte von eToro brachte im zweiten Quartal weniger ein, während Aktienhandel und finanzierte Konten die Ergebnisse stützten. Gleichzeitig rückt die Übernahme von TradeZero näher und die Plattform setzt auf Onchain Perpetuals.

Wichtigste Erkenntnisse
- eToro verbuchte im zweiten Quartal 2026 einen Krypto-Verlust von 7,2 Millionen Dollar, nach einem Gewinn von 37,7 Millionen Dollar ein Jahr zuvor.
- Die Aktivität am Kryptomarkt ging zurück, mit 1,4 Millionen Trades im Juli und einem durchschnittlichen Trade-Wert von 182 Dollar.
- Stärkerer Aktienhandel und mehr finanzierte Konten halfen dabei, die Net Contribution auf 229 Millionen Dollar steigen zu lassen.
eToro hat im zweiten Quartal 2026 im Krypto-Handel einen Verlust verbucht, während der Gesamtgewinn die Erwartungen sogar übertraf. Die in Tel Aviv ansässige Trading-Plattform sah die Aktivität am Kryptomarkt abkühlen, konnte das aber teilweise durch stärkere Ergebnisse im Aktienhandel und eine wachsende Zahl finanzierter Konten ausgleichen.
Krypto-Handel geht zurück
Der Krypto-Handel von eToro kam im zweiten Quartal auf einen Verlust von 7,2 Millionen Dollar (6,2 Millionen Euro), nach einem Gewinn von 37,7 Millionen Dollar (32,7 Millionen Euro) ein Jahr zuvor. Der Umsatz aus Kryptoassets sank auf 1,35 Milliarden Dollar (1,2 Milliarden Euro) und lag damit rund 29 Prozent unter den 1,91 Milliarden Dollar (1,7 Milliarden Euro) im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Auch auf der Kostenseite blieb es hoch: Die Cost of Revenue aus Kryptoassets lag ebenfalls bei 1,35 Milliarden Dollar (1,2 Milliarden Euro).
Die Abkühlung zeigte sich auch im Juli. eToro meldete 1,4 Millionen Krypto-Trades, ein Rückgang von 73 Prozent im Jahresvergleich, während der durchschnittliche Krypto-Trade um 50 Prozent auf 182 Dollar (158 Euro) fiel. Das passt zu einem breiteren Rückgang der Aktivität, nachdem das Unternehmen bereits im ersten Quartal einen deutlichen Rückgang der kryptobezogenen Umsätze gemeldet hatte.
Gewinn kommt aus anderen Bereichen
Trotz der schwächeren Krypto-Sparte stieg die Net Contribution von eToro im Jahresvergleich um 9 Prozent auf 229 Millionen Dollar (198 Millionen Euro). Vor allem der Aktienhandel trug dazu bei. Die Zahl der finanzierten Konten stieg auf 4,28 Millionen, ein Plus von 18 Prozent.
Der bereinigte verwässerte Gewinn je Aktie lag bei 0,68 Dollar (0,59 Euro) und damit über der Analystenerwartung von 0,61 Dollar (0,53 Euro). Die Aktie fiel nach der Veröffentlichung jedoch deutlich und notierte in den Stunden nach den Zahlen mehr als 12 Prozent tiefer bei rund 29,80 Dollar (26 Euro).
Neuer Schritt in Richtung Onchain
Gleichzeitig versucht eToro, sein Krypto-Angebot weiter auszubauen. Das Unternehmen arbeitet an Onchain Perpetual Futures und sagt, dass Crypto Buying Power „coming soon“ ist. Bereits Anfang dieses Jahres kaufte eToro außerdem Zengo, einen Anbieter von Self-Custodial Crypto Wallets, für 70 Millionen Dollar (60,7 Millionen Euro). Dieser Schritt passt zu einer breiteren Strategie, traditionelle Finanzdienstleistungen mit Onchain-Infrastruktur und neuen Handelsformen wie Prediction Markets und Perpetuals zu verbinden.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Beobachter zeigt dieses Update, wie schnell sich Handelsvolumina zwischen Krypto und traditionellen Märkten verschieben können. Es ist auch ein Signal dafür, dass große Plattformen ihr Angebot in Richtung Onchain-Produkte und Wallets ausbauen, während sie zugleich von der breiteren Marktzyklik abhängig bleiben. Die angekündigte Übernahme von TradeZero, einem US-amerikanischen Broker, unterstreicht außerdem, dass Vertrieb und Zugang zu mehreren Anlageinstrumenten für internationale Krypto-Exchanges immer wichtiger werden. Das passt zu einem breiteren Trend, bei dem große Plattformen ihr Angebot um Aktien und Derivate erweitern, um Nutzer zu halten, wenn der Krypto-Handel abkühlt.