EU genehmigt regulatorischen Rahmen für Krypto: Bitcoin, NFTs und Co.
Das Warten hat ein Ende: Europa bekommt seinen eigenen regulatorischen Rahmen für Krypto.

Das Warten ist vorbei: Europa bekommt sein eigenes regulatorisches Rahmenwerk für Krypto. Einige der Regeln sind streng, doch die Branche kann aufatmen.
EU: Bitcoin-Regulierungsrahmen MiCA tritt in Kraft
Die europäische Regulierungs-Saga fand letzte Woche ihr Ende. Seit Donnerstag ist das umfangreiche regulatorische Rahmenwerk für Krypto-Dienste, Markets in Crypto-Assets (MiCA), in Kraft. Damit endet ein jahrelanges Debatten im Europäischen Parlament und zwischen den Mitgliedstaaten. Das Wichtigste zuerst: Die stark umstrittene, klimapolitisch bedingte Verbot von Proof-of-Work-Diensten ist nicht Teil der endgültigen Verordnung. Wenn Bitcoin in Europa weiterhin erlaubt bleibt, unterliegen Besitz und Handel in der EU in der Zukunft einheitlichen Regeln, deren Einhaltung von der Europäischen Aufsichtsbehörde ESMA überwacht wird. MiCA enthält auch Vorgaben für Stablecoins. Die Emittenten dieser Token müssen über die notwendigen Reserven verfügen, um die Stabilität ihrer Token zu gewährleisten. Was das Klima betrifft, legt die Verordnung die Verantwortung bei den Anbietern von Kryptodiensten – und nicht bei den Kryptowährungen – fest, um die Umweltbilanz ihrer Aktiva offenzulegen. Die Verordnung schafft der europäischen Krypto-Industrie zwar neue Aufgaben, bietet ihr aber auch die lang ersehnten Rechtsklarheit. Vorläufig sind NFT’s ausschließlich ausgenommen.
Crypto-Dienstleister müssen in Zukunft Transaktionsdaten sammeln
Parallel zu MiCA erreichte Brüssel eine Einigung über die Transfer of Funds Regulation (TFR), die in Krypto-Kreisen nicht minder umstritten ist. Mit diesem Regelpaket führt die EU Maßnahmen gegen Terrorismusfinanzierung und Geldwäsche im Bitcoin-Sektor ein. Die Regeln sind streng, weil Bitcoin-Börsen Daten zu jeder Krypto-Transaktion sammeln müssen – unabhängig vom Transaktionsbetrag. Das Verbot sogenannter „unhosted wallets“, die nicht zu einem Kryptodienstleister gehören, ist hingegen vom Tisch. Das bedeutet, dass die europäische DeFi-Szene auch Zukunft hat. Für Transaktionen von mehr als 1000 Euro von oder zu einer solchen Wallet müssen Bitcoin-Börsen stattdessen einmal verifizieren, dass die Wallet ihrem Kunden gehört. Für Transaktionen mit „nicht gehosteten Wallets“ Dritter sind ebenfalls risikomindernde Maßnahmen vorgesehen. Die Branche kann sich also letztendlich auch mit der TFR arrangieren, doch die Datenschutzbedenken bleiben.
Russland entscheidet über Steuersätze für Kryptos
Auf der anderen Seite der Frontlinie zwischen dem Westen und Russland wird ebenfalls Fortschritt bei der Regulierung von Bitcoin und Co. gemacht. Russland, das durch Sanktionen getroffen ist und wirtschaftlich immer isolierter wird seit der Invasion in der Ukraine, arbeitet unter Druck an einem gesetzlich Rahmenwerk für den Handel mit Krypto-Diensten. Mit einem neuen Steuergesetz hat die Duma letzte Woche ein zentrales Puzzlestück dieses Regulierungsmosaiks gelegt. Emittenten von Kryptowährungen und Betreiber von Informationssystemen, die kryptobasierten Diensten zugrunde liegen, werden künftig von der Mehrwertsteuer befreit. Moskau steigt auch von dem bisherigen festen Satz von 20 Prozent auf Kryptowinnensteuern ab. Zukünftig würden Binnen-Unternehmen zunächst 13 Prozent Einkommensteuer zahlen und über eine bestimmte Grenze 15 Prozent. Der Satz von 15 Prozent gilt auch für ausländische Unternehmen. Die Agentur RIA berichtet, dass das unabhängige Steuerregime als „eine der wichtigsten Voraussetzungen für das effektive Funktionieren der digitalen Wirtschaft“ gesehen wird.
SEC-Chef: Bitcoin ist kein Wertpapier
Gary Gensler, Chef der US-Börsenaufsicht SEC, gilt als Crypto-Skeptiker. Sein Paradigmen-Argument: Viele der kleineren Altcoins sind eigentlich Wertpapiere, ihre Emittenten handeln damit ohne Genehmigung der Behörden. Doch Bitcoin sieht Gensler zumindest anders. Das hat er letzte Woche in einem Interview mit dem Fernsehsender CNBC deutlich gemacht. Dort beschrieb er Bitcoin als Rohstoff und ordnete BTC von allen anderen Kryptowährungen ab. Die Community reagierte erleichtert, denn das weist darauf hin, dass BTC auf dem Weg zu Klarheit in der Regulierung in den USA ist.