Ex-Swift-Chef Campos wird Vorsitzender bei OpenTrade
Der Ex-Swift-Chef soll OpenTrade beim Wachstum helfen, da die Nachfrage nach Stablecoin-Rendite bei Fintechs, Exchanges und Wallets zunimmt.

Wichtigste Erkenntnisse
- Lazaro Campos, der frühere CEO von Swift, wurde zum Vorsitzenden von OpenTrade ernannt.
- OpenTrade bietet Stablecoin-Rendite für Fintechs, Exchanges und Krypto-Wallets an und hat vor fast sechs Monaten 17 Millionen Dollar eingesammelt.
- Das Unternehmen hat in 12 Monaten mehr als 1 Milliarde Dollar an Transaktionen verarbeitet und verfügt über 300 Millionen Dollar an Total Value Locked.
Lazaro Campos, der frühere CEO von Swift, wurde zum Vorsitzenden von OpenTrade ernannt, einem Londoner Krypto-Unternehmen, das Stablecoin-Rendite für Fintechs, Exchanges und Krypto-Wallets anbietet. Die Ernennung erfolgt fast sechs Monate, nachdem das Unternehmen 17 Millionen Dollar (15,3 Millionen Euro) eingesammelt hat, und zu einem Zeitpunkt, an dem die Nachfrage nach Produkten rund um Stablecoins weiter zunimmt.
Neue Rolle für den Ex-Swift-Chef
Campos bringt viel Erfahrung aus der traditionellen Zahlungsinfrastruktur mit. Er leitete Swift, das weltweite Nachrichtennetzwerk für Banken, und saß zuvor auch in Gremien rund um die Infrastruktur der Bank of England und der digitalen Bank Starling. Laut OpenTrade soll dieser Hintergrund helfen, da immer mehr Finanzunternehmen Stablecoins in ihren Dienstleistungen einsetzen.
Campos sagte, Stablecoins seien seiner Ansicht nach der nächste Schritt in der Infrastruktur, über die Geld bewegt wird, und Rendite mache sie für Unternehmen und ihre Kunden nützlicher. OpenTrade-Gründer und CEO David Sutter erwartet, dass Campos die Ausweitung der Angebote unterstützt, da der Markt für Stablecoins breiter genutzt wird.
Wachstum bei Stablecoin-Rendite
OpenTrade teilte mit, dass das Unternehmen in den vergangenen 12 Monaten mehr als 1 Milliarde Dollar (0,9 Milliarden Euro) an Transaktionen verarbeitet hat und nun über 300 Millionen Dollar (269 Millionen Euro) an Total Value Locked verfügt. Im Mai, zum Zeitpunkt der Finanzierungsrunde, lag dieser Wert noch bei über 200 Millionen Dollar (180 Millionen Euro) an gebundenem Kapital und 250 Millionen Dollar (225 Millionen Euro) an Transaktionen im vorangegangenen Jahr. Das 2023 gegründete Unternehmen bietet eine Infrastruktur, mit der Firmen Dollar- und Euro-Rendite anbieten können, abgesichert durch tokenisierte Real-World Assets (RWAs), ohne selbst ein Anlagesystem aufbauen zu müssen.
Das Timing passt zu einer breiteren Verschiebung im Kryptomarkt. Produktive Stablecoins sind in den vergangenen zwei Jahren stark gewachsen, während Stablecoins ohne Rendite deutlich langsamer zugelegt haben. Auch in den USA hat sich der Markt verändert, seit der GENIUS Act im Juli 2025 Stablecoin-Emittenten verbietet, Inhabern direkt Rendite zu zahlen, wodurch Yield-bearing Stablecoins mehr Aufmerksamkeit erhalten haben. Das passt zum breiteren Aufstieg von Unternehmensanwendungen, wie der Nutzung von Stablecoins bei Unternehmen und Banken, bei der grenzüberschreitende Zahlungen und die Integration in bestehende Workflows im Mittelpunkt stehen.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Beobachter ist das vor allem relevant, weil Stablecoins immer häufiger mit konkreten Finanzdienstleistungen verknüpft werden und nicht nur mit Handel und Zahlungen. Wenn Unternehmen wie OpenTrade mehr traditionelle Führungskräfte anziehen, könnte das darauf hindeuten, dass sich der Sektor weiter in Richtung institutioneller Nutzung bewegt. Damit wird der Markt für Stablecoin-Rendite auch für Fintechs, Exchanges und Anbieter von Krypto-Wallets in Europa wichtiger.