Fairshake verliert seltenes Rennen in Detroit, gewinnt aber anderswo
Fairshake verliert mit Shri Thanedar einen Befürworter des Clarity Act im Repräsentantenhaus, konnte aber anderswo bei Vorwahlen in Michigan und Washington punkten.

Wichtigste Erkenntnisse
- Fairshake verlor in Detroit, nachdem der amtierende Abgeordnete Shri Thanedar von Donavan McKinney geschlagen wurde.
- Thanedar war Mitunterzeichner des Digital Asset Market Clarity Act und galt im Repräsentantenhaus als wichtiger Verbündeter für Krypto.
- Der PAC gewann in fünf anderen Vorwahlen, darunter die Rennen von Bill Huizenga, Suzan Delbene, Kim Schrier und Marilyn Strickland.
Der pro-Krypto-PAC Fairshake hat in den US-amerikanischen Vorwahlen in dieser Woche eine seltene Niederlage hinnehmen müssen. In Detroit setzte sich der progressive Herausforderer Donavan McKinney gegen den amtierenden Abgeordneten Shri Thanedar durch. Für den Wahlkampf flossen mehr als 2 Millionen Dollar (1,7 Millionen Euro) aus der Branche. Politisch wiegt das Ergebnis vor allem deshalb schwer, weil Krypto damit im Repräsentantenhaus einen wichtigen Unterstützer verliert, und das in einer Phase, in der die Gesetzgebungsagenda in Washington weiter in Bewegung ist.
Niederlage in Detroit
Thanedar zählte zu den amtierenden Politikern, die sich offen für Krypto positioniert hatten. Er war Mitunterzeichner des Digital Asset Market Clarity Act und spielte auch bei weiterer Krypto-Gesetzgebung eine Rolle. Seine Niederlage ist deshalb mehr als nur ein lokaler Rückschlag. Sie schwächt eine ohnehin fragile Gruppe von Befürwortern klarerer Regeln für die Branche um eine Stimme.
McKinney stellte Krypto nicht in den Mittelpunkt seines Wahlkampfs, erhielt aber Unterstützung von Senator Bernie Sanders und vom progressiven Kandidaten Abdul El-Sayed aus Michigan, der ebenfalls seine Vorwahl gewann. Für Fairshake war der Dienstag in Michigan der größte Einsatz des PAC und zugleich einer der teuersten Fehlschläge dieses Wahlzyklus.
Mehr Gewinn als Verlust
Trotz dieser Niederlage fiel die Gesamtbilanz für Fairshake nicht durchweg negativ aus. Der PAC und verbundene Fonds setzten sich in fünf weiteren Vorwahlen durch, vor allem mit Unterstützung für amtierende Politiker. In Michigan gehörte dazu unter anderem Bill Huizenga, ein Republikaner und ebenfalls Mitunterzeichner des Clarity Act. In Washington gewannen die von der Branche unterstützten Demokraten Suzan Delbene, Kim Schrier und Marilyn Strickland. Außerdem setzte sich die pro-Krypto-Republikanerin Amanda McKinney in einem Rennen durch, das von Präsident Donald Trump unterstützt worden war.
Die Ergebnisse zeigen, wie breit die Branche auf politischen Rückhalt in beiden Parteien setzt. Fairshake baut seit Längerem ein Netzwerk von Kongressmitgliedern auf, die krypto-freundliche Positionen vertreten. In früheren Wahlrunden führte diese Strategie oft zu Siegen in Rennen, deren Gewinner später auch im November erwartet wurden.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Beobachter ist das relevant, weil die US-Gesetzgebung rund um Krypto-Börsen, Broker und Aufsicht weiterhin internationale Auswirkungen hat. Der Clarity Act, der die Zuständigkeiten von SEC und CFTC voneinander abgrenzen soll, bleibt ein wichtiger Referenzpunkt dafür, wie die USA den Markt ordnen wollen. Selbst wenn das Gesetz in diesem Jahr weiter vorankommt, sucht die Branche dem Text zufolge weiterhin nach zusätzlichen Antworten, unter anderem bei der Kryptobesteuerung. Die Debatte läuft inzwischen breiter weiter, auch mit Blick auf ethische Regeln rund um das Gesetz und die Frage, wie weit der Schutz von Entwicklern in der Clarity Act reichen soll.