Fed-Zinserhöhung fast sicher, Bitcoin bleibt stabil über 78.000 Dollar
Der Markt rechnet bereits mit 25 Basispunkten, wodurch die Reaktion auf die Fed möglicherweise begrenzt bleibt. Bitcoin profitierte nach den heißen CPI-Daten und blieb über 78.000 Dollar.

Wichtigste Erkenntnisse
- Die Federal Reserve dürfte nächste Woche nach einem höheren Core-CPI-Wert in den Vereinigten Staaten die Zinsen fast sicher anheben.
- Bitcoin stieg nach den Inflationsdaten auf rund 78.600 Dollar, etwa 1,5% höher innerhalb von 24 Stunden.
- Händler hatten eine Zinserhöhung bereits eingepreist, weshalb der Markt möglicherweise nur begrenzt reagiert, wenn die Fed das Erwartete umsetzt.
Die Federal Reserve dürfte nächste Woche nach einer heißen Core-CPI-Messung in den Vereinigten Staaten die Zinsen fast sicher anheben. Für den Kryptomarkt ist vor allem relevant, dass viele Händler diesen Schritt bereits eingepreist hatten, wodurch die Reaktion möglicherweise begrenzt bleibt, wenn die Fed genau das tut, was nun erwartet wird. Bitcoin stieg nach den Daten dagegen und lag bei rund 78.600 Dollar (67.800 Euro), etwa 1,5% höher innerhalb von 24 Stunden.
Inflation setzt Fed unter Druck
Die Kerninflation stieg im August um 0,3%, während Ökonomen mit 0,2% gerechnet hatten. Die Gesamtinflation lag bei 0,4% auf Monatssicht und 3,4% auf Jahressicht, genau im Rahmen der Erwartungen. Die Daten folgten auf höhere Erzeugerpreise früher in der Woche und kamen einen Tag, nachdem die Europäische Zentralbank die Zinsen bereits angehoben hatte.
Bank of America rechnet damit, dass die Fed nächste Woche eine Erhöhung um 25 Basispunkte umsetzt, gefolgt von weiteren 50 Basispunkten an Straffung bis zum Jahresende. Fitch Ratings sagte, dass es angesichts der jüngsten Inflationsdaten immer schwieriger werde, eine Pause zu rechtfertigen.
Markt blickt bereits voraus
Laut Joel Kruger von LMAX Group hatten Händler bereits auf eine Zinserhöhung gesetzt, bevor die CPI-Daten veröffentlicht wurden. Er sagte, dass ein großer Teil der straffen Geldpolitik bereits in den Kursen enthalten sei. Dadurch könnte der Markt relativ ruhig reagieren, wenn die Fed genau das tut, was alle erwarten.
Die größere Bewegung könnte vielmehr dann kommen, wenn die Zentralbank überraschend keine Zinserhöhung vornimmt. Kruger nannte dieses Szenario das wahrscheinlichste für einen größeren Anstieg bei Risk Assets.
Auch Matt Mena von 21Shares sieht eine Zinserhöhung nicht automatisch als schlechte Nachricht für Bitcoin. Er wies darauf hin, dass Bitcoin im Durchschnitt um 2,13% gestiegen ist in den 30 Tagen nach heißer als erwarteten Core-CPI-Daten. Mena verwies außerdem auf die Anstiege bei Ether und Solana als Zeichen dafür, dass Händler nicht massenhaft aus Krypto-Risiken aussteigen.
Warum das für Krypto zählt
Für europäische Krypto-Anleger zeigt das vor allem, wie stark Bitcoin und andere Tokens weiterhin mit der Zinspolitik in den Vereinigten Staaten mitlaufen. Höhere Zinsen machen Renditen auf andere Anlagen attraktiver, aber wenn der Markt Inflation und politischen Druck als größeres Problem sieht, kann sich Bitcoin manchmal anders verhalten als ein klassischer Risk Asset. Das macht die Fed-Entscheidung nächste Woche auch außerhalb der USA relevant für den Kryptomarkt.
Bereits zuvor zeigte der Markt bereits, wie schnell Bitcoin sich bewegen kann, sobald die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung steigt.