Fidelity sieht Rekordbestand an Bitcoin bei Langfrist-Haltern
Fidelity sieht fast 15 Millionen Bitcoin bei Langfrist-Haltern, ein Rekord, der trotz des deutlichen Rückgangs auf starke Überzeugung hindeutet. On-Chain-Signale nähern sich Niveaus, die früher mit Zyklustiefs zusammenhingen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Fidelity sieht fast 15 Millionen Bitcoin bei Haltern, die ihre Coins seit mindestens 155 Tagen nicht bewegt haben, auf einem Rekordniveau.
- On-Chain-Signale nähern sich laut Fidelity historischen Tiefpunkten, während fast 40 Prozent dieser Gruppe auf unrealisierte Verluste sitzen.
- Bitcoin notiert noch immer rund 50 Prozent unter dem Hoch von Oktober 2025, und Fidelity nennt August als möglichen zusätzlichen Test für den Markt.
Fidelity Digital Assets sieht bei Bitcoin eine Rekordmenge in den Händen von Langfrist-Haltern. Gleichzeitig deuten mehrere On-Chain-Signale nach Einschätzung des Unternehmens in Richtung früherer Zyklustiefs. Der Vermögensverwalter wertet das als Hinweis auf eine weiterhin hohe Überzeugung unter Anlegern, obwohl Bitcoin noch immer deutlich unter dem Hoch von Oktober 2025 liegt.
Rekord bei Langfrist-Haltern
Nach Angaben von Fidelity beläuft sich der Bitcoin-Bestand, der seit mindestens 155 Tagen nicht bewegt wurde, inzwischen auf fast 15 Millionen Coins. Research Analyst Zack Wainwright bezeichnet diese Gruppe als einen der deutlichsten Indikatoren für das Vertrauen der Anleger. Das Unternehmen zufolge erreichte dieser Bestand am 5. Juli 2026 ein neues Rekordhoch, während der Kurs weiter unter Druck stand.
Bemerkenswert ist dabei der historische Vergleich: In früheren Marktzyklen wuchs diese Gruppe vor allem während Bear Markets und nahm in Bull Markets wieder ab. Fidelity weist zudem darauf hin, dass fast 40 Prozent dieser Kohorte inzwischen unrealisierte Verluste ausweisen, die meisten Halter ihre Positionen aber dennoch nicht verkauft haben.
Signale rund um den Zyklus
Wainwright sagt, dass mehrere On-Chain-Metriken inzwischen in die Nähe von Niveaus rücken, die in der Vergangenheit mit Tiefpunkten im Marktzyklus verbunden waren. Gleichzeitig bleibt er vorsichtig: Ob diese Signale auch diesmal tatsächlich eine Trendwende markieren, dürfte sich erst noch zeigen.
Diese Einordnung passt zum breiteren Marktumfeld. Bitcoin handelt weiterhin rund 50 Prozent unter dem Hoch von über 126.000 $ (110.800 €), das im Oktober 2025 erreicht wurde. In früheren Bear Markets fielen die Rückgänge auf 70, 80 und sogar 90 Prozent aus. Fidelity stuft den aktuellen Rücksetzer deshalb als weniger extrem ein als in früheren Zyklen.
Benjamin Cowen, Mitglied des Market Intelligence Experts Council von BeInCrypto, sieht zudem das vierte Quartal als mögliche Bodenphase. Er nennt dabei ein Szenario um 44.000 $ (38.700 €). Auch das versteht er als Basisszenario und nicht als feststehende Entwicklung.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Interessierte ist das vor allem deshalb relevant, weil Langfrist-Halter oft als einer der besten Indikatoren für die zugrunde liegende Marktstruktur gelten. Wenn sich ein großer Teil des Bestands nicht bewegt, kann das darauf hindeuten, dass der Verkaufsdruck nachlässt, auch wenn sich daraus noch kein belastbarer Zeitpunkt für eine Trendwende ableiten lässt.
Auch der August könnte zu einem zusätzlichen Belastungstest werden. Fidelity weist darauf hin, dass dieser Monat in allen drei früheren Midterm-Election-Jahren negativ endete, mit Verlusten zwischen 15 und 18 Prozent. Für die kommenden Wochen dürfte das vor allem als weiterer Gradmesser interessant sein, ob Bitcoin tatsächlich in Richtung eines Bodens läuft.