Ex-spanischer Premier Zapatero bestreitet Rolle bei Plus-Ultra-Rettung, Krypto-Besitz wird geprüft
Zapatero bestreitet jede Rolle bei der Plus-Ultra-Bailout, während der Richter seine Krypto-Bestände aufspüren und einfrieren lässt. Die Ermittlungen richten sich auch auf mögliche Geldflüsse über eine Offshore-Struktur.

Wichtigste Erkenntnisse
- José Luis Rodríguez Zapatero hat bei einer Anhörung in Madrid jede Beteiligung an der Rettungsaktion von Plus Ultra bestritten.
- Der Richter prüft eine staatliche Unterstützung von 61,5 Millionen Dollar für Plus Ultra und mögliche Verbindungen zu Geldwäschepraktiken.
- Zapateros Bitcoin und Litecoin werden aufgespürt und eingefroren, ebenso Bankkonten und eine Offshore-Firma in Dubai.
Der ehemalige spanische Premier José Luis Rodríguez Zapatero hat bei einer Anhörung am 17. Juni bestritten, in ein Einflussspiel rund um die Rettungsaktion der spanischen Fluggesellschaft Plus Ultra verwickelt zu sein. Das Verfahren dreht sich um eine staatliche Unterstützung von 61,5 Millionen Dollar, die 2021 über die spanische Beteiligungsgesellschaft SEPI an die Fluggesellschaft vergeben wurde. Gleichzeitig hat der Richter angeordnet, Zapateros Krypto-Bestände aufzuspüren und einzufrieren, darunter Bitcoin und Litecoin.
Vorwürfe und Zapateros Verteidigung
Zapatero wurde vom Richter in Madrid als das "Top-Level" eines organisierten Netzwerks gesehen, das an der Rettungsaktion beteiligt gewesen sein soll. Während der dreistündigen Anhörung bestritt er jede Beteiligung an Kontakten mit Regierungsvertretern oder Plus-Ultra-Führungskräften über die staatliche Unterstützung. Seiner Aussage nach handelte es sich bei den Zahlungen, die von Ermittlern geprüft werden, um legitime Vergütungen für Beratungsleistungen und Designaufträge für die Agentur seiner Töchter. Er erklärte außerdem, den heutigen Vorsitzenden von Plus Ultra erst 2024 kennengelernt zu haben, also drei Jahre nach der Genehmigung des Bailouts.
Ermittlungen zu Plus Ultra und Krypto-Besitz
Plus Ultra, 2011 gegründet und auf Strecken zwischen Spanien und Lateinamerika aktiv, erhielt die staatliche Unterstützung im Rahmen des spanischen Solvency Support Fund for Strategic Enterprises, der strategische Unternehmen während der COVID-19-Pandemie stützen sollte. Die Hilfe war umstritten, weil Plus Ultra nur eine begrenzte Marktposition hatte und Verbindungen zu venezolanischen Investoren bestanden, was Fragen zur Rechtfertigung der Unterstützung aufwarf. Es gibt Hinweise darauf, dass der Bailout möglicherweise genutzt wurde, um Kredite zurückzuzahlen, die mit venezolanischen Einheiten in Verbindung stehen, was wiederum den Verdacht auf Geldwäschepraktiken nährte.
Der Ermittlungsrichter José Luis Calama ordnete am 18. Mai an, mögliche Bitcoin und Litecoin, die Zapatero gehören, aufzuspüren und einzufrieren. Diese Kryptowährungen sollen in einer gesicherten Einrichtung in Madrid gelagert werden, die speziell für gerichtliche Krypto-Beschlagnahmen eingerichtet wurde. Neben den Krypto-Beständen wurden auch Bankkonten eingefroren, und es wird ein Bitcoin ETF-Abfluss untersucht, das kurz nach dem Bailout gegründet wurde und möglicherweise an der Verwaltung der Gelder beteiligt ist.
Relevanz für den europäischen Kryptomarkt
Der Fall zeigt, wie stark europäische Behörden Kryptowährungen inzwischen auch in strafrechtlichen Ermittlungen im Blick haben. Das Aufspüren digitaler Assets wie Bitcoin spielt eine immer größere Rolle, wenn es darum geht, Finanzströme in komplexen Betrugsfällen nachzuvollziehen. Für europäische Krypto-Anleger und Unternehmen könnte das auf strengere Kontrollen und die Bedeutung von Transparenz beim Umgang mit digitalen Mitteln im rechtlichen Rahmen hindeuten.