FTX zahlt in fünfter Insolvenzrunde 900 Millionen Dollar aus
Über den FTX Recovery Trust erhalten Gläubiger inzwischen mehr als ihre ursprüngliche Forderung zurück. Der Fall gilt weiter als wichtiger Maßstab für Aufsicht und Insolvenzabwicklung im Krypto-Sektor.

Wichtigste Erkenntnisse
- FTX zahlt am 31. Juli rund 900 Millionen Dollar in der fünften Insolvenzrunde aus.
- Für die meisten Gläubiger liegt die gesamte Rückzahlung inzwischen über 100 % ihrer ursprünglichen Forderung.
- FTX hat noch keine Details zu einer sechsten Auszahlung genannt und warnt erneut vor scams.
FTX überweist erneut Geld an Gläubiger. Die fünfte Ausschüttung beläuft sich auf rund 900 Millionen Dollar (787 Millionen Euro) und soll am 31. Juli erfolgen. Für die meisten Gläubiger summiert sich die Rückzahlung inzwischen auf mehr als 100 % ihrer ursprünglichen Forderung.
Fünfte Auszahlung am 31. Juli
Die Mittel stammen aus dem FTX Recovery Trust, also dem Team, das die insolvente Krypto-Exchange abwickelt. Nach Angaben von FTX sollen Gläubiger ihr Geld innerhalb von 1 bis 3 Werktagen erhalten, sobald die Auszahlung verarbeitet wurde. Die Verteilung richtet sich nach dem vom Gericht genehmigten Insolvenzplan, der für jede Gläubigergruppe die jeweilige Quote festlegt.
FTX nannte die Beträge in einer Mitteilung und über den offiziellen Account. Internationale Kunden erhalten 9 % zusätzlich und kommen damit auf 105 % ihrer Forderung. US-amerikanische Kunden erhalten 5 % extra und erreichen ebenfalls 105 %. Andere Gläubigergruppen liegen bei 103 %, während die kleinsten Konten am stärksten profitieren und eine Auszahlung von 120 % erhalten.
Warum das auffällt
Dass eine insolvente Krypto-Exchange mehr als 100 % der Forderungen zurückzahlt, ist eher die Ausnahme. In vielen Insolvenzverfahren bekommen Gläubiger nur einen Teil ihres Geldes zurück. Bei FTX wurde die ursprüngliche Forderung inzwischen vollständig ausgeglichen, hinzu kommen 9 % Zinsen, berechnet ab dem Zusammenbruch im November 2022.
Die Abwicklung unter der Leitung von Restrukturierungs-Veteran John Ray III hat laut FTX inzwischen mehr als 14 Milliarden Dollar (12,2 Milliarden Euro) eingebracht. Früh im Verfahren wurden auch Assets verkauft, darunter die Beteiligung am KI-Unternehmen Anthropic, die damals rund 1,3 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro) einbrachte. Im Rückblick wäre dieser Anteil heute vermutlich deutlich mehr wert gewesen.
Auch für den breiteren Kryptomarkt bleibt der Fall relevant. Der Zusammenbruch von FTX mit mehr als 1 Million Gläubigern und einer komplexen rechtlichen Aufarbeitung hat die Forderung nach strengeren Regeln und mehr Aufsicht weiter verstärkt. Für Leser in Europa zeigt der Fall, wie groß die Folgen einer großen Exchange-Insolvenz sein können, vor allem wenn Forderungen zu Preisen aus dem Jahr 2022 bewertet werden, während sich Krypto seither deutlich erholt hat. Das macht auch deutlich, warum Aufseher und Exchanges nach großen Skandalen zusätzlich unter Druck geraten, wie im Zusammenhang mit den LIBRA-Wallets und Binance.
Nächste Schritte für FTX
Ein Datum und ein Umfang für eine sechste Auszahlung hat FTX bislang nicht genannt. Das Unternehmen kündigt aber an, dass weitere Details später folgen sollen. Forderungen, die über claims markets gekauft wurden, müssen außerdem 21 Tage warten, bevor sie berücksichtigt werden können.
Zugleich warnt das Unternehmen erneut vor scams. FTX stellt klar, dass es niemals dazu auffordern wird, eine Wallet zu verbinden.