FTX startet kleinste Auszahlungsrunde im Insolvenzverfahren
FTX zahlt am Freitag rund 900 Millionen Dollar an genehmigte Forderungen aus. Es ist die bisher kleinste Runde, während noch nicht alle Gläubiger verifiziert sind und Verfahren auf den Bahamas sowie in weiteren Jurisdiktionen weiterlaufen.

Wichtigste Erkenntnisse
- FTX startet am Freitag mit seiner fünften creditor distribution und schüttet rund 900 Millionen Dollar an Inhaber von allowed claims aus.
- Es handelt sich um die bislang kleinste Auszahlungsrunde, während einige Gläubiger weiter nicht bedient werden können, weil ihre Claims noch disputed sind.
- Genehmigte Gläubiger müssen sich innerhalb von sechs Monaten bei BitGo, Kraken oder Payoneer registrieren, sonst könnten sie ihren Anspruch auf Zahlung verlieren.
FTX beginnt am Freitag mit seiner fünften creditor distribution und zahlt dabei rund 900 Millionen Dollar (784 Millionen Euro) an Inhaber von allowed claims aus. Damit fällt die Runde so klein aus wie keine zuvor und zeigt zugleich, dass die Abwicklung der ehemaligen Krypto exchange in die Schlussphase eintritt, auch wenn ein Teil der Gläubiger weiterhin auf Zahlungen wartet.
Kleinste Auszahlung bisher
Der Umfang der neuen Runde liegt klar unter den vorherigen Ausschüttungen. Im Mai 2025 zahlte die Insolvenzmasse noch mehr als 5 Milliarden Dollar (4,4 Milliarden Euro) aus, im September folgten rund 1,6 Milliarden Dollar (1,4 Milliarden Euro) und im März 2026 weitere etwa 2,2 Milliarden Dollar (1,9 Milliarden Euro). Die Zahlung am Freitag entspricht damit weniger als der Hälfte der vierten Runde.
Nach Angaben von FTX erhalten allowed Class 5A Dotcom customer claims weitere 9 % ausgezahlt, womit die kumulierte Recovery bei 105 % liegt. Class 5B U.S. customer claims kommen um 5 % hinzu und erreichen ebenfalls 105 %. General unsecured claims und digital asset loan claims steigen jeweils um 3 % auf 103 %. Inhaber der Convenience class kommen auf eine kumulierte Recovery von 120 %, wobei FTX darauf hinweist, dass Rundungen die Endwerte noch leicht verschieben könnten.
Die Beträge werden in Dollar und nicht in Coins berechnet. Dadurch bleibt der tatsächliche Wert der Rückzahlungen weiterhin unter dem Niveau, das dieselben Assets heute erzielen könnten.
Noch nicht alle Claims sind zugelassen
Der zentrale Engpass liegt inzwischen weniger bei der Finanzierung als bei der Frage, wie Gläubiger erreicht werden, deren Claims noch nicht genehmigt sind. FTX nennt drei häufige Gründe dafür, dass Forderungen weiter disputed bleiben: proofs of claim, die noch abgeglichen werden, Jurisdiktionen, die noch geprüft werden, und Kunden, die bereits Teilzahlungen über die australischen Verfahren erhalten haben.
Hinzu kommt, dass der bahamaische Weg über eine eigene Struktur läuft. Die joint official liquidators von FTX Digital Markets arbeiten mit demselben Record Date vom 16. Juni und demselben Starttermin vom 31. Juli, doch die Auszahlungsquote dort ist bislang nicht bestätigt. Gläubiger in Jurisdiktionen, die als möglicherweise eingeschränkt eingestuft wurden, bleiben ausgeschlossen, solange die Rechtmäßigkeit der Zahlung noch geprüft wird.
Warum das weiter relevant ist
Die Abwicklung von FTX bleibt auch über die Insolvenzmasse hinaus für den Kryptomarkt relevant, weil der Fall über Jahre als Symbol für strengere rechtliche und operative Anforderungen an große Kryptounternehmen galt. Die Kombination aus Forderungen aus mehreren Ländern, hohen Rechtskosten und der Frage, wer bezahlt werden darf und wer nicht, macht deutlich, wie komplex grenzüberschreitende Krypto-Insolvenzen sein können. Für Aufsichtsbehörden, Gläubiger und Parteien, die Claims handeln, bleibt der Fall damit eine wichtige Referenz.
Für alle, die freigegeben wurden, läuft ab Freitag außerdem eine praktische Frist. Wer sich innerhalb von sechs Monaten nicht bei BitGo, Kraken oder Payoneer anmeldet, kann das Recht auf Zahlung verlieren. Auch für Steuerformulare gilt eine separate Frist mit derselben Folge. Danach erwartet FTX, die class-by-class totals kurz nach dem 31. Juli beim Gericht einzureichen.