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Gary Gensler betont, dass prediction markets Staatsgesetze nicht aushebeln

Gensler sagt, dass prediction markets keine Ausnahme von staatlichen Glücksspielgesetzen bieten. Der Fall um Kalshi könnte zeigen, wie weit bundesweite und lokale Regeln reichen.

Gary Gensler betont, dass prediction markets Staatsgesetze nicht aushebeln

Wichtigste Erkenntnisse

  • Gary Gensler sagt, dass prediction markets keinen Vorrang vor Staatsgesetzen haben, die Sportwetten regeln.
  • Im Fall um Kalshi argumentieren Gensler und andere Parteien, dass sportbezogene Event Contracts nicht unter Swaps fallen.
  • Das Ergebnis könnte Folgen für Staatseinnahmen, tribale Souveränität und die Regulierung ähnlicher Märkte in Europa haben.

Der frühere Vorsitzende der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) und der Securities and Exchange Commission (SEC), Gary Gensler, hat in einem aktuellen amicus-curiae-Bericht betont, dass prediction markets keinen Vorrang vor Staatsgesetzen haben dürfen, die Sportwetten regulieren. Die Aussage fällt im Zusammenhang mit einer Klage, in der der prediction-market-Anbieter KalshiEx (Kalshi) beschuldigt wird, gegen Staatsgesetze in Ohio zu verstoßen.

Juristischer Streit um die Regulierung von prediction markets

Kalshi hatte eine Klage eingereicht, um zu verhindern, dass der Bundesstaat Ohio rechtliche Schritte gegen das Unternehmen einleitet. Ein Bundesrichter wies diesen Antrag im März ab. Gensler und mehrere Interessengruppen, darunter die Indian Gaming Association, Native-American-Tribal-Organisationen, die American Gaming Association und Better Markets, haben sich mit amicus briefs beim Berufungsgericht des sechsten Bezirks eingeschaltet. Sie sagen, dass Kalshis sportbezogene prediction markets gegen staatliche und tribale Regeln verstoßen.

Gensler betonte in seinem Schreiben, dass der Kongress der CFTC zwar ausdrücklich die Zuständigkeit für bestimmte Derivateprodukte gegeben habe, Sportwetten aber nicht unter die Definition von Swaps im Commodity Exchange Act und in der Dodd-Frank-Gesetzgebung fallen. Seiner Ansicht nach dienen Sportwetten nur selten dazu, wirtschaftliche Risiken abzusichern, was bei Swaps aber der eigentliche Zweck ist. Die Kernfrage ist, ob sportbezogene Event Contracts tatsächlich finanzielle Derivate sind oder verkappte Sportwetten.

Auswirkungen auf staatliche und tribale Regulierung

Die Debatte über die Regulierung von prediction markets berührt auch die weitergehenden Interessen von Bundesstaaten und indigenen Gemeinschaften. Die Indian Gaming Association und verbundene Gruppen betonen, dass unregulierte Sportwetten auf tribalem Land die Souveränität dieser Gemeinschaften untergraben und Einnahmen wegnehmen, die für ihre Wirtschaften wichtig sind. Die American Gaming Association weist darauf hin, dass Kalshis Aktivitäten faktisch nicht von klassischen Sportwetten zu unterscheiden seien, was ihrer Ansicht nach unter die bestehenden Staatsgesetze fällt.

Das Ergebnis dieses Falls könnte große Folgen für Steuereinnahmen der Bundesstaaten und die Durchsetzung von Glücksspielgesetzen haben. Wenn die CFTC recht bekommt, verlieren die Bundesstaaten möglicherweise wichtige Regulierungs- und Steuerbefugnisse. Umgekehrt könnte ein Sieg der Bundesstaaten bedeuten, dass sich prediction-market-Anbieter an lokale Gesetze halten müssen und bei Verstößen möglicherweise strafrechtliche Risiken eingehen.

Relevanz für den europäischen und deutschen Markt

Auch wenn dieser Rechtsstreit in den Vereinigten Staaten stattfindet, ist er für europäische und deutsche Krypto- und Glücksspielmärkte relevant. Die Frage, wie innovative Finanzprodukte wie prediction markets reguliert werden sollten, berührt internationale Debatten über grenzüberschreitende digitale Dienste und das Gleichgewicht zwischen Innovation und Verbraucherschutz. Europäische Aufsichtsbehörden verfolgen solche Entwicklungen genau, weil ähnliche Herausforderungen auch hier bei der Regulierung neuer Formen von Online-Glücksspiel und finanziellen Derivaten auftreten können. In den USA spielt dabei auch eine Rolle, dass ein großer Teil des Handels mit prediction markets außerhalb der Landesgrenzen stattfindet; Offshore-Plattformen ziehen laut einem aktuellen Bericht weiterhin Milliarden an US-Einsätzen an.


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