Jack Mallers sieht Bitcoin als Spiegel der globalen Liquiditätskrise
Laut Mallers spiegelt der Rückgang von Bitcoin vor allem den weltweiten Liquiditätsdruck wider, nicht eine schwache Stimmung. Auch Strategies Verkäufe und das Wachstum von Strike zeigen, wie stark Knappheit den Markt prägt.

Wichtigste Erkenntnisse
- Jack Mallers sieht den Rückgang von Bitcoin unter 63.000 $ als Folge weltweiten Liquiditätsdrucks, nicht als Stimmungsproblem.
- Laut Mallers verkaufen Märkte das, was am liquidesten ist, während geopolitische Spannungen und wirtschaftliche Unsicherheit die Nachfrage nach Cash erhöhen.
- Mallers kritisiert Strategies Verkauf von 32 Bitcoin und sagt, dass Strike mit bitcoin-besicherten Krediten und neuen Produkten zur Risikobegrenzung weiter wächst.
Bitcoin handelt aktuell unter 63.000 $ (54.600 €), ein Niveau, das laut Jack Mallers, Gründer von Strike und CEO von Twenty One Capital, nicht auf ein Stimmungsproblem hindeutet, sondern auf eine globale Finanzlage mit Liquiditätsmangel. Mallers sprach darüber auf der BTC Prague und betonte, dass Bitcoin als 24/7-Indikator fungiert, der den tatsächlichen Zustand der Weltwirtschaft widerspiegelt.
Globaler Liquiditätsdruck und Verkaufsverhalten
Mallers zeichnet das Bild einer Welt, in der Länder gleichzeitig Kriege finanzieren, in KI investieren und große Defizite hinnehmen, während Verbraucher Mühe haben, Rechnungen und Miete zu bezahlen. Das führt zu einer Situation, in der Märkte gezwungen sind, das zu verkaufen, was am liquidesten ist, nicht das, was sie wollen. Laut ihm ist das der Grund, warum Bitcoin fällt: „Du verkaufst, was du kannst, nicht, was du willst.“ Diese Dynamik wird durch die aktuellen geopolitischen Spannungen und die wirtschaftliche Unsicherheit weiter verstärkt, die den Bedarf an liquiden Mitteln zusätzlich erhöhen. Das passt zur breiteren Verkaufsdrucksituation, die auch am Markt für Bitcoin-ETFs sichtbar ist, wo Abflüsse laut Analysten vor allem mit dem Makrodruck und dem Abbau von Arbitrage-Positionen zusammenhängen.
Herausforderungen rund um Strategies Kapitalstruktur
Mallers kritisiert auch den jüngsten Verkauf von 32 Bitcoin durch Strategy, der dazu dienen soll, Ausschüttungen auf die perpetual preferred stock zu finanzieren. Er sagt, dass dieser Schritt den Markt darauf vorbereitet, dass Strategies frühere „no sell“-Politik nicht mehr tragfähig ist. Die komplexe Kapitalstruktur von Strategy mit vier Gruppen von Anspruchsberechtigten, darunter Bitcoin, Stammaktien, perpetual preferred stock und Gläubiger, schafft laut Mallers eine dauerhafte Liquiditätsverpflichtung ohne natürlichen Exit-Mechanismus. Das zwingt das Unternehmen zu schwierigen Entscheidungen, bei denen der Verkauf von Bitcoin Aktionäre benachteiligen kann, während der Verkauf von Stammaktien andere Gruppen trifft.
Wachstum und Innovation bei Strike
Trotz der schwierigen Marktbedingungen wächst Strike weiter, vor allem im Bereich bitcoin-besicherter Kredite. Mallers schätzt, dass der gesamte Markt für bitcoin-gestützte Kredite zwischen 20 $ (17 €) und 30 Milliarden $ (26 Milliarden €) liegt, also nur ein Bruchteil des Potenzials innerhalb des 1,25 Billionen $ (1,1 Billionen €) schweren Bitcoin-Markts. Strike bringt innovative Produkte auf den Markt, etwa Kredite ohne Liquidationsrisiko, bei denen höhere Gebühren genutzt werden, um Risiken abzusichern. Außerdem arbeitet das Unternehmen an mehr Transparenz mit vierteljährlichen Reserveprüfungen und getrennten Sicherheiten für große Kunden.
Diese Entwicklungen unterstreichen die wachsende Nachfrage nach liquiden Lösungen innerhalb des Kryptomarkts, trotz der breiteren wirtschaftlichen Herausforderungen und Liquiditätsprobleme, die Bitcoin derzeit beeinflussen.