JPMorgan beendet Bankbeziehung mit Polymarket
Polymarket musste nach dem CFTC-Vergleich erneut einen Bankpartner suchen. JPMorgan bleibt aber an einer Rolle rund um einen möglichen Börsengang interessiert.

Wichtigste Erkenntnisse
- JPMorgan Chase stellte Ende vergangenen Jahres die Bankdienstleistungen für Polymarket ein, wodurch die Plattform einen neuen Bankpartner suchen musste.
- Polymarket erhielt zuvor einen Vergleich über 1,4 Millionen Dollar von der CFTC und musste US-Nutzer wegen eines nicht registrierten Derivatemarkts blockieren.
- JPMorgan scheint die Beziehung nicht vollständig beendet zu haben und soll weiterhin eine Rolle als Underwriter bei einem möglichen Börsengang anstreben.
JPMorgan Chase hat Ende vergangenen Jahres seine Bankdienstleistungen für Polymarket eingestellt, berichtet die Financial Times. Der dezentrale Prediction Market musste dadurch nach einem neuen Bankpartner suchen, während die Beziehung zur traditionellen Finanzbranche wegen regulatorischer Bedenken unter Druck blieb.
Bankbeziehung unter Druck
Laut dem FT-Bericht teilte JPMorgan Polymarket im Oktober 2025 mit, dass es eine andere Bank organisieren müsse. Der Plattformbetreiber ist inzwischen zu einem anderen Kreditgeber gewechselt, dessen Name jedoch nicht bekanntgegeben wurde.
Der Schritt passt in die breitere Spannung zwischen Krypto-bezogenen Plattformen und Banken, die bei Produkten mit einem klaren regulatorischen Beigeschmack zurückhaltend bleiben. Polymarket geriet bereits zuvor mit US-Aufsichtsbehörden aneinander: 2022 erhielt die Plattform einen Vergleich über $1,4 Millionen (€1,2 Millionen) von der CFTC wegen des Betriebs eines nicht registrierten Derivatemarkts und musste US-Nutzer blockieren. Auch zuletzt blieb die Behörde kritisch: In einer Warnung an Prediction Markets verwies die CFTC auf mangelhafte Vertragseinreichungen und mögliche Compliance-Risiken.
Rückkehr in die USA
Diese Vorgeschichte macht die jüngste Entwicklung für Leser, die den US-Markt verfolgen, besonders relevant. Polymarket kehrte Ende 2025 in die USA zurück, nachdem die Trump-Regierung die bundesweiten Regeln gelockert hatte, während die Plattform zugleich weiter an einer professionelleren Positionierung gegenüber Aufsichtsbehörden und institutionellen Akteuren arbeitete.
Dabei hilft auch, dass Christopher Giancarlo, ehemaliger CFTC-Kommissar, den Vorsitz im Beirat von Polymarket innehat. Das unterstreicht, wie das Unternehmen sich stärker als regulierte Marktplattform positionieren will, auch wenn der Sektor anfällig für politische und rechtliche Verschiebungen bleibt.
JPMorgan hält die Tür offen
Bemerkenswert ist, dass JPMorgan die Verbindung offenbar nicht vollständig gekappt hat. Die Bank lud CEO Shayne Coplan im Februar 2026 ein, auf einer geschlossenen Kundenkonferenz zu sprechen, und soll weiterhin auf eine Rolle als Underwriter bei einem möglichen Börsengang abzielen.
Das zeigt, dass große Banken und Prediction Markets nicht nur über Compliance und Bankdienstleistungen miteinander verbunden sind, sondern auch über den Zugang zum Kapitalmarkt und über Reputation. Für europäische Krypto-Beobachter ist das relevant, weil es zeigt, wie schnell sich die Grenze zwischen traditioneller Finanzwelt und Krypto-nativen Produkten verschieben kann, sobald Aufsichtsbehörden die Rahmenbedingungen anpassen.