JPMorgan warnt: Stillstand beim Clarity Act bremst Krypto aus
Das US-Marktstrukturgesetz soll Klarheit über die Aufsicht durch SEC und CFTC schaffen, doch Ethik- und DeFi-Debatten bremsen die Beratungen im Senat aus.

Wichtigste Erkenntnisse
- JPMorgan warnt, dass der festgefahrene Clarity Act die Aussicht auf mehr regulatorische Klarheit für Krypto schmälert.
- Die Bank beziffert die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung in diesem Jahr auf 37 Prozent, während die Gespräche bei Ethik, DeFi, Stablecoin-Yield und Regeln gegen Geldwäsche festhängen.
- JPMorgan geht zwar davon aus, dass die institutionelle Adoption weiterläuft, hält es aber für möglich, dass einzelne Entwürfe die Teilnahme sogar ausbremsen.
JPMorgan warnt, dass Krypto eine wichtige regulatorische Impulswirkung entgehen könnte, weil der Clarity Act im US-Senat feststeckt. Nach Einschätzung der Bank belastet das nicht nur die Aussicht auf mehr Klarheit für den Sektor, sondern auch die Erwartung, dass Banken und Vermögensverwalter schneller einsteigen.
Gesetzgebung verliert an Schwung
Die Bank verwies darauf, dass Prediction Markets die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung des Gesetzes in diesem Jahr inzwischen nur noch auf 37 Prozent taxieren. Vor der Sommerpause hat der Senat anderen Vorhaben Vorrang eingeräumt, während die Verhandlungen bei ethischen Vorgaben, Durchsetzung, DeFi, Stablecoin-Yield und Regeln gegen Geldwäsche weiter festhängen.
Der Clarity Act soll den US-Kryptomarkt breiter ordnen, indem er die Aufsicht zwischen SEC und CFTC aufteilt. Damit wäre klarer, welche Tokens als Wertpapiere und welche als Rohstoffe gelten. Laut JPMorgan ist genau das wichtig für ein besser kalkulierbares Umfeld für Krypto-Intermediäre, Tokenization und dezentrale Projekte.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Interessierte ist das relevant, weil US-Marktstrukturgesetze oft mitbestimmen, wie internationale Anbieter ihre Produkte und ihre Infrastruktur aufsetzen. Bleibt in den USA länger ein klarer Rahmen aus, könnte das dazu führen, dass Tokenization und Blockchain-Anwendungen häufiger auf traditionelle Finanzinfrastruktur statt auf öffentliche Krypto-Netzwerke setzen.
Institutionelle Adoption läuft trotzdem weiter
JPMorgan sieht die Verzögerung zwar als Rückschlag für die institutionelle Adoption, verweist aber zugleich auf Signale, dass der Trend nicht zum Stillstand kommt. Die Bank nannte unter anderem die 400-Millionen-Dollar-Investition von Citadel Securities in Crypto.com sowie die Genehmigung der ersten in den USA regulierten perpetual Krypto-Futures-Kontrakte durch die CFTC.
Gleichzeitig warnt die Bank, dass Teile des aktuellen Entwurfs die institutionelle Teilnahme sogar bremsen könnten. So könnten einige tokenisierte Wertpapiere und Derivate außerhalb der Aufsicht von SEC oder CFTC fallen, während die Regeln gegen Geldwäsche lockerer ausfielen als bei traditionellen Finanzinstituten.
Die Verzögerung fügt sich in die breitere Pattsituation rund um das US-Kryptogesetz ein. Im Senat wird weiter über Ethikregeln und Aufsicht verhandelt, wie auch die Gespräche über den Clarity Act zeigen.