Richter stoppt Minnesota-Gesetz gegen Kalshi und Polymarket vorerst
Der Richter sieht möglicherweise einen Vorrang des Bundesrechts unter dem Commodity Exchange Act. Damit stehen die CFTC und die Plattformen vorerst stärker da als Minnesota. Der Fall dreht sich um die Regulierung von Event Contracts und Prediction Markets.

Wichtigste Erkenntnisse
- Ein Bundesrichter in Minnesota hat die Durchsetzung eines neuen Staatsgesetzes gegen Prediction Markets vorerst gestoppt.
- Kalshi, Polymarket und die CFTC argumentieren, dass das Gesetz wahrscheinlich mit dem bundesweiten Commodity Exchange Act kollidiert.
- Der Richter entschied, dass einige Verträge möglicherweise unter das Minnesota-Gesetz fallen, ließ die einstweilige Verfügung aber bestehen.
Ein Bundesrichter in Minnesota hat die Durchsetzung eines neuen Staatsgesetzes gegen Prediction Markets vorerst ausgesetzt. Für Kalshi, Polymarket und die amerikanische Aufsichtsbehörde CFTC ist das in der ersten Runde ein wichtiger Erfolg. Nach ihrer Auffassung steht das Gesetz wahrscheinlich im Widerspruch zum bundesweiten Commodity Exchange Act.
Richter sieht Vorrang des Bundesrechts
Richterin Katherine Menendez vom U.S. District Court for the District of Minnesota kam am Montag zu dem Schluss, dass Minnesotas Gesetz wahrscheinlich von bundesrechtlichen Vorgaben für Commodities verdrängt wird. Nach ihrer Einschätzung dürften Kalshi, Polymarket und die CFTC in einem Hauptverfahren plausibel darlegen können, dass der Bundesstaat diesen Markt nicht einfach untersagen darf.
Im Zentrum des Verfahrens steht die Frage, wer für die Regulierung von Event Contracts zuständig ist. Kalshi und Polymarket verweisen darauf, dass ihre Produkte unter die Aufsicht der CFTC fallen, weil sie als Swaps strukturiert sind. Die Richterin schrieb, dass die Klägerinnen und Kläger wahrscheinlich überzeugend darlegen können, dass das Staatsgesetz viele der Geschäfte auf den Plattformen erfassen will, die unter die Swaps-Definition fallen.
Was den Fall besonders macht
Gleichzeitig machte die Richterin deutlich, dass einzelne Verträge möglicherweise doch unter das Minnesota-Gesetz fallen könnten. Als Beispiel nannte sie Vorhersagen über den Gewinner der TV-Show Love Island. Dennoch hielt sie es für zu schwierig, die vorläufige Blockade nur auf solche Verträge zu beschränken.
Menendez entschied außerdem, dass eine Aussetzung des Gesetzes Kalshi und Polymarket irreparablen Schaden zufügen könnte. Die einstweilige Verfügung bleibt deshalb bestehen, bis in der Sache eine endgültige Entscheidung fällt.
Bedeutung für europäische Leser
Für europäische Krypto- und Derivate-Interessierte zeigt der Fall, wie scharf die Abgrenzung zwischen Staatsrecht und bundesweiter Marktaufsicht in den USA ausfallen kann. Prediction Markets bewegen sich an der Schnittstelle von Trading, Glücksspiel und regulierten Finanzprodukten. Deshalb können gerichtliche Entscheidungen schnell Einfluss darauf haben, wie Plattformen ihr Angebot strukturieren. Der Fall passt auch zu einer breiteren Verschärfung der Aufsicht über Prediction Markets, nachdem die CFTC Anfang dieses Jahres mehr Aufmerksamkeit auf die Durchsetzung bei diesen Produkten gelegt hat. Das reiht sich in den breiteren Rechtsstreit um prediction markets ein, in dem die Aufsichtsbehörde ebenfalls versucht, staatliche Eingriffe zurückzudrängen.