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Kalshi gewinnt dank WM-Hype drei Millionen Nutzer hinzu

Während der Fußball-WM wurden auf Kalshi mehr als 1,2 Milliarden US-Dollar auf dem Titelmarkt gehandelt. Der von der CFTC regulierte Prediction Market steht in den USA weiter juristisch unter Druck.

Kalshi gewinnt dank WM-Hype drei Millionen Nutzer hinzu

Wichtigste Erkenntnisse

  • Kalshi hat während der Fußball-WM 2026 drei Millionen neue Nutzer gewonnen und zugleich ein deutlich höheres Handelsvolumen verzeichnet.
  • Auf dem Markt für den Weltmeistertitel wurden mehr als 1,2 $ Milliarden gehandelt, was einen Rekord für einen einzelnen Markt auf der Plattform darstellt.
  • Das Wachstum fällt in eine Phase, in der in den USA weiter darüber gestritten wird, ob Sportkontrakte auf Prediction Markets als Wetten einzustufen sind.

Kalshi hat während der Fußball-WM 2026 drei Millionen neue Nutzer hinzugewonnen. Gleichzeitig zog das Handelsvolumen auf der Plattform spürbar an. Auf dem Markt für den Weltmeistertitel wurden mehr als 1,2 $ Milliarden (1 € Milliarden) umgesetzt, so viel wie nie zuvor in einem einzelnen Markt auf der Plattform. Der Markt wurde am Sonntag geschlossen, nachdem Spanien das Finale gegen Argentinien mit 1:0 gewonnen hatte.

Weltweiter Sport als Wachstumstreiber

Der Zuwachs zeigt, wie konsequent Kalshi auf Sportereignisse mit großer internationaler Reichweite setzt. Laut Vijay Viswanathan, Associate Dean für Integrated Marketing Communications an der Northwestern University, erreicht Fußball ein adressierbares Publikum, das kaum ein anderes Event bietet, gerade weil die Sportart in fast jedem Land präsent ist.

Kalshi hat diese Reichweite mit einer breit angelegten Marketingkampagne kombiniert. Das Unternehmen arbeitete mit ADI Predictstreet zusammen, dem offiziellen Prediction-Market-Sponsor der FIFA, und setzte während des Turniers auf Co-Branding in den Stadien. Zudem wurden die Quoten über eine Kooperation mit OpenAI in ChatGPT-Suchen sichtbar gemacht. Ergänzt wurde das durch Kampagnen mit Luka Modric und Jose Mourinho sowie eine Partnerschaft mit der argentinischen Nationalmannschaft.

CEO Tarek Mansour sagte gegenüber CNBC, dass die Strategie vor allem auf Tempo und Relevanz ausgerichtet sei, nicht nur auf reines Volumen. Seine Formulierung dazu: “Our volumes are where the news is at.”

Regulierung bleibt ein Risiko

Das Wachstum kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Prediction Markets in den USA weiter unter juristischem Druck stehen. Kalshi ist die erste von der CFTC regulierte Prediction-Market-Exchange in den Vereinigten Staaten und unterliegt einer bundesweiten Aufsicht, ähnlich wie große Futures-Exchanges. Dennoch bleibt der Streit zwischen der Bundesregierung und mehreren Bundesstaaten bestehen, ob Sportkontrakte im Kern nicht doch als Sportwetten zu behandeln sind.

Diese Debatte hat in diesem Jahr bereits zu einem CFTC-Verfahren gegen Kentucky geführt. Ein weiterer Streit rund um Kalshi zeigt, wie weit der Konflikt um Aufsicht und Eingriffe der Bundesstaaten inzwischen reicht. Brian Sung, Partner bei der Kanzlei Haynes Boone, zufolge ändert die Marketingkampagne zwar nichts daran, wie Richter am Ende entscheiden könnten. Sie beeinflusst aber, wie Aufseher und die Öffentlichkeit auf Prediction Markets blicken.

Für europäische Krypto- und Marktbeobachter ist das relevant, weil die Abgrenzung zwischen Event Trading, Glücksspiel und regulierten Finanzprodukten immer genauer geprüft wird. In den USA könnte sich diese Debatte weiter zuspitzen, möglicherweise sogar bis zum Supreme Court. Das dürfte auch die rechtlichen Rahmenbedingungen für solche Anlageinstrumente breiter beeinflussen.

Nach dem Turnier

Für Kalshi folgt nun ein bekanntes Muster: An Tagen ohne Spiele geht das Volumen wieder zurück. Mansour sagte, dass sich dieses Verhalten auch nach früheren großen Events gezeigt habe. Nach seiner Einschätzung werden neue Impulse nötig sein, um das Wachstum nach der WM aufrechtzuerhalten.


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