Kraken-Eigentümer Payward verschiebt Börsengang auf 2027
Die Verschiebung folgt auf schwächere Krypto-Preise und geringere Volumina, während auch Consensys, Ledger und Grayscale ihre Listing-Pläne nach hinten geschoben haben.

Wichtigste Erkenntnisse
- Payward, die Muttergesellschaft von Kraken, verschiebt ihren Börsengang auf frühestens das zweite Quartal 2027.
- Das Unternehmen hatte im November 2025 bereits vertraulich einen Entwurf für ein S-1 bei der US-Aufsichtsbehörde SEC eingereicht.
- Trotz der Verschiebung stieg der adjusted revenue im zweiten Quartal auf 508 Millionen Dollar und die Zahl der funded accounts auf 6,6 Millionen.
Payward, die Muttergesellschaft der amerikanischen Krypto-Exchange Kraken, verschiebt ihren Börsengang auf frühestens das zweite Quartal 2027. Damit rückt eines der meistbeachteten möglichen Börsendebüts im Kryptosektor erneut weiter nach hinten.
Börsengang erneut verschoben
Laut zwei mit der Sache vertrauten Personen hatte Payward nicht vor, schon früher an die Börse zu gehen. Das Unternehmen aus Wyoming hatte im November 2025 bereits vertraulich einen Entwurf für ein S-1 bei der US Securities and Exchange Commission für eine geplante Ausgabe von Stammaktien eingereicht.
Kraken wollte sich zu der Verzögerung nicht äußern. Der neue Zeitplan verlängert eine ohnehin lange Wartezeit auf ein Listing, das in der Branche seit Monaten genau beobachtet wird.
Schwacher Markt bremst Listings
CoinDesk berichtete bereits im März, dass Payward seine Börsenpläne wegen schwieriger Marktbedingungen pausiert habe. Damals spielten schwächere Krypto-Preise, geringere Handelsvolumina und niedrigere Bewertungen eine Rolle. Für 2026 hatte der Markt eigentlich mit mehr Krypto-Börsengängen gerechnet, nach den starken Debüts von Circle und Bullish im vergangenen Jahr, doch dieses Bild hat sich inzwischen gedreht.
Auch andere große Namen haben ihre Pläne verschoben. Consensys, Ledger und der Vermögensverwalter Grayscale haben ihre Listing-Pläne auf später verlegt, was zeigt, dass der IPO-Markt für Krypto-Unternehmen deutlich abgekühlt ist.
Kraken baut weiter aus
Trotz der Verschiebung erweitert Payward sein Geschäft weiter. Zuvor kamen über Übernahmen und Produktstarts Derivate, tokenisierte Aktien und Zahlungsinfrastruktur hinzu. Im zweiten Quartal stieg der adjusted revenue auf 508 Millionen Dollar, 17 % mehr als ein Jahr zuvor. Die Zahl der funded accounts stieg auf 6,6 Millionen, und die Assets auf der Plattform beliefen sich auf 40 Milliarden Dollar (34,5 Milliarden Euro).
Die Übernahmen von Bitnomial im Mai und Reap im Juli passen in diese breitere Strategie. Später kam auch die geplante Übernahme des Wallet-Infrastrukturgeschäfts von Magic Labs hinzu. Für europäische Krypto-Leser ist das relevant, weil es zeigt, wie sich große Exchanges zunehmend zu breiteren Finanzplattformen entwickeln, mit Handel, Zahlungen und Wallet-Diensten unter einem Dach.
Das passt zu einem breiteren Trend, in dem große Handelsplattformen ihr Angebot ausweiten. Krypto-Exchanges erweitern ihr Angebot um Aktien und Rohstoffe, um Kapital im Haus zu halten, während sie nach neuen Einnahmen jenseits des klassischen Spotmarkts suchen.