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Lagarde geht früh, aber Binance bleibt in Europa festgefahren

Lagardes Abgang ändert nichts am Lizenzweg von Binance: Unter MiCA bleibt die nationale Genehmigung maßgeblich, während die ESMA mehr Macht über die Krypto-Aufsicht anstrebt.

Lagarde geht früh, aber Binance bleibt in Europa festgefahren

Wichtigste Erkenntnisse

  • Christine Lagarde verlässt die EZB am 7. Februar 2027, doch das beschleunigt Binances EU-weite Lizenz nicht.
  • Binance will Zugang zum europäischen Markt, aber nationale Aufseher und möglicherweise die ESMA behalten vorerst die entscheidende Rolle.
  • Unter MiCA bleibt eine Krypto-Genehmigung pro Land nötig, wodurch der europäische Markt für Exchanges weiter zersplittert bleibt.

Christine Lagarde verlässt die Europäische Zentralbank bereits am 7. Februar 2027, doch das bedeutet nicht, dass Binance plötzlich näher an einer EU-weiten Lizenz ist. Die Krypto-Exchange will Zugang zum gesamten europäischen Markt, aber diese Tür bleibt vorerst geschlossen, solange nationale Aufseher und möglicherweise auch die ESMA das letzte Wort haben.

Was auf dem Spiel steht

Die Lizenz ist für Binance entscheidend, weil sie Zugang zu einem Markt mit rund 450 Millionen Menschen ermöglichen würde. Ohne diese Genehmigung stellte das Unternehmen im Juli die Annahme neuer europäischer Kunden ein. Konkurrent Coinbase blieb in der Region dagegen über eine Lizenz aus Luxemburg aktiv.

Lagarde soll Berichten zufolge auf eine Blockade von Binance in Griechenland gedrängt haben. Dabei sollen ihre Sorgen über die US-Einigung von Binance im Jahr 2023 rund um Geldwäschevorschriften und über den digitalen Euro, das geplante, von der EZB unterstützte digitale Staatsgeld, eine Rolle gespielt haben. Die griechische Aufsichtsbehörde sagt jedoch, dass der Antrag eigenständig auf Basis von EU- und nationalen Regeln geprüft wurde.

MiCA und ESMA

Die Debatte dreht sich nicht nur um Lagarde, sondern auch um die Frage, wer in Europa Krypto-Lizenzen vergeben soll. Die Europäische Kommission schlug im Dezember 2025 vor, diese Aufgabe teilweise von nationalen Aufsehern auf die ESMA zu verlagern. Dieser Vorschlag liegt weiterhin auf dem Tisch, und mehrere nationale Aufseher sind dagegen.

Unter MiCA müssen Krypto-Dienstleister zunächst die Zustimmung einer national zuständigen Behörde erhalten. Die ESMA koordiniert dabei die Aufsicht. Für Binance bedeutet das, dass ein neuer Antrag über ein anderes EU-Land zwar möglich bleibt, aber weiterhin einen komplexen Genehmigungsprozess durchlaufen muss.

Auch die Frage, wie Binance mit europäischen Regeln umgeht, bleibt aktuell: Die Debatte über Reverse Solicitation dreht sich darum, ob das Unternehmen über seine Abu-Dhabi-Einheit europäische Kunden bedient, ohne eine MiCA-Lizenz zu haben.

Warum das relevant ist

Für europäische Krypto-Nutzer zeigt dieser Fall, wie zersplittert der Markt weiterhin ist. Ein Abgang bei der EZB ändert die Regeln nicht sofort, kann aber beeinflussen, wer künftig den Ton in der Debatte über Aufsicht, MiCA und die Rolle der ESMA angibt. Für große Krypto-Exchanges bleibt das relevant, weil der Zugang zur EU weiterhin je nach Land und Aufseher unterschiedlich sein kann.


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