Lawson testet Stablecoin-Zahlungen in Tokio-Filiale
Der Test mit JPYC in einer Lawson-Filiale prüft, ob Yen-Stablecoins auch an der Kasse reibungslos funktionieren. Japan reguliert Stablecoins unter dem Payment Services Act streng.

Wichtigste Erkenntnisse
- Lawson startet Anfang August in einer Tokio-Filiale einen Test für Stablecoin-Zahlungen über JPYC.
- Kunden zahlen, indem an der Kasse über das POS-System ein Barcode aus ihrer Krypto Wallet gescannt wird.
- Lawson bezeichnet das als Japans ersten Stablecoin-Zahlungstest, der direkt mit einem POS-System verbunden ist.
Die japanische Supermarktkette Lawson will im August in einer Filiale in Tokio Stablecoin-Zahlungen testen. Im Fokus steht JPYC, ein an den Yen gekoppelter Stablecoin, mit dem Lawson prüfen möchte, ob digitale Zahlungen im stationären Handel auch an der Kasse zuverlässig funktionieren.
Test in Tokio
Laut Nikkei beginnt Lawson Anfang August mit dem Proof-of-Concept in der Filiale Takanawa Gateway City in Minato Ward. Zum Einsatz kommt JPYC, der vollständig regulierte Yen-Stablecoin des Tokioer Fintechs JPYC Inc. Damit geht der Test über die bislang üblichen Anwendungsfälle von Stablecoins im Handel und bei Überweisungen hinaus und richtet sich direkt an Verbraucher in physischen Geschäften.
Für das Vorhaben arbeitet Lawson mit dem Wallet-Anbieter HashPort zusammen. Kundinnen und Kunden zeigen an der Kasse einen Barcode aus ihrer Krypto Wallet auf dem Smartphone vor, der dann vom Personal über das Point-of-Sale-System gescannt wird. Anschließend verarbeitet HashPort den Stablecoin-Saldo auf Grundlage der Zahlungsdaten.
Warum das relevant ist
Lawson zufolge handelt es sich um Japans ersten Stablecoin-Zahlungstest, der direkt an ein POS-System angebunden ist. Diese Verbindung ermöglicht es, Kaufdaten wie die Anzahl der Artikel und den Zeitpunkt der Zahlung in die bestehende Laden-Software einzubinden. Für europäische Krypto-Beobachter ist vor allem interessant, dass Japan Stablecoins bereits seit Längerem streng reguliert: Nach dem angepassten Payment Services Act gelten sie als elektronische Zahlungsmittel, verbunden mit Vorgaben zu Lizenzen, vollständigen Reserven und der Einlösbarkeit zum Nennwert. In Japan arbeitet auch Circle und Nomura starten digitale Währungsdienstleistung für Japans Devisenmarkt an breiteren Anwendungen der digitalen Abwicklung, auch wenn sich diese Zusammenarbeit auf Geschäftszahlungen und FX-Settlement konzentriert.
JPYC wächst weiter
JPYC wurde im vergangenen Jahr eingeführt und hat seitdem an Reichweite gewonnen. Laut Token Terminal kommt der Token inzwischen auf eine Marktkapitalisierung von rund 27 $ Millionen (23,6 € Millionen) und etwa 64.400 Inhaber. Für Lawson stehen bei dem Test zunächst zwei praktische Fragen im Vordergrund: Läuft die Integration stabil und wie schnell werden die Transaktionen abgewickelt, bevor über einen breiteren Rollout entschieden wird.