Anwälte von Do Kwon wollen Auslieferung an die USA verhindern
Die Vereinigten Staaten und Südkorea wollen Terra-Gründer Do Kwon verurteilen.

Die Vereinigten Staaten und Südkorea wollen Terra-Gründer Do Kwon verurteilen. Seine Anwälte wollen seine Auslieferung in die USA verhindern.
Es ist kaum zwei Wochen her, dass Do Kwon festgenommen wurde. Ende März wurden die Behörden den Terra-Gründer in Montenegro festgenommen. Seitdem sitzt der 32-Jährige dort in Untersuchungshaft. Neben seinem Heimatland Südkorea will auch die USA, dass er ausgeliefert wird. Die Grundlage dafür ist eine Klage der US-Aufsichtsbehörde SEC. Darin wird Do Kwon beschuldigt von Milliardenbetrug mit Wertpapieren.
Seine Anwälte legen nun Widerspruch ein. Die SEC überschreitet ihre Befugnisse. Die Verteidiger argumentieren gegenüber der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap News, dass Terraform Labs weltweit operierte. Amerikanische Investoren würden nur einen kleinen Teil ausmachen.
Trotzdem reicht das der SEC, um eine Klage einzureichen. Denn für die Behörde gelten die US-Wertepapiergesetze auch für Unternehmen, die sich mit ihren Dienstleistungen aus dem Ausland an US-Bürger richten. Die SEC hat hierzu in der Vergangenheit mehrere Richtlinien veröffentlicht.
Crypto-Token LUNA: ein Wertpapier oder nicht?
Woran Do Kwon verurteilt wird, hängt davon ab, welchem Land Montenegro den 32-Jährigen ausliefert. Die USA rechnen damit, dass er an das Land ausgeliefert wird. Es besteht seit 2019 ein Auslieferungsvertrag. Mit Südkorea gibt es kein vergleichbares Abkommen. Wohl könnte das gemeinsame Mitgliedschaft der internationalen Polizeiorganisation Interpol zu einem Kompromiss führen. Außerdem ist das Verfahren gegen Terra in Südkorea bereits in vollem Gange. Mitbegründer Daniel Shin musste unlängst vor Gericht aussagen.
Unabhängig von der Auslieferung wird eine Frage über das Schicksal von Do Kwon entscheiden: Ist der LUNA-Token ein Wertpapier oder nicht? Eine Einstufung als Wertpapier würde weitere Verfahren deutlich erleichtern, sagt der Anwalt Koo Tae-on gegen Forkast. Den Berichten zufolge kämpfen die Strafverfolgungsbehörden in Seoul schon mit der Frage. In den USA sollte die Antwort der SEC einfach sein. Für den SEC-Chef Gary Gensler sind "alle Tokens außer Bitcoin" ohnehin Wertpapiere.