Finst

Lummis verteidigt Clarity Act nach Warren-Angriff

Lummis sagt, dass das Gesetz BSA/AML-Regeln und Sanktionen sogar verschärft, während der Senat bei wenig Zeit noch Unterstützung für die Aufteilung zwischen SEC und CFTC finden muss.

Lummis verteidigt Clarity Act nach Warren-Angriff

Wichtigste Erkenntnisse

  • Cynthia Lummis verteidigt die Clarity Act und betont, dass der Gesetzentwurf mehr als 16 Schutzmechanismen enthält und die Krypto-Regeln eher verschärft.
  • Nach Angaben von Lummis ergänzt das Gesetz zusätzliche Anti-Geldwäsche-Vorgaben, darunter die Anwendung von BSA/AML, neue Sanktionen gegen Iran und die Möglichkeit für Exchanges, schmutziges Geld einzufrieren.
  • Dem Senat bleibt bis zur Augustpause nur wenig Zeit, während für eine Verabschiedung 60 Stimmen nötig sind und die Chancen auf eine Annahme zuletzt gesunken sind.

Senatorin Cynthia Lummis hat die Clarity Act deutlich gegen Kritik verteidigt, nachdem Senatorin Elizabeth Warren den Entwurf als Risiko für illegale Geldströme bezeichnet hatte. Die Republikanerin aus Wyoming hält dagegen, dass der Text mehr als 16 Schutzmechanismen enthalte und die Regeln für Krypto eher strenger mache, statt sie aufzuweichen. Gleichzeitig läuft dem Senat das Zeitfenster davon.

Lummis verweist auf Schutzmechanismen

In ihrer öffentlichen Reaktion schrieb Lummis, dass die Clarity Act ausdrücklich zusätzliche Anti-Geldwäsche-Regeln für Krypto vorsehe. Sie verwies dabei unter anderem auf Section 201, die den Bank Secrecy Act und BSA/AML-Regeln auf Krypto anwendet, auf Section 303 mit neuen Sanktionen gegen Iran sowie auf Section 305, die Exchanges das Einfrieren von schmutzigem Geld ermöglichen soll.

Aus ihrer Sicht sind die Vorwürfe gegen das Gesetz deshalb nicht stichhaltig. Ihre Botschaft an die Kritiker fasste sie sinngemäß so zusammen, dass diese offen sagen sollten, wenn sie Krypto grundsätzlich ablehnen, statt aus ihrer Sicht unbegründete Einwände immer wieder zu wiederholen.

Streit um die Aufsicht über Krypto

Hinter der Debatte steht eine Frage, die Washington schon länger beschäftigt: Wie soll Krypto auf Bundesebene eingeordnet werden, und welche Behörde ist zuständig? Die CLARITY Act, die im Mai 2025 eingebracht wurde, soll hier mehr Klarheit schaffen, indem sie die Aufgaben von SEC und CFTC voneinander abgrenzt und digitale Assets in verschiedene Kategorien einteilt, darunter digitale Commodities, Investment Contracts und Payment Stablecoins.

Das Gesetz wurde seitdem mehrfach überarbeitet und verzögert, zuletzt auch wegen Bedenken aus der Branche im Januar 2026. Das zeigt, wie schwierig es ist, in einem sich schnell verändernden Kryptomarkt einen belastbaren regulatorischen Rahmen zu schaffen, ohne neue Lücken oder Überschneidungen zwischen den Aufsichtsbehörden zu erzeugen. Auch politisch nimmt der Druck zu: Das Weiße Haus sprach mit Strafverfolgern über Sorgen beim Anti-Geldwäsche-Schutz und über die Rolle von Softwareentwicklern im Gesetz.

Knapper Zeitplan erhöht den Druck

Besonders heikel ist der Zeitplan. Der Senat kehrt am 13. Juli aus der Pause zurück und hat danach nur noch ein enges Fenster bis zur Augustpause, um das Vorhaben voranzubringen. Für eine Verabschiedung sind 60 Stimmen nötig, darunter mindestens sieben Demokraten.

Auch die Einschätzung der politischen Erfolgschancen ist inzwischen vorsichtiger geworden. Auf Polymarket fiel die Wahrscheinlichkeit, dass die Clarity Act 2026 Gesetz wird, auf 39 Prozent, nach 64 Prozent Anfang Juni. Galaxy Research beziffert die Chance inzwischen auf 50 Prozent, nach 60 Prozent am 5. Juni, und verweist dabei auf den immer knapper werdenden Senatskalender.


Haftungsausschluss: Dieser Inhalt dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine finanzielle, anlagebezogene, rechtliche oder steuerliche Beratung dar. Die bereitgestellten Informationen können unvollständig, ungenau oder veraltet sein und sollten nicht als solche herangezogen werden. Nichts auf dieser Website sollte als Empfehlung zum Kauf, Verkauf oder Halten von Kryptowährungen angesehen werden. Investitionen in Krypto-Assets sind mit Verlustrisiken verbunden.