Malta prüft Regulierung von teilweise zentralisierten DeFi-Projekten unter MiCA
Die maltesische Aufsichtsbehörde prüft, ob teilweise zentralisierte DeFi-Projekte doch unter MiCA fallen könnten. Die Konsultation soll mehr Klarheit über die Grenze zwischen wirklich dezentral und reguliert bringen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Die MFSA prüft, ob teilweise zentralisierte DeFi-Projekte unter die europäische MiCA-Regulierung fallen könnten.
- Die Aufsichtsbehörde sieht bei vielen DeFi-Projekten zentrale Merkmale, etwa Admin-Zugriff, konzentrierte Governance und Kontrolle über Benutzeroberflächen.
- Die Konsultation läuft bis zum 10. Juli und soll mehr Klarheit zur Regulierung von DeFi in der EU bringen.
Die Malta Financial Services Authority (MFSA) prüft, ob bestimmte Formen von dezentraler Finanzwirtschaft (DeFi) unter die europäische MiCA-Regulierung fallen könnten. Obwohl MiCA Dienste ausdrücklich ausnimmt, die vollständig dezentral und ohne Zwischenhändler angeboten werden, stellen die maltesischen Aufseher fest, dass viele DeFi-Projekte weiterhin zentrale Merkmale haben, etwa Admin-Zugriff, konzentrierte Governance und Kontrolle über Benutzeroberflächen.
Dezentralisierung als Kontinuum bewerten
In einem kürzlich veröffentlichten Diskussionspapier bittet die MFSA um Feedback dazu, ob man Dezentralisierung besser als Spektrum statt als binäre Eigenschaft sehen sollte. Das ist relevant, weil MiCA keine klare Definition dafür liefert, was genau als 'vollständig dezentral' gilt. Die Aufsicht denkt auch über die Entwicklung eines standardisierten Rahmens nach, um festzulegen, wann ein Protokoll außerhalb des Anwendungsbereichs von MiCA liegt. Das könnte sowohl für Aufsichtsbehörden als auch für DeFi-Entwickler mehr Klarheit bringen.
Pflichten für regulierte Krypto-Unternehmen
Die MFSA stellt außerdem die Frage, ob regulierte Krypto-Unternehmen verpflichtet werden sollten, Smart-Contract-Audits, Governance-Prüfungen und Risikoanalysen durchzuführen, bevor sie DeFi-Protokolle in ihre Dienste integrieren. Das könnte die Sicherheit und Transparenz erhöhen, angesichts der komplexen und teils undurchsichtigen Natur vieler DeFi-Projekte.
Außerdem behandelt das Papier mögliche rechtliche Strukturen für DeFi-Initiativen, etwa dezentrale autonome Organisationen (DAOs) und segregated cell companies. Die MFSA führt auch das Konzept der guardian agents ein: automatisierte Mechanismen, die das Verhalten autonomer Systeme überwachen und begrenzen, um die Einhaltung vorher festgelegter Ziele und Risikotoleranzen sicherzustellen.
Die Konsultation ist bis zum 10. Juli für Rückmeldungen offen. Dieser Schritt der MFSA könnte einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die regulatorischen Rahmenbedingungen rund um DeFi in der EU klarer zu machen, wo die aktuelle Regulierung noch Spielraum für Interpretation und Unsicherheit lässt.