Finst

Metaplanet-CEO reagiert auf Kritik an MMXX und Aktienrechten

Gerovich sagt, dass Metaplanet die Vergütungsregelung rund um Series 10 unzureichend erläutert habe. Die Debatte über Verwässerung und MMXX setzt das Bitcoin-Treasury-Modell und die Governance unter Druck.

Metaplanet-CEO reagiert auf Kritik an MMXX und Aktienrechten

Wichtigste Erkenntnisse

  • Metaplanet-CEO Simon Gerovich reagierte auf Kritik an seiner Rolle bei MMXX Ventures und an der Vergütungsstruktur des Managements.
  • Im Mittelpunkt der Debatte stehen Series 10 Stock Acquisition Rights und die Verwässerung der Aktionäre nach der Bitcoin-Strategie vom April 2024.
  • Metaplanet passte die Regelung im August an, ließ den vergrößerten Vergütungspool aber bestehen, und die Aktie fiel am Montag um 7%.

Simon Gerovich, CEO des Bitcoin-Treasury-Unternehmens Metaplanet, hat auf die Kritik rund um seine Rolle bei MMXX Ventures und auf die Vergütungsstruktur für das Management reagiert. Seiner Aussage nach hat das japanische Unternehmen die Regelung rund um die Series 10 Stock Acquisition Rights nicht ausreichend erklärt. Außerdem sagte er, dass er zwar ein bedeutender, aber kein Mehrheitsaktionär der Muttergesellschaft von MMXX sei und keine Rolle bei den Handelsentscheidungen dieser Partei gespielt habe.

Kritik an Aktienrechten

Die Debatte dreht sich um eine Regelung, die bereits im Dezember 2022 eingeführt wurde, also noch bevor Metaplanet seine Bitcoin-Strategie annahm. Statt einer festen Zahl von Aktien für Führungskräfte erhielt das Management Zugang zu einem Vergütungspool, der 20% des vollständig verwässerten Kapitals des Unternehmens entsprach.

Als Metaplanet im April 2024 auf den Kauf von Bitcoin umstieg, rückte diese Struktur stärker in den Fokus. Jedes Mal, wenn das Unternehmen neue Aktien ausgab, um mehr Bitcoin zu kaufen, wurden bestehende Aktionäre weiter verwässert, während der Optionsanspruch von Gerovich zunahm. Das führte zu wachsender Kritik von Anlegern, die mehr Klarheit über die Ausgestaltung und die wirtschaftlichen Vorteile für das Management forderten.

Anpassung im August

Im August löste Metaplanet die Kopplung an das Wachstum des Vergütungspools und setzte die Zahl der verfügbaren Vergütungsaktien auf rund 320 Millionen fest. Das Unternehmen nahm den Pool jedoch nicht auf das Niveau vor dem Bitcoin-Pivot zurück. Damit blieb die zuvor vergrößerte Struktur bestehen, auch wenn der Vorstand eine fünfjährige Lock-up für ausgeübte Rechte einführte.

Gerovich sagte, die Anpassung sei ein Schritt in die richtige Richtung, doch die Kritik verschwand damit nicht. Aktionäre wiesen vielmehr darauf hin, dass die Kernfrage zur bereits entstandenen Verwässerung weiterhin offen sei. Unklar blieb auch, in welchem Umfang Gerovich persönlich wirtschaftlich von den Verkäufen von MMXX profitierte, obwohl Metaplanet seine Stimmrechtskontrolle über diese Partei gemeldet hat.

Warum das relevant ist

Für europäische Krypto-Beobachter zeigt dieser Fall, dass Bitcoin-Treasury-Unternehmen nicht nur an ihrer BTC-Position gemessen werden, sondern auch an Governance und Vergütungsstrukturen. Das ist relevant, weil solche Unternehmen oft neue Aktien ausgeben, um Bitcoin zu kaufen, wodurch die Interessen von Vorstand und Aktionären schnell unter Druck geraten können. Die Debatte um Metaplanet fügt sich damit in die breitere Frage ein, wie transparent solche Modelle in der Praxis sind.

Der Aktienkurs von Metaplanet fiel am Montag um 7% wegen der anhaltenden Aufmerksamkeit für die Vergütungsstruktur. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie 43% im Minus, während der Nikkei 225 im selben Zeitraum um 31% gestiegen ist. Über den vergangenen Monat legte Bitcoin um 23% zu, ungefähr im Einklang mit der Entwicklung von Metaplanet, auch wenn andere Bitcoin-Treasury-Unternehmen besser abschnitten: Strategy stieg um 40% und Strive sogar um 114%.

Auch bei anderen Bitcoin-Treasury-Unternehmen spielt Governance eine größere Rolle. So zeigte die Debatte über die Indexaufnahme von Strategy und Metaplanet bereits, dass Anleger und Indexanbieter solche Geschäftsmodelle immer kritischer betrachten.


Haftungsausschluss: Dieser Inhalt dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine finanzielle, anlagebezogene, rechtliche oder steuerliche Beratung dar. Die bereitgestellten Informationen können unvollständig, ungenau oder veraltet sein und sollten nicht als solche herangezogen werden. Nichts auf dieser Website sollte als Empfehlung zum Kauf, Verkauf oder Halten von Kryptowährungen angesehen werden. Investitionen in Krypto-Assets sind mit Verlustrisiken verbunden.