MicroStrategy-Aktien ziehen trotz starkem Rückgang $6 Millionen an Long-Positionen an
Bemerkenswert ist, dass erfahrene Händler während des jüngsten Rückgangs Long-Positionen in MicroStrategy aufbauen. Der Kurs bleibt aber stark von Bitcoin abhängig, und eine Erholung dürfte vorerst begrenzt sein.

Wichtigste Erkenntnisse
- MicroStrategy-Aktien sind in einem Monat um rund 41% gefallen, doch Smart-Money-Wallets haben während der jüngsten Verkaufswelle gerade Long-Positionen aufgebaut.
- Auf Hyperliquid stehen $6,1 Millionen an Longs $3,5 Millionen an Shorts gegenüber, mit einer Netto-Long-Position von $2,5 Millionen für profitable Händler.
- Der Kurs von MicroStrategy bewegt sich stark mit Bitcoin; Analysten haben Kursziele gesenkt, und ein Bitcoin-Rückgang unter $60.000 könnte zusätzlichen Druck auslösen.
MicroStrategy (MSTR)-Aktien sind innerhalb eines Monats um etwa 41% gefallen, also deutlich stärker als Bitcoin selbst. Trotzdem haben die am genauesten verfolgten Wallets auf einer Krypto-Plattform ausgerechnet während der heftigsten Woche dieses Rückgangs ihre Long-Positionen ausgebaut. Das deutet auf eine auffällige Gegenbewegung im Markt hin.
Clevere Anleger bauen während des Rückgangs Long-Positionen auf
Eine Analyse der Smart-Money-Positionen in MicroStrategy-Perpetual-Futures, die auf Hyperliquid handelbar sind, zeigt, dass Wallets mit dem Nansen-Label für durchgehend profitable Händler aktuell eine Netto-Long-Position von $2,5 Millionen (€2,2 Millionen) halten. Das Verhältnis von Long- zu Short-Positionen liegt bei 1,74, mit $6,1 Millionen (€5,3 Millionen) an Longs gegenüber $3,5 Millionen (€3 Millionen) an Shorts. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber Mai, als nur drei Wallets Positionen hielten, inzwischen sind es neun.
Diese Smart-Money-Anleger haben ihre Long-Positionen vor allem während des Rückgangs im Juni aufgebaut, was darauf hindeutet, dass sie den jüngsten Kursrutsch als erschöpft ansehen. Dagegen sind die Positionen sogenannter Whale-Wallets fast neutral, mit einem Verhältnis von 1,03 bei einem Buchwert von $19,1 Millionen (€16,6 Millionen). Das zeigt, dass die Überzeugung vor allem in der Smart-Money-Gruppe konzentriert ist.
Starke Korrelation mit Bitcoin bestimmt den MicroStrategy-Kurs
Die starke Korrelation zwischen MicroStrategy und Bitcoin ist ein wichtiger Faktor bei dieser Entwicklung. Eine 30-Tage-Korrelationsanalyse zeigt einen Wert von 0,90, was bedeutet, dass sich der Aktienkurs von MicroStrategy fast synchron mit dem von Bitcoin bewegt. Das ist nachvollziehbar, weil das Unternehmen mehr als 845.000 BTC hält und die Aktie damit als Proxy für die Kryptowährung gilt.
Makroökonomische Indikatoren haben dagegen nur wenig Einfluss. So liegt die Korrelation mit dem MOVE-Index, einem Maß für die Volatilität am Anleihemarkt, nur bei -0,24, und auch zum US-Dollar-Index ist sie negativ. Das spricht dafür, dass der jüngste Kursrückgang vor allem von Bewegungen am Kryptomarkt kommt und nicht von breiteren Makrofaktoren.
Der Optionsmarkt stützt diese Sicht. Anfang Juni war die Put-Call-Ratio hoch, was auf Pessimismus hindeutet, drehte aber schnell wieder in Richtung Calls, was auf mehr optimistische Positionierungen schließen lässt. Das Open Interest blieb jedoch hoch, was zeigt, dass bestehende Hedges beibehalten werden, während neues Kaufinteresse entsteht.
Kurserholung möglich, aber mit Grenzen
Der Kurs von MicroStrategy scheint bei $114,28 (€99) Unterstützung zu finden, wo der Verkaufsdruck seit Anfang Juni nachlässt. Die größte Long-Position auf Hyperliquid wurde bei rund $131,77 (€114) eröffnet, mit einem Liquidationspunkt bei $101,70 (€88), während die größte Short-Position bei $130,65 (€113) liegt, mit einem Liquidationspunkt bei $186,98 (€162). Das deutet auf eine mögliche Trading-Range hin, innerhalb der sich der Kurs erholen könnte.
Analysten haben ihre Kursziele zuletzt gesenkt, was darauf hindeutet, dass die Erholung wohl begrenzt bleiben dürfte. So senkte Canaccord Genuity das Kursziel von $224 (€194) auf $163 (€141), während Mizuho eine ähnliche Anpassung vorgenommen hat. Das stützt das Bild, dass die aktuellen Kaufpositionen eher ein Rebound-Trade sind als der Beginn einer nachhaltigen Trendwende.
Die weitere Entwicklung hängt stark von Bitcoin selbst ab, das zuletzt bei rund $61.500 (€53.300) gehandelt wurde, nach einem Rückgang von 25% in einem Monat. MicroStrategy kaufte Anfang Juni erneut 1.550 BTC zu, was die enge Bindung an Bitcoin unterstreicht. Ein weiterer Rückgang von Bitcoin unter $60.000 (€52.000) könnte das Vertrauen in MicroStrategy schwächen und die Long-Positionen unter Druck setzen.
Relevanz für europäische Anleger
Für europäische Anleger ist es interessant zu sehen, wie eng eine technologie- und kryptobezogene Aktie wie MicroStrategy mit Bitcoin verbunden ist. Die Entwicklungen rund um MSTR können deshalb auch ein Hinweis auf die Stimmung und die Risiken im breiteren Kryptomarkt sein. Das Beobachten von Smart-Money-Positionen und Korrelationen kann helfen, mögliche Kursbewegungen besser einzuschätzen, vor allem in einem Markt, der immer stärker mit traditionellen Aktien verflochten ist.