Miles Guo zu 30 Jahren Haft wegen Milliardenbetrugs verurteilt
Der Fall rund um H-Coin und GTV Media Group zeigt, wie Krypto, Medien und politischer Einfluss in einem groß angelegten Betrug zusammenkamen. Guo muss fast $900 Millionen abgeben und verliert Luxusbesitz.

Wichtigste Erkenntnisse
- Miles Guo wurde in den Vereinigten Staaten zu 30 Jahren Haft wegen eines Betrugsfalls über $1 Milliarde rund um H-Coin und GTV Media Group verurteilt.
- Das Gericht ordnete an, dass er fast $900 Millionen an Erlösen abgeben muss, und er verlor unter anderem ein Mansion in New Jersey und Luxusautos.
- Der Fall zeigt, wie Krypto, Medien und politischer Einfluss zusammen in groß angelegtem Betrug und Durchsetzung enden können.
Miles Guo ist in den Vereinigten Staaten zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Hintergrund ist ein Betrugsfall über $1 Milliarde (€0,9 Milliarden), der sich um sein Krypto-Projekt H-Coin und die GTV Media Group drehte. Der Fall macht deutlich, wie aus einem vermeintlichen Krypto-Projekt schnell ein umfassender Betrugsfall werden kann, wenn politische Nähe und aggressives Fundraising dazukommen.
Betrugsfall rund um GTV und H-Coin
Guo, der die GTV Media Group leitete und 2023 festgenommen wurde, muss nach Angaben des Gerichts zusätzlich fast $900 Millionen (€790 Millionen) an Erlösen herausgeben. Außerdem verlor er den Besitz an einem Mansion in New Jersey sowie mehrere Luxusautos, darunter einen Rolls Royce Phantom und einen Bugatti.
Nach der früheren Anklage stand vor allem H-Coin im Zentrum des Verfahrens. Das Projekt wurde seiner Anhängerschaft als eine Art Krypto-nahes Angebot präsentiert. Tatsächlich handelte es sich laut den Behörden um ein betrügerisches Konstrukt, über das Guo mit irreführenden Angaben zu dem Projekt und den dazugehörigen digitalen Produkten Geld eingesammelt haben soll.
Verbindung zu Bannon
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt der Fall durch Guos Verbindung zu Steve Bannon, dem früheren Top-Berater von Donald Trump. Bannon wurde 2020 sogar auf einer 150 Fuß langen Yacht festgenommen, die Guo gehörte, als er in einem anderen bundesweiten Betrugsfall im Zusammenhang mit Fundraising angeklagt wurde.
Dieser Bundesfall wurde 2021 später durch Trump per Begnadigung beendet, doch Bannon wurde danach auf Staatsebene erneut belangt. 2025 bekannte er sich schuldig, blieb jedoch ohne Haftstrafe.
Warum das relevant ist
Für europäische Krypto-Fans zeigt der Fall, dass Betrug rund um Token oft weit über Technik oder Kursbewegungen hinausgeht. Wenn ein Projekt mit Medien, Politik und Versprechen an eine loyale Anhängerschaft verknüpft wird, kann der Schaden deutlich größer ausfallen als bei einem gewöhnlichen Scam. Das Verfahren gegen Guo reiht sich damit in eine breitere Serie amerikanischer Durchsetzungsfälle gegen irreführende Krypto- und Fundraising-Strukturen ein. Ein ähnlicher US-Fall ist der gegen Sam Bankman-Fried, bei dem ein Milliardenbetrug rund um ein Krypto-Unternehmen ebenfalls in einer harten Haftstrafe endete.