Geldnot für Huobi: Justin Sun kündigt Entlassungen an
Bitcoin-Börse Huobi hat offenbar Zahlungsprobleme.

Bitcoin-Börse Huobi hat offenbar Zahlungsprobleme. Diese kamen bei der Bankrun auf der Silvergate Bank zutage.
Huobi, eine Börse, an der Bitcoin und andere Kryptowährungen gehandelt werden, steckt offenbar in Zahlungsschwierigkeiten. Die Silvergate Bank steht in engem Zusammenhang und hat auch Verbindungen zur FTX-Börse rund um Sam Bankman-Fried.
Silvergate Capital: Aktien stürzen nach Banklauf ab
Was sich in den letzten Tagen bei Silvergate zugetragen hat, lässt sich am besten mit einem Banklauf vergleichen. Wie Reuters am 5. Januar meldete, haben Anleger mehr als acht Milliarden USD von der Börse abgezogen. Durch die Abhebung der Vermögenswerte sanken die Silvergate-Aktien Monat für Monat um 50 Prozent.
Die Bank hatte angekündigt, das Personal um etwa 40 Prozent, also rund 200 Mitarbeiter, zu reduzieren. Das Unternehmen hatte kürzlich Schulden im Wert von 5,2 Milliarden USD mit einem Verlust von 718 Millionen USD verkauft, um liquide zu bleiben.
Reuters berichtete weiter, dass die US-Polizeikassen von Silvergate und Farmington State Bank beschlagnahmt wurden. Letztere ist mit der insolventen Kryptobörse FTX verbunden. Silvergate soll auch Verbindungen zu FTX haben.
Weiterhin wird der Kryptobank vorgeworfen, unzureichende Vorkehrungen im Hinblick auf Anti-Geldwäsche-Richtlinien getroffen zu haben. Sie ist auch eng mit der Bitcoin-Börse Huobi verbunden.
Bitcoin-Börse Huobi in Zahlungsschwierigkeiten
Huobi gehört derzeit zu den Top-30-Kryptobörsen gemessen am 24-Stunden-Handelsvolumen. Justin Sun, der im Oktober 2022 30 Prozent der Börse gekauft hatte, sagte Reuters heute, dass die Börse plant, 20 Prozent des Personals zu entlassen. Hinweise aus der Krypto-Industrie deuten darauf hin, dass Huobi auch knapp bei Kasse sitzt, besonders wenn es um die Fiatreserven der Börse geht.
Unterdessen soll Justin Sun laut einem geleakten Dokument alle internen Kommunikationskanäle des Personals lahmgelegt haben. Außerdem sollen Bonuszahlungen gestoppt und Gehälter offenbar nur noch in der Stablecoin Tether (USDT) gezahlt werden. Die Echtheit des Dokuments konnte bislang nicht bestätigt werden.
Krypto-Analysten von Arkham Crypto Intelligence haben jedoch eine Verbindung zwischen den Ereignissen rund um Silvergate und Huobi hergestellt. Die Vermutung ist, dass Huobi durch den Silvergate-Banklauf in Zahlungsschwierigkeiten gerät ist und daher diese drastischen Maßnahmen ergreift.
Gleichzeitig könnten Untersuchungen der Strafverfolgungsbehörden gegen die Bitcoin-Börse die Situation verschlimmern. Der Börse wird seit einiger Zeit vorgeworfen, unzureichende Know-Your-Customer-Verfahren zu verwenden. Der Twitter-Account cipher_blade belegte in einem Selbstversuch, dass es sich nicht nur um Gerüchte handelt. Er verkleidete sich als Taylor Swift und Borat und bestand dabei die KYC-Kontrolle der Bitcoin-Börse.
Was das für Anleger bedeutet
In der Krypto-Industrie führt diese Art von Nachrichten zu Unsicherheit: Wird die Bitcoin-Börse nun dasselbe Schicksal erleiden wie FTX? Grundsätzlich ist es nicht sinnvoll, in solchen Situationen früh in Panik zu geraten und emotionale Entscheidungen zu treffen. Es ist jedoch wichtig, die Lage und die weiteren Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen.
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