New York verklagt Kalshi wegen mutmaßlich illegaler Wetten
Der Bundesstaat stuft Kalshis Event Contracts als illegale Wetten auf Sport, Wahlen und Kultur ein. Der Fall verschärft den Konflikt zwischen bundesstaatlichen Vorgaben und der Aufsicht durch die CFTC.

Wichtigste Erkenntnisse
- New York hat Kalshi verklagt und bezeichnet die Plattform als illegales Glücksspielunternehmen ohne Gaming License.
- Der Bundesstaat will Kalshi aus New York verbannen und verlangt eine Abrechnung von Einsätzen, Verlusten, Unternehmensgewinnen und zusätzlichen Strafen.
- Der Fall ist Teil eines breiteren Rechtsstreits in den USA über Prediction Markets, Sportwetten und bundesstaatliche versus staatliche Regeln.
New York hat die Prediction-Market-Plattform Kalshi verklagt und wirft dem Unternehmen vor, ohne Gaming License ein illegales Glücksspielgeschäft zu betreiben. Der Bundesstaat will Kalshi aus New York verdrängen und verlangt zudem eine vollständige Abrechnung von Einsätzen, Verlusten und Unternehmensgewinnen.
Anklage in New York
Die Klage wurde am Freitag beim New York Supreme Court eingereicht. Attorney General Letitia James stuft Kalshis Event Contracts als illegale Wetten ein, unter anderem auf Sport, Wahlen und Kultur. Laut der Klage erlaubt die Plattform auch Nutzern zwischen 18 und 20 Jahren Einsätze, obwohl das für lizenzierte Sportsbooks im Bundesstaat nicht zulässig ist.
Der Bundesstaat bittet das Gericht, Kalshi zu untersagen, weiter als nicht lizenziertes Glücksspielunternehmen aufzutreten. Zusätzlich fordert New York eine Strafe in Höhe des Dreifachen der Einnahmen aus der Aktivität sowie 100.000 $ (87.100 €) für jedes nicht autorisierte oder versuchte Angebot von Sports oder Mobile Sports Wagering. Darüber hinaus verlangt der Bundesstaat Rückerstattung, Schadenersatz und zivilrechtliche Strafen.
Breiterer Rechtsstreit
Der Schritt fügt sich in eine breitere Welle juristischen Drucks auf Prediction Markets in den USA ein. Kalshi und der Branchenkollege Polymarket erhielten in Minnesota zuletzt vorübergehend Rückenwind, nachdem ein Bundesrichter entschied, dass das staatliche Verbot von Prediction Markets wahrscheinlich mit dem Commodity Exchange Act kollidiert. Gleichzeitig bleibt das Spannungsverhältnis zwischen bundesstaatlichen und staatlichen Regeln bestehen, weil die CFTC Kalshi als Designated Contract Market reguliert, während die Bundesstaaten die sportbezogenen Verträge wiederum anfechten.
Kalshi steht inzwischen in mehreren Bundesstaaten unter Druck. In Arizona wurden im März 2026 sogar strafrechtliche Anklagen eingereicht, mit dem Vorwurf, das Unternehmen habe ohne Lizenz ein illegales Glücksspielunternehmen betrieben und sich auch mit Wahlwetten befasst. Damit ist der Fall in New York mehr als nur eine einzelne Klage. Er zeigt, wie unsicher die rechtliche Lage von Prediction Markets in den USA weiterhin ist.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Nutzer ist das vor allem deshalb relevant, weil sich Prediction Markets an der Schnittstelle von Krypto, Derivaten und Glücksspiel bewegen. Das Ergebnis könnte zeigen, wie weit Aufsichtsbehörden in den USA bei der Begrenzung von Event Contracts gehen wollen und wie strikt Bundesstaaten und Bundesbehörden ihre jeweiligen Zuständigkeiten verteidigen. Für Plattformen in diesem Marktsegment kann das Auswirkungen darauf haben, wie sie ihre Produkte strukturieren und anbieten.
Der juristische Druck auf Kalshi steht dabei nicht isoliert: In einem anderen Fall erhielt das Unternehmen in Minnesota erst vor Kurzem vorübergehend Spielraum, weil ein Bundesrichter das staatliche Verbot wahrscheinlich für unvereinbar mit Bundesrecht hielt. Das unterstreicht, wie gespalten die US-Regeln für Prediction Markets weiterhin sind.