Nikkei erreicht Rekordhoch dank USA-Iran-Abkommen, doch eine Zinserhöhung droht
Der Nikkei sprang nach dem USA-Iran-Abkommen auf ein Rekordhoch, doch die erwartete Zinserhöhung der Bank of Japan könnte die Marktstimmung schnell kippen lassen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Der Nikkei durchbrach nach einem USA-Iran-Abkommen, das eine breitere Aktienrally auslöste, erstmals die Marke von 69.700 Punkten.
- Die Ölpreise fielen deutlich, während Aktien und Krypto zulegten, Bitcoin bewegte sich in Richtung 66.000 Dollar.
- Die Bank of Japan dürfte am Dienstag die Zinsen von 0,75% auf 1% anheben, was die Carry Trade und risikoreiche Märkte belasten könnte.
Der japanische Aktienindex Nikkei hat erstmals die Marke von 69.700 Punkten durchbrochen. Am Montag erreichte der Index ein Intraday-Hoch von 69.705, ein Plus von mehr als 5%, nachdem die Nachricht über ein Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran zur Beendigung ihres Konflikts eine breitere Rally an den Aktienmärkten ausgelöst hatte.
Auswirkungen des USA-Iran-Abkommens auf die Märkte
Das von Präsident Donald Trump angekündigte Abkommen sieht unter anderem ein Ende der amerikanischen Seeblockade gegen Iran vor und öffnet die Straße von Hormus wieder, eine wichtige Ölroute. Das führte zu einem Rückgang der Ölpreise, wobei West Texas Intermediate um etwa 4,6% und Brent Crude um rund 5% nachgaben. Gleichzeitig reagierten Aktien und Kryptowährungen positiv: Die US-Futures legten deutlich zu, darunter ein Plus von 1,4% bei den Nasdaq-100-Futures. Auch in Asien waren die Bewegungen kräftig, mit dem südkoreanischen KOSPI als Spitzenreiter mit einem Anstieg von 5,46% und dem japanischen Topix, der 3,3% gewann.
Auch der Kryptomarkt profitierte vom positiven Sentiment. Die gesamte Marktkapitalisierung von Kryptowährungen stieg um fast 2%, wobei sich Bitcoin (BTC) in Richtung 66.000 Dollar bewegte. Das passt zur früheren Marktreaktion auf das Abkommen: Bitcoin stieg nach dem USA-Iran-Abkommen und fallenden Ölpreisen über 65.500 Dollar zeigte, wie schnell geopolitische Entspannung Risk Assets stützen kann.
Drohende Zinserhöhung der Bank of Japan
Trotz dieser positiven Entwicklung kann sich die Stimmung schnell drehen. Die Bank of Japan (BOJ) dürfte ihren Leitzins am Dienstag von 0,75% auf 1% anheben. Dieser Schritt wäre eine wichtige geldpolitische Wende, wenn man das jahrzehntelange Niedrigzinsumfeld betrachtet, mit dem Deflation bekämpft und das Wirtschaftswachstum gestützt werden sollte.
Ein höherer Zins macht das Leihen in Yen teurer und verringert damit die Attraktivität der sogenannten Yen-finanzierten Carry Trade. Bei dieser Strategie leihen sich Investoren Yen zu niedrigen Zinsen, um in höher verzinste Anlagen im Ausland zu investieren, etwa in Aktien, Anleihen und Kryptowährungen. Durch die höheren Kosten kann die Rentabilität dieses Handels sinken, was zu Kapitalrückflüssen nach Japan führen könnte. Das könnte Druck auf globale Aktienmärkte und risikoreichere Assets ausüben.
Die Märkte haben die Zinserhöhung weitgehend schon eingepreist, deshalb dürfte der Fokus vor allem auf der Kommunikation der BOJ zu weiteren Schritten liegen. Wirtschaftsprognosen deuten darauf hin, dass die BOJ die Zinsen später in diesem Jahr möglicherweise weiter auf 1,25% anheben könnte. Eine stärkere Straffung als erwartet könnte deutliche Auswirkungen auf Aktien, Kryptowährungen und andere risikoreiche Märkte haben.
Relevanz für europäische Anleger
Für europäische Anleger kann diese Entwicklung relevant sein, weil Veränderungen in der Geldpolitik der BOJ globale Kapitalströme und Devisenmärkte beeinflussen. Eine Zinserhöhung, die die Carry Trade ausbremst, kann zu Volatilität bei risikoreichen Assets führen, darunter Kryptowährungen wie Bitcoin, die weltweit gehandelt werden. Das unterstreicht, wie wichtig es ist, internationale geldpolitische Entscheidungen im Blick zu behalten, wenn du Marktrisiken und Chancen einschätzen willst.