Finst

Alte Bitcoin-Wallet bewegt 31 Millionen Dollar nach Coldcard-Hack

Die Bewegung folgt kurz nach dem Coldcard-Hack, bei dem laut Galaxy Tausende BTC aus verwundbaren Wallets abgezogen wurden. On-Chain-Analysten sehen darin möglicherweise zusätzliche Sicherheitsbewegungen.

Alte Bitcoin-Wallet bewegt 31 Millionen Dollar nach Coldcard-Hack

Wichtigste Erkenntnisse

  • Eine ruhende Bitcoin-Wallet hat am Montag 500 BTC bewegt, im Wert von 31,3 Millionen Dollar, nachdem sie mehr als 12,7 Jahre lang inaktiv gewesen war.
  • Die Transaktion fiel zeitlich mit mehreren alten Coins zusammen, die on-chain bewegt wurden, kurz nachdem der Coldcard-Hack am 30. Juli öffentlich wurde.
  • Forscher berichten, dass seit dem 30. Juli Tausende BTC aus von Coldcard erzeugten Wallets abgezogen wurden. Der Schaden soll bei rund 130 Millionen Dollar liegen.

Eine seit Langem inaktive Bitcoin-Wallet hat am Montag 500 BTC transferiert. Der Gegenwert lag bei 31,3 Millionen Dollar (27,1 Millionen Euro). Auffällig ist der Zeitpunkt: Parallel dazu wurden mehrere ältere Coins on-chain bewegt, kurz nachdem der Coldcard-Hack am 30. Juli sichtbar geworden war. Für On-Chain-Beobachter könnte das auf eine breitere Welle von Umschichtungen hindeuten. Aus der Bewegung einer einzelnen Wallet lässt sich allerdings nicht ableiten, welche Absicht dahintersteht.

Wallet aus 2013 wird aktiv

Die Wallet mit dem Label 18TExP war seit 2013 unberührt und wurde nach mehr als 12,7 Jahren erstmals wieder aktiv. Laut Whale Alert handelte es sich um 500 BTC, die damals noch rund 500.000 Dollar (433.500 Euro) wert waren. Die Coins wurden auf eine neue Wallet verschoben. Aus der Transaktion selbst geht jedoch nicht hervor, weshalb der Transfer erfolgt ist.

Der Blockchain-Analyst Lookonchain hält es für möglich, dass der Besitzer die Mittel nach dem Coldcard-Hack aus Sicherheitsgründen bewegt hat. Das passt in eine Phase, in der sich ältere Wallets häufiger zu bewegen scheinen. Genauso denkbar sind aber auch andere Gründe, etwa Estate-Transfers, Konsolidierungen bei Börsen oder Migrationen bei Custodians.

Coldcard unter Druck

Coldcard ist eine bekannte Bitcoin-only Hardware-Wallet und gilt als besonders sicher, unter anderem wegen der Air-Gapped-Nutzung und einer Dual-Secure-Element-Architektur. Gerade deshalb bekommt ein Sicherheitsvorfall rund um diesen Wallet-Typ im Kryptomarkt viel Aufmerksamkeit. Laut Forschern von Galaxy wurden seit dem 30. Juli Tausende BTC aus von Coldcard erzeugten Wallets über eine Schwachstelle abgezogen, die auf März 2021 zurückgeht. Der Gesamtschaden soll bei etwa 130 Millionen Dollar (113 Millionen Euro) liegen.

Auch frühere Sicherheitsprobleme bei Coldcard sind bereits bekannt geworden, darunter ein Bypass-Angriff im Jahr 2020 und eine kritische Schwachstelle, die im September 2025 entdeckt wurde. Vor diesem Hintergrund dürfte es nachvollziehbar sein, dass manche Holder ihre Self-Custody-Struktur noch einmal genau prüfen. Das gilt vor allem dann, wenn sich innerhalb kurzer Zeit viele alte Wallets bewegen. Ein jüngster Angriff auf Coldcard hat bereits gezeigt, wie schnell ein Fehler bei der Key-Generierung zu hohen Verlusten führen kann.

Warum das für Anleger wichtig ist

Für europäische Krypto-Anleger ist das vor allem deshalb relevant, weil sich das Vertrauen in Self-Custody nach einem Sicherheitsvorfall rasch verschieben kann. Wenn mehrere alte Wallets gleichzeitig aktiv werden, kann das auf zusätzliche Vorsicht bei Besitzern lange ruhender BTC hindeuten. Es beweist aber nicht, dass jede einzelne Transaktion direkt mit dem Hack zusammenhängt. Die Kombination aus einer großen Wallet-Bewegung und einem laufenden Sicherheitsproblem macht On-Chain-Daten in solchen Phasen besonders wichtig, um sie im Blick zu behalten.


Haftungsausschluss: Dieser Inhalt dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine finanzielle, anlagebezogene, rechtliche oder steuerliche Beratung dar. Die bereitgestellten Informationen können unvollständig, ungenau oder veraltet sein und sollten nicht als solche herangezogen werden. Nichts auf dieser Website sollte als Empfehlung zum Kauf, Verkauf oder Halten von Kryptowährungen angesehen werden. Investitionen in Krypto-Assets sind mit Verlustrisiken verbunden.