Polymarket setzt Chance auf Clarity Act nach Ethik-Gerüchten um Trump auf 43 %
Polymarket-Trader rechnen inzwischen häufiger mit einer Verabschiedung im Jahr 2026, nachdem sich die Ethik-Klausel rund um Trump womöglich gelöst hat. Das Gesetz soll die Rollen von SEC und CFTC in den USA klarer abgrenzen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Polymarket-Trader beziffern die Wahrscheinlichkeit für eine Verabschiedung der Clarity Act im Jahr 2026 nach Berichten über Trump und die Ethik-Klausel inzwischen auf rund 43 %.
- Die Clarity Act soll in den Vereinigten Staaten einen bundesweiten Rahmen für Krypto schaffen und die Zuständigkeiten von SEC und CFTC klarer trennen.
- Das Gesetz bleibt dennoch unsicher: Demokraten kennen den Text nicht, eine öffentliche Fassung fehlt weiterhin und im Senat steht die Abstimmung noch aus.
Polymarket-Trader haben die Wahrscheinlichkeit, dass die Clarity Act noch in diesem Jahr Gesetz wird, deutlich nach oben gesetzt. Auslöser waren Berichte, wonach Präsident Trump der Ethik-Klausel zugestimmt haben soll, die das Vorhaben bislang blockiert hatte. Für eine Verabschiedung im Jahr 2026 preist der Markt die Chance inzwischen mit rund 43 % ein, nach 32 % am Freitag. Zuvor war der Wert auf den niedrigsten Stand gefallen, seit der Markt im Januar gestartet ist.
Ethik blieb die letzte Hürde
Die Clarity Act, offiziell Digital Asset Market Clarity Act of 2025, soll in den Vereinigten Staaten einen bundesweiten Rahmen für Krypto schaffen. Zugleich würde das Gesetz die Aufgaben von Securities and Exchange Commission und Commodity Futures Trading Commission klarer voneinander abgrenzen, damit besser erkennbar ist, welche Behörde für welche Tokens und Anlageinstrumente zuständig wäre.
Nach den Berichten war ausgerechnet die Ethik-Klausel die letzte größere Streitfrage in den monatelangen Verhandlungen. Im Kern geht es darum, in welchem Umfang politische Amtsträger und andere Funktionsträger während ihrer Amtszeit von Krypto profitieren dürfen. Das Thema gilt als besonders sensibel, auch wegen Trumps Memecoins und der Rolle seiner Familie bei World Liberty Financial. Dieselbe Ethikdebatte hatte bereits in dieser Marktupdate auf die Verabschiedungschancen gedrückt.
Noch kein Text veröffentlicht
Trotzdem bleibt der Gesetzentwurf vorerst ungewiss. Eine Quelle sagte gegenüber CoinDesk, dass Demokraten den Text bislang nicht gesehen hätten. Eine öffentliche Fassung gibt es ebenfalls noch nicht. Das Weiße Haus und die Büros der beteiligten Senatoren hatten sich bis Montag ebenfalls nicht geäußert.
Zeitlich ist das durchaus relevant: Der Senat hat nur noch bis Anfang August Zeit für eine Abstimmung. Die Vorlage hat zwar bereits das House of Representatives passiert und auch den Senate Banking Committee durchlaufen, muss aber noch vom gesamten Senat verabschiedet werden.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Beobachter ist das vor allem deshalb relevant, weil die Clarity Act zu den klarsten Versuchen zählt, die Marktstruktur für digitale Assets in den USA gesetzlich festzuschreiben. Eine eindeutige Aufteilung der Zuständigkeiten zwischen SEC und CFTC könnte auch beeinflussen, wie internationale Kryptounternehmen ihre US-Aktivitäten organisieren, vor allem wenn die Regeln zu Dezentralisierung und Stablecoins weiter konkretisiert werden.
Der breitere Krypto-Markt reagierte am Montag derweil freundlich. Bitcoin notierte bei rund 66.300 US-Dollar beziehungsweise 58.000 Euro und lag damit etwa 3 % höher als 24 Stunden zuvor. Ethereum und XRP legten jeweils um rund 4 % zu. Händler verwiesen dabei vor allem auf die Erholung bei KI- und Halbleiteraktien, darunter Samsung und SK Hynix, als wichtigsten Treiber. Die mögliche Einigung bei der Ethik-Klausel dürfte die risk-on-Stimmung zusätzlich gestützt haben.