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ReserveOne startet Krypto-Reserven mit Staatsfonds-Ambition

Der Trend zu institutionellen Krypto-Tresoren bekommt einen auffälligen Akteur.

ReserveOne startet Krypto-Reserven mit Staatsfonds-Ambition

Der Trend zu institutionellen Krypto-Tresoren bekommt einen auffälligen Akteur hinzu. Das neu gegründete Investmentvehikel ReserveOne will nichts weniger als eine digitale Staatsreserve aufbauen, vergleichbar mit einem traditionellen Rohstofffonds, aber vollständig auf Krypto-Assets ausgerichtet.

Der Plan startet direkt mit einer Milliardendeal: ReserveOne fusioniert mit der börsennotierten SPAC M3-Brigade Acquisition V Corp. (NASDAQ: MBAV). Nach Abschluss wird das neue Unternehmen unter dem Kürzel RONE an der NASDAQ notieren.

Krypto als Reserveklasse

Der Kern der Strategie ist ein digitales Reservefonds, aufgebaut aus Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum und Solana. Dieser Kern wird ergänzt durch Assets, die über Staking, Lending und Venture-Investitionen zusätzliche Renditen ermöglichen. ReserveOne zielt somit ausdrücklich nicht auf passives Management, sondern auf aktive, strategische Vermögensallokation, inspiriert vom Konzept einer strategischen amerikanischen Kryptoreserve.

In der offiziellen Ankündigung heißt es: „Die Portfoliostrategie ist auf die Ziele einer nationalen digitalen Reserve ausgerichtet.“ Damit positioniert sich ReserveOne als eine Art Light-Version eines Staatsfonds, der darauf abzielt, Krypto strukturell im Finanzsystem zu verankern.

Institutionelles Kapital fließt herein

Die Startkapitalrunde lässt keinen Zweifel offen:

  • 750 Millionen Dollar stammen aus einer sogenannten PIPE-Investition (Private Investment in Public Equity) und werden unterstützt von Schwergewichten wie Galaxy Digital, Kraken, Blockchain.com, Pantera Capital, FalconX und anderen.
  • Weitere 300 Millionen Dollar werden über den SPAC-Fonds selbst hinzugefügt.

Die Verwahrung der Bitcoin-Reserve wird von Coinbase übernommen, was auf einen klaren Fokus auf Compliance und regulierte Strukturen hinweist.

Bekannte Namen an der Spitze

An der Spitze stehen Schwergewichte der Branche:

  • Jaime Leverton, ehemals CEO des Mining-Unternehmens Hut 8, übernimmt die Rolle des CEO.
  • Sebastian Bea, ehemaliger Leiter von Coinbase Asset Management und früherer BlackRock-Analyst, wird Präsident und Investitionschef.
  • Im Vorstand sitzen unter anderem Reeve Collins (Mitbegründer von Tether) und Wilbur Ross, der ehemalige US-Handelsminister.

Was kommt genau in die Krypto-Reserve?

Vorläufig sind nur BTC, ETH und SOL offiziell bestätigt, aber ReserveOne spricht von einer „diversifizierten Portfoliostruktur“. Vermögenswerte, die regulatorisch gut positioniert sind und zusätzliches Renditepotenzial bieten, stehen weit oben auf der Liste. Kandidaten sind unter anderem:

  • Cardano (ADA)
  • Avalanche (AVAX)
  • Hedera (HBAR)
  • SUI
  • Ripple (XRP)

Ob diese Coins tatsächlich in die Reserve aufgenommen werden, ist noch nicht bekannt. Aber wer auf Benchmarks wie den Grayscale Smart Contract Platform Fund schaut, kann schon eine Vermutung bekommen.

Kein ETF, kein MicroStrategy 2.0

Im Gegensatz zu Akteuren wie BlackRock oder Grayscale ist ReserveOne nicht an starre Produktstrukturen gebunden. Es agiert als ein flexibles strategisches Vehikel: teils Reservefonds, teils Venturefonds, teils institutioneller Zugangspunkt zum Kryptomarkt.

Und nein, ReserveOne ist kein MicroStrategy 2.0. Es ist kein Bitcoin-maximalistisches Vehikel. Während sich Strategy seit 2020 vor allem als BTC-Holding positioniert, setzt ReserveOne auf Diversifikation, aktives Management und den langfristigen Aufbau einer digitalen Reserveklasse.

Fazit: Staatsfonds in der Entstehung?

ReserveOne repräsentiert eine neue Generation institutioneller Krypto-Akteure. Mit einer NASDAQ-Notierung, Milliarden an Funding und einem Top-Team an der Spitze will das Unternehmen digitale Vermögenswerte strategisch im globalen Finanzsystem verankern. Ob das gelingt, hängt von Marktvolatilität, Regulierung – und der richtigen Asset-Auswahl – ab.

Aber eines ist klar: Das Rennen um die Rolle der ‚digitalen Staatsreserve‘ hat offiziell begonnen.


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