Revolut erreicht nach Aktienverkauf eine Bewertung von 115 Milliarden Dollar
Die Bewertung folgt auf starkes Gewinn- und Umsatzwachstum, während Revolut mit MiCA-Lizenz, Revolut X und mehr als 200 Tokens sein Krypto-Angebot ausbaut.

Wichtigste Erkenntnisse
- Revolut wurde bei einem sekundären Aktienverkauf mit 115 Milliarden Dollar bewertet, 53 Prozent höher als vor weniger als einem Jahr.
- Das Unternehmen erzielte 2025 einen Gewinn vor Steuern von 2,3 Milliarden Dollar und einen Umsatz von 6 Milliarden Dollar, während die Kundenzahl auf 75 Millionen stieg.
- Revolut bietet mehr als 200 Krypto-Token an, hat eine MiCA-Lizenz in der EU und betreibt die Krypto-Exchange Revolut X.
Revolut ist bei einem sekundären Aktienverkauf mit 115 Milliarden Dollar (101 € Milliarden) bewertet worden. Gegenüber dem Niveau von vor weniger als einem Jahr entspricht das einem Plus von 53 Prozent. Der Deal unterstreicht, wie stark das britische Fintech und Krypto-Unternehmen zuletzt gewachsen ist und wie sehr es seine Position im europäischen Kryptomarkt ausgebaut hat.
Bewertung schießt nach oben
Wie The Wall Street Journal unter Berufung auf eine interne Nachricht von CEO Nik Storonsky berichtet, lag der Preis je Aktie bei 2.017 Dollar (1.770 €). Bei der Transaktion konnten Mitarbeiter und andere bestehende Anteilseigner Anteile verkaufen, ohne dass Revolut selbst frisches Kapital aufgenommen hat.
Im Vergleich zu 45 Milliarden Dollar (39,4 € Milliarden) im Jahr 2024 hat sich die Bewertung damit mehr als verdoppelt. Auch die im November vergangenen Jahres genannten 75 Milliarden Dollar (65,7 € Milliarden) werden deutlich übertroffen. Revolut ist damit nach aktuellem Stand das wertvollste private Unternehmen Europas. Der Vergleich mit Barclays bleibt allerdings nur bedingt aussagekräftig, da Revolut auf Basis einer privaten Transaktion bewertet wird und die Größe des Deals nicht offengelegt wurde.
Wachstum bei Gewinn und Umsatz
Der deutliche Sprung bei der Bewertung folgt auf ein starkes Geschäftsjahr. Revolut meldete für 2025 einen Gewinn vor Steuern von 2,3 Milliarden Dollar, was einem Anstieg von 57 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Umsatz legte im selben Zeitraum um 46 Prozent auf 6 Milliarden Dollar (5,3 € Milliarden) zu.
Auch bei den Nutzern ging es weiter nach oben. Inzwischen zählt Revolut mehr als 75 Millionen Kunden. Für ein Unternehmen, das lange vor allem als Zahlungs-App wahrgenommen wurde, zeigt das, wie breit die Plattform inzwischen im Fintech- und Krypto-Segment aufgestellt ist.
Krypto bleibt strategisch
Für Krypto-Nutzer ist vor allem relevant, dass Revolut sein Angebot in den vergangenen Jahren spürbar erweitert hat. In der App lassen sich inzwischen mehr als 200 Krypto-Token handeln, Assets an eine externe Krypto-Wallet senden und Bestände staken. Zusätzlich betreibt das Unternehmen mit Revolut X eine eigene Krypto-Exchange.
Im vergangenen Jahr erhielt Revolut außerdem eine MiCA-Lizenz, um Krypto-Dienste in der EU anzubieten. Damit zählt das Unternehmen zu den größeren europäischen Anbietern, die regulierte Finanzdienstleistungen und Krypto miteinander verbinden. Das passt zu einem breiteren Branchentrend, bei dem große Handelsplattformen ihr Angebot ausweiten; auch Krypto-Exchanges erweitern ihr Angebot um Aktien und Rohstoffe, um Nutzer und Kapital im eigenen Ökosystem zu halten. Zudem läuft ein Antrag auf eine nationale US-Banklizenz, und laut früheren Berichten wurde auch über eine mögliche Bewertung von 200 Milliarden Dollar (175 € Milliarden) bei einem künftigen Börsengang gesprochen.