Riot schließt 20-Jahres-Deal über 9,1 Milliarden Dollar mit Anthropic
Der Deal mit Anthropic treibt den Umbau von Riots Campus in Texas zu KI-Infrastruktur weiter voran. Das passt zu dem Trend, dass Miner ihre Strom- und Rechenzentrumskapazitäten auch jenseits von Bitcoin nutzen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Riot Platforms hat mit Anthropic einen zwanzigjährigen KI-Deal über 9,1 Milliarden Dollar für 191 Megawatt in Rockdale, Texas, abgeschlossen.
- Damit steigt die vertraglich gebundene KI-Kapazität auf dem Rockdale-Campus auf 241 Megawatt, mit Auslieferung ab Dezember 2027.
- Riot erwartet mehr Umsatz aus Rechenzentren, während die Bitcoin-Mining-Umsätze zurückgingen und der Bitcoin-Bestand um 4.300 BTC sank.
Riot Platforms legte am Dienstag vorbörslich um mehr als 20 % zu, nachdem das Bitcoin-Mining-Unternehmen einen 9,1-Milliarden-Dollar-Deal (7,9 Milliarden Euro) mit einem führenden Frontier-KI-Labor bekannt gegeben hatte. Die Vereinbarung unterstreicht, dass Miner ihre vorhandene Energie- und Rechenzentrumskapazität zunehmend nicht nur für das Bitcoin-Mining, sondern auch für KI-Infrastruktur einsetzen.
Rockdale wird zum KI-Hub
Die Vereinbarung, die laut Bloomberg mit Anthropic geschlossen wurde, umfasst 191 Megawatt Rechenleistung auf Riots Campus in Rockdale, Texas. Damit baut das Unternehmen einen Standort weiter aus, der schon länger als Beispiel für den Übergang von reiner Mining-Infrastruktur hin zu einem breiteren Angebot für KI-Kunden gilt.
Zusätzlich hat Riot bereits einen Lease mit dem Chip-Hersteller Advanced Micro Devices abgeschlossen. Dadurch steigt die vertraglich gebundene KI-Kapazität in Rockdale auf 241 Megawatt. Die ersten 25 Megawatt wurden im zweiten Quartal bereitgestellt, weitere 25 Megawatt befinden sich im Bau. Der Rollout an den Riot-Standorten soll im Dezember 2027 beginnen, die vollständige Fertigstellung wird bis Juni 2028 erwartet.
Mehr Umsatz, weniger Bitcoin
Der Deal fügt sich in einen breiteren Trend ein, bei dem Kryptominer ihre Flächen, Netzanschlüsse und Kühlsysteme für High-Performance Computing weiterverwenden. Für KI-Unternehmen kann das schneller sein, als neue Kapazitäten selbst aufzubauen, weil die grundlegende Infrastruktur bereits vorhanden ist.
Riot teilte außerdem mit, dass die Basislaufzeit des Vertrags zwischen 7,3 Milliarden Dollar (6,3 Milliarden Euro) und 8,2 Milliarden Dollar (7,1 Milliarden Euro) an kumulativem Netto-Betriebsgewinn bringen könnte. Zwei Verlängerungsoptionen von jeweils fünf Jahren könnten den gesamten Vertragsumsatz auf 16,1 Milliarden Dollar (13,9 Milliarden Euro) erhöhen. Das Unternehmen erklärte zudem, dass der Umsatz im zweiten Quartal um 14 % auf 174,2 Millionen Dollar (151 Millionen Euro) gestiegen sei. Davon entfielen 23,2 Millionen Dollar (20,1 Millionen Euro) auf Rechenzentren, während der Bitcoin-Mining-Umsatz wegen niedrigerer Bit und mehr Netzwerkkonkurrenz auf 113,7 Millionen Dollar (98,4 Millionen Euro) zurückging.
Warum das relevant ist
Für europäische Krypto-Beobachter zeigt sich daran, dass der Wert von Mining-Unternehmen immer weniger nur von der Bitcoin-Produktion abhängt. Anleger achten dabei nicht nur auf Hashrate oder Treasury-Größe, sondern auch auf Stromkapazität, Standort und Verträge mit KI-Kunden. Das könnte für die Bewertung vergleichbarer Miner relevant sein, die ihre bestehende Infrastruktur stärker monetarisieren wollen.
Riot finanziert die Rechenzentrumsinvestitionen teilweise dadurch, dass das Unternehmen monatlich Bitcoin verkauft und seine Treasury abbaut. Laut BitcoinTreasuries.net sank der Bestand von 15.680 Bitcoin auf 11.380 zum Quartalsende, also um 4.300 BTC innerhalb von drei Monaten.