Ripple feiert Ende des Rechtsstreits gegen die SEC
Vier Jahre dauerte der Rechtsstreit zwischen Ripple Labs und der US‑Aufsichtsbehörde SEC, bis der zuständige Richter in New York nun eine bahnbrechende Entscheidung traf: Ripple muss eine Geldstrafe von 125 Millionen zahlen.

Vier Jahre lang dauerte der juristische Kampf zwischen Ripple Labs und der US‑Aufsichtsbehörde SEC, bis der zuständige Richter in New York nun eine bahnbrechende Entscheidung traf: Ripple muss eine Geldstrafe von 125 Millionen US-Dollar zahlen.
"Der Antrag der SEC auf Schadenersatz […] wird teilweise zugesprochen und teilweise abgelehnt", heißt es in dem vom US‑Richter Analisa Torres unterzeichneten Gerichtsdokument. Das Ripple‑Management feiert die Entscheidung ausgelassen als Sieg über die SEC, da letztere eine Gesamtsumme von zwei Milliarden US‑Dollar gegen das Unternehmen hinter dem XRP‑Token gefordert hatte.
Ripple‑CEO Brad Garlinghouse ist begeistert und schreibt in einem Beitrag auf X: „Dies ist ein Sieg für Ripple, die Branche und die Rechtsstaatlichkeit. Der Widerstand der SEC gegen die gesamte XRP‑Community ist gebrochen.“ In der vergangenen Woche hatte er SEC‑Chef Gary Gensler noch scharf kritisiert. Die Aufsicht solle „eine politische Agenda und/oder bösartige Verfahrenstaktiken“ verfolgen, Beitrag auf X ansehen.
Was bedeutet der Ripple‑Erfolg für den Kryptosektor und Gary Gensler?
Bereits im Juli 2023 erzielte Ripple einen wichtigen Zwischensieg im Rechtsstreit: Richter Torres befahl seinerzeit, dass XRP im Zusammenhang mit Transaktionen privater Anleger kein Wertpapier sei. Doch beim Verkauf an institutionelle Investoren müsse der XRP‑Token als Wertpapier eingestuft werden.
Genau hier wendet sich die SEC in ihrer Klage gegen Ripple Labs. Obwohl die verhängte Strafe weiterhin deutlich höher ist als die von Ripple vorgeschlagene 10 Millionen US‑Dollar, scheint die Anti‑Crypto‑Kampagne der SEC langsam zu scheitern.
„Die Hexenjagd der SEC gegen uns ist endlich vorbei. Hoffen wir, dass dies den Krieg dieser Regierung gegen Crypto beendet“, reagiert Ripple‑Labs‑Mitbegründer Chris Larsen auf das Urteil in einem Beitrag auf X. Im Oktober forderte die SEC schließlich, die Klage gegen Ripple‑CEO Garlinghouse und Larsen zu stoppen, nachdem sie sie zuvor der「illegale Wertpapierverkäufe」beschuldigt hatte.
Das Urteil wird beiden Männern nun persönliche Genugtuung geben. Für SEC‑Chef Gary Gensler wird es dagegen komplizierter – Donald Trump versprach kürzlich, ihn beim ersten Tag seiner Präsidentschaft zu entlassen, falls die Republikaner die Wahlen gewinnen. Trump hat erklärt, dass Gensler die aktuelle Regulierung Innovation behindert und er strebe eine crypto‑freundlichere Umgebung an. Sollte Gensler tatsächlich entlassen werden, könnte dies zu einer Lockerung der Regeln führen und möglicherweise zu einer Belebung des Kryptomarktes.
XRP‑Kurs steigt nach Sieg um 20 Prozent
Während fast der gesamte Kryptomarkt am letzten Herbst in Bullenmodus war, hinkte XRP deutlich hinterher. Einige sprachen gar von einer „XRP‑Stablecoin“ wegen der matschigen Performance der Token, die ihren bisherigen Höchststand von 3,84 US‑Dollar aus Januar 2018 nie wieder erreichte.
Zu Wochenbeginn konnte XRP sowohl BTC als auch ETH deutlich übertreffen laut Tradingview. Doch nach dem Urteil kommt nun wieder Bewegung in den XRP‑Preis. Mit der Ankündigung der milden Geldstrafe sprang der Preis von 0,504 US‑Dollar um mehr als 20 Prozent nach oben und stand zum Zeitpunkt dieser Zeilen bei 0,616 US‑Dollar. XRP lag letzte Woche auch schon über 0,60 Dollar, doch das war vor dem großen Crypto‑Crash des vergangenen „Black Monday“.
Gegenüber Bitcoin und Ethereum konnte der Ripple‑Token jeweils mehr als 20 und 30 Prozent zulegen. Trotz dieses jüngsten Erfolgs bleibt die Zukunft von XRP unsicher. Die Altcoin wird stark zentralisiert gesehen und Kritiker argumentieren, sie sei zu abhängig von der Entwicklung von Ripple Labs, das auch ohne Adoption von XRP langfristig erfolgreich sein könnte.