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Robinhood erhält in neun Tagen sieben Kurszielanhebungen

Wall Street sieht bei Robinhood mehr Wachstumspotenzial durch Robinhood Chain, KI und Kredit. Am 29. Juli sollen die Quartalszahlen zeigen, ob die höheren Bewertungen tragfähig sind.

Robinhood erhält in neun Tagen sieben Kurszielanhebungen

Wichtigste Erkenntnisse

  • Robinhood erhielt zwischen dem 2. und 10. Juli mehrere Kurszielanhebungen von der Wall Street, mit einer Spanne von 124 $ bis 132 $.
  • Banken verweisen auf Wachstumsfaktoren wie Robinhood Chain, KI und Kredit, während die Quartalszahlen am 29. Juli anstehen.
  • Robinhood prüft laut Bloomberg eine Anleihefinanzierung über bis zu 500 $ Millionen, abgesichert durch Kreditkartenkonten.

Robinhood Markets bekommt in kurzer Zeit spürbar mehr Rückenwind von der Wall Street. Zwischen dem 2. und 10. Juli haben Morgan Stanley, Bank of America, Mizuho und Compass Point ihre Kursziele angehoben. Damit liegt die Spanne inzwischen zwischen 124 $ (109 €) und 132 $ (116 €). Auffällig ist das Timing: Die Quartalszahlen werden am 29. Juli erwartet, und die Banken verweisen dabei auf neue Wachstumstreiber rund um Blockchain, KI und Kredit.

Kursziele stapeln sich auf

Mizuho machte den Anfang und hob das Kursziel auf 130 $ (114 €) von 115 $ (101 €) an. Analyst Dan Dolev erklärte dazu, der Broker könne sich zum ersten globalen Hyperscaler unter den Online-Brokern entwickeln. Compass Point zog wenig später nach und erhöhte das Ziel auf 130 $ (114 €) von 107 $ (94 €). Begründet wurde das mit den anstehenden Zahlen und der Erwartung, dass das EBITDA im zweiten Quartal um 18 % übertroffen werden könnte.

Am 10. Juli kamen zwei weitere Anpassungen hinzu. Bank of America stufte Robinhood mit Buy ein und setzte das Kursziel auf 132 $ (116 €) von 119 $ (104 €). Morgan Stanley erhöhte sein Ziel auf 124 $ (109 €) von 95 $ (83 €) und beließ die Einstufung bei Hold. Auch andere Research-Häuser blieben konstruktiv: China Renaissance startete mit Buy und einem Street-High von 156,80 $ (137 €), BTIG begann bei 125 $ (109 €) und Piper Sandler bestätigte 135 $ (118 €).

Chain und KI ziehen Aufmerksamkeit auf sich

Die Kurszielanhebungen fallen in die ersten Wochen von Robinhood Chain, die am 1. Juli live ging. Nur 13 Tage später überholte die Chain Ethereum beim 24-Stunden-DEX-Volumen und lag damit auf Platz drei unter allen Netzwerken, laut DefiLlama. Das Tagesvolumen stieg von 0,4 $ Millionen (0,4 € Millionen) am Starttag auf 868,8 $ Millionen (761 € Millionen) am 12. Juli. Gegenüber der Vorwoche entspricht das einem Plus von 6.752 %.

Die Entwicklung passt zu einer breiteren Neuausrichtung, bei der Robinhood stärker auf DeFi und KI setzt. Mehr als 70.000 agentic Accounts wurden innerhalb weniger Wochen nach dem Start am 27. Mai eröffnet. Zudem hat Robinhood bestätigt, dass KI-Agenten künftig auch Krypto für berechtigte US-Kunden handeln dürfen. Damit entwickelt sich die App immer stärker von einer reinen Handelsplattform für Aktien hin zu einem Angebot, das mehrere Anlageklassen bündelt.

Bedeutung für Europa

Für europäische Krypto-Beobachter zeigt sich daran, wie schnell eine regulierte Plattform neue Krypto- und tokenisierte Produkte mit bestehenden Brokerage-Erlösen verknüpfen kann. Die Kombination aus eigener Chain, KI-gestütztem Handel und einem wachsenden Kreditgeschäft dürfte auch dafür relevant sein, wie traditionelle Finanzhäuser Krypto künftig in ihr Angebot einbauen. Dass Aufseher das Thema agentic trading genau beobachten, unterstreicht zudem, wie eng Innovation und Regulierung inzwischen zusammenrücken.

Ein weiteres Signal kommt von der Finanzierungsseite. Robinhood prüft laut Bloomberg eine Nachfrage nach mindestens 400 $ Millionen (350 € Millionen) an Anleihen, die durch Kreditkartenkonten abgesichert sind. Das mögliche Gesamtvolumen liegt bei bis zu 500 $ Millionen (438 € Millionen). Barclays und Wells Fargo führen die Platzierung an. Das deutet darauf hin, dass das Unternehmen neben dem Trading zunehmend auch Kredit und Kartenausgaben als Ertragsquellen ausbaut.

Am 29. Juli wird der Markt vor allem darauf achten, ob die Quartalszahlen diese neue Bewertung stützen können. Bis dahin bleibt der Eindruck, dass mehrere Banken gleichzeitig auf ein Robinhood setzen, das sich schneller verändert als der klassische Broker, als der es ursprünglich gestartet ist.


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