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Scaramucci fordert breiteres Verbot von Insiderhandel in Washington

Scaramucci sagt, dass die Ethikregeln in der CLARITY Act zu eng gefasst sind, und will ein breiteres Verbot von Handel mit Insiderwissen in Washington. Die Debatte betrifft auch die Aufsicht über Krypto, über SEC und CFTC.

Scaramucci fordert breiteres Verbot von Insiderhandel in Washington

Wichtigste Erkenntnisse

  • Anthony Scaramucci hält die Ethikregeln in der Clarity Act für zu eng gefasst und spricht sich dafür aus, auch Insiderhandel breiter zu erfassen.
  • Er verweist auf die vergleichsweise niedrige Bezahlung von Kongressmitgliedern und nennt Singapur als Beispiel für höhere Vergütung bei zugleich strengerer Durchsetzung von Ethikregeln.
  • Im Streit um Interessenkonflikte in Washington verweist Scaramucci auf die Handelsresultate rund um Nancy Pelosi und die STOCK Act.

Anthony Scaramucci hält die neuen Ethikregeln in der Clarity Act für zu eng gefasst. Der Gründer von SkyBridge Capital sagt, dass ein Verbot für Bundesbeamte, Krypto zu sponsern, aus seiner Sicht nachvollziehbar ist. Derselbe Maßstab sollte seiner Meinung nach aber auch für Insiderhandel im weiteren Sinn gelten.

Fokus auf Washington

Bei CNBC sagte Scaramucci, das eigentliche Problem beginne aus seiner Sicht bei der Bezahlung von Kongressmitgliedern. Mit 180.000 US-Dollar (157.800 Euro) pro Jahr liege das Gehalt auf einem Niveau, das einige Politiker seiner Einschätzung nach dazu verleiten könnte, auf Basis von Informationen aus ihrer Arbeit zu handeln. Als Gegenbeispiel nennt er Singapur, wo Spitzenbeamte deutlich besser bezahlt werden, im Gegenzug aber strengere Ethikregeln gelten.

Seine Kritik fügt sich in eine länger laufende Debatte über Interessenkonflikte in Washington ein. Die CLARITY Act soll mehr Klarheit über die Rollen von SEC und CFTC bei der Aufsicht über digitale Assets schaffen. Scaramucci findet jedoch, dass die Ausnahmen bei den Ethikregeln weiterhin zu eng gefasst sind. Bereits zuvor hatte er den Entwurf als Kompromiss beschrieben, der aus seiner Sicht nicht weit genug geht. Auch im Senat spielte diese Frage bereits eine Rolle, wo Demokraten blockieren Crypto Clarity Act wegen Ethikklausel die Beratungen über den Gesetzentwurf verzögerten.

Pelosi und die STOCK Act

Scaramucci verwies außerdem auf die Handelsresultate der früheren House Speaker Nancy Pelosi, deren Portfolio von ihrem Mann Paul Pelosi verwaltet wird. Laut öffentlichen Handelsdaten entwickelte sich dieses Portfolio über Jahre hinweg besser als der S&P 500 und auch besser als Warren Buffetts Berkshire Hathaway. Für 2024 wurde ein Gewinn von 70,9 % gemeldet, verglichen mit 24,9 % beim Index.

Die Debatte berührt auch die STOCK Act, die 2012 verabschiedet wurde, um Mitgliedern des Kongresses den Handel auf Basis nicht öffentlicher Informationen zu untersagen. Ein Jahr später strich der Kongress jedoch die Pflicht für eine durchsuchbare Online-Datenbank mit Transaktionen von Mitarbeitern, und zwar über einen Verfahrensschritt ohne namentliche Abstimmung. Treasury Secretary Scott Bessent hat seitdem strengere Beschränkungen für Kongressmitglieder gefordert, die mit Aktien handeln.

Warum das relevant ist

Für europäische Krypto-Follower ist vor allem relevant, dass die amerikanische Debatte über Krypto-Regeln immer häufiger mit breiteren Fragen zur politischen Integrität zusammenfällt. Die CLARITY Act betrifft nicht nur die Aufsicht über digitale Assets, sondern auch die Frage, wie Washington Ausnahmen und Interessenkonflikte abgrenzt. Das könnte mitbestimmen, wie künftige US-Regeln rund um Krypto und öffentliche Ämter ausgestaltet werden.


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