Schiff sieht den Crash zuerst bei Anleihen, nicht bei Bitcoin
Schiff verweist auf steigende Treasury-Renditen und höhere Hypothekenzinsen als größeres Risiko für Aktien, Immobilien und Krypto als Bitcoin selbst.

Wichtigste Erkenntnisse
- Peter Schiff warnt, dass die nächste Marktkrise aus seiner Sicht im Anleihemarkt beginnt und nicht bei Bitcoin.
- Er sieht steigende US-Treasury-Renditen als Risiko für Aktien, Immobilien und Krypto, weil die Finanzierungskosten zunehmen.
- Schiff erwartet, dass Bitcoin bei einem Aktiencrash stärker unter Druck gerät, während Gold von sinkender Risikobereitschaft profitieren dürfte.
Peter Schiff ist der Ansicht, dass die nächste größere Marktkrise nicht bei Bitcoin ihren Ausgang nimmt, sondern im Anleihemarkt. Aus Sicht des Gold-Befürworters stellen steigende US-amerikanische Treasury-Renditen ein größeres Risiko für Aktien, Immobilien und Krypto dar als die Schwankungen von BTC selbst.
Anleihen als möglicher Auslöser
In seinem aktuellen Podcast warnte Schiff davor, dass eine Schwäche bei Treasuries auf mehrere Märkte gleichzeitig übergreifen könnte. Die 10-jährige Treasury notiert bei rund 4,5%, während sich die 30-jährige Richtung 5% bewegt hat. Die Zinskurve bleibt dabei weiter steigend, mit der 2-jährigen bei etwa 4,21% und einem positiven Spread zwischen 3 Monaten und 10 Jahren. Das gilt zwar normalerweise als Zeichen wirtschaftlicher Expansion, ändert nach Schiffs Einschätzung aber nichts am Druck auf die Finanzierungskosten.
Er geht davon aus, dass höhere Zinsen die Kreditkosten weiter nach oben treiben. Das könnte Aktien belasten und den ohnehin angespannten Wohnungsmarkt zusätzlich unter Druck setzen. Die durchschnittliche 30-jährige Hypothekenrate liegt laut Freddie Mac bei 6,49%, ein Niveau, das viele Käufer derzeit eher abwartend macht.
Bitcoin bleibt aus seiner Sicht anfällig
Schiff räumt ein, dass sich Bitcoin bislang robuster gezeigt hat, als viele Kritiker erwartet hatten. Für ihn ist das jedoch kein Hinweis auf einen sicheren Hafen. BTC wird derzeit bei 64.200 $ (56.200 €) gehandelt, die Marktkapitalisierung liegt bei rund 1,29 $ Billionen (1,1 € Billionen). Damit notiert die Kryptowährung weiterhin etwa 49% unter dem Hoch vom Oktober 2025.
Seiner Einschätzung nach dürfte Bitcoin bei einem Einbruch an den Aktienmärkten sogar stärker nachgeben. Außerdem verwies er darauf, dass große Banken zwar weiter optimistische Kursziele für Bitcoin nennen, die schwache Entwicklung der bevorzugten Aktien von Strategy aus seiner Sicht aber zeigt, dass Anleger intern offenbar weniger überzeugt sind.
Schiff verbindet das mit seiner breiteren Erwartung, dass Gold in einem Umfeld sinkender Risikobereitschaft profitieren könnte. In dem Podcast sagte er, der Edelmetallmarkt stehe vor einer größeren Aufwärtsbewegung, während der Aktienmarkt aus seiner Sicht noch deutliches Abwärtspotenzial habe.
Bedeutung für Europa
Für europäische Kryptonutzer ist vor allem relevant, dass Schiff die Debatte weg von Krypto und hin zum US-Zins- und Kreditmarkt verschiebt. Sollten die Treasury-Renditen weiter steigen, könnte das nicht nur die Dollar-Finanzierung verteuern, sondern auch die Risikobereitschaft an den breiteren Märkten dämpfen. Die Entwicklung der Anleiherenditen in den kommenden Wochen dürfte deshalb ein wichtiger Gradmesser dafür sein, wie anfällig sich der Kryptomarkt in einem Stressszenario verhält.
Die Zinsabhängigkeit von Bitcoin spielt am Markt schon länger eine Rolle. In einer jüngeren Analyse zu Signalen aus dem Anleihemarkt wurde bereits auf eine flacher werdende Treasury-Kurve als möglichen Gegenwind für BTC und andere risikoreiche Assets hingewiesen.